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Spielbesprechung Selecta NobileReife Spiele |
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Von Selecta sind wir eher Spiele für die "Kleinen" gewöhnt; nun entdeckt der Verlag genau das andere Ende des Altersspektrums und hat in seiner "Nobile-Serie" drei Produkte für die "reifere" Generation herausgebracht. Sprich für die Altersgruppe ab 60. Damit ist Selecta einer der ersten Verlage, die sich in diesem Segment engagieren, um sich vielleicht eine Marktlücke zu erschließen. Zwei Bemerkungen zu Beginn:
Zu den Spielen selbst: Zwei der drei ("Damals & heute" und "Künstlermemo") sind Memories. Hier haben wir allerdings keine Karten, sondern die Motive sind auf 10cm * 10cm große, angenehm anzufassende Holzplatten farbig gedruckt. Bei "Damals & Heute" sind Paare von ähnlichen Gegenständen zu finden, wie sie in der Vergangenheit bzw. wie sie heute aussehen (eine Dampflok gehört zum ICE, eine Schreibmaschine zum Computer, usw.). Beim "Künstlermemo" sind Bilder des Impressionismus und Expressionismus zuzuordnen. Die Platten sind so groß, dass die Motive gut zu erkennen sind. Die Regeln von Memory selbst brauche ich nicht zu erklären. Der Verlag gibt noch Vorschläge für weitere Spielmöglichkeiten mit dem Material, was sich aber alles im Memory-Rahmen bewegt. Hinzu kommen noch in den schön gestalteten Anleitungen einige Hintergrundinfos zu den Motiven.
In der Box des "Tierpuzzle" finden wir eine 2,5 Zentimeter dicke, ca. 20cm * 30cm messende massive Eichenholzplatte, die mit vielerlei Schnitten in 18 abstrahierte Tierfiguren gesägt wurde; und jedes Tier hat noch eine Bohrung für das Auge bekommen. Eine Anleitung zu dem Spiel sucht man vergebens (lediglich ein Lösungsblatt), also macht man sich an das nahe liegende, nämlich das Material aus der Verpackung nehmen, auseinanderteilen und dann wieder in die Verpackung zusammensetzen - eben puzzeln. Das ist soweit eine interessante Aufgabe, weil man versuchen muss, welches Teil wie in die Ausbuchtungen der anderen Teile zu setzen ist. Da die Tiere sehr groß sind, kann die Aufgabe gut von Menschen gelöst werden, deren Augen nicht mehr ganz so gut sind; und es geht auch nicht fisselig mit immer wieder verschwindenden Kleinteilen zu. 10 bis 15 Minuten braucht man, dann ist das Rätsel gelöst; bei Kleinkindern vielleicht auch ein bisschen länger, doch hier helfen ja Oma oder Opa gerne. Natürlich bieten die Tiere auch andere Spielmöglichkeiten, die aber eher Kindern als reiferen Erwachsenen entgegenkommen. Altersspezifisch sind die großen Spielsteine, das Naturmaterial (Holz), die nandschmeichelnde Oberflächen und das ansprechende Design. Die gewählten Themen sind eher unspezifisch, weil eben auch von Kindern genauso nutzbar. Ich hätte mir für ein Spiel für die "reifere Generation" etwas anspruchsvollere Spiele gewünscht. Zum Beispiel Quizspiele, die die Alltagswelt nach dem Zweiten Weltkrieg zum Thema haben, oder Brettspiele, die die Zeit vor 50 und mehr Jahren thematisieren. Generationsspezifischer als die drei "Nobile"-Spiele von Selecta finde ich schon ein Spiel wie "Emil und die Detektive" von Schmidt, das Kästners Buchvorlage aus der Weimarer Republik aufnimmt. Wirklich befremdet hat mich die Preispolitik: Knapp 60 Euro für das "Tierpuzzle" sind, trotz einer dicken Holzplatte und einer geprägten Pappverpackung, nicht gerechtfertigt - schon gar nicht wegen des Spielwerts! Ich glaube nicht, dass (angesichts moderner computergesteuerter Holzbearbeitungsmaschinen) der Produktionsaufwand als Argument für den Preis ziehen könnte. Wegen der Verkaufspolitik, aber auch wegen der nicht sehr einfallsreichen Themenauswahl, kann ich die "Nobile"-Serie nicht empfehlen. Es gibt für weniger Geld mehr Spielwert, auch für die reifere Generation. Wenn man die Spiele mal in der Bibliothek sieht, kann man sie zum Ausprobieren mitnehmen, doch welche Bibliothek kann sich die Preise schon leisten. Aber vielleicht habe ich ja auch wichtige alterspädagogische Momente übersehen; ich erinnere mich an die eingangs erwähnten Stichworte aus dem Verlagsprospekt, in dem auch noch von neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung die Rede ist. Sollte dem so sein, lasse ich mich gerne belehren. Vielleicht bin ich (Jahrgang 1967) schlichtweg zu jung, um den Wert der Ideen erkennen zu können. Wenn ich in 40 Jahren anders denke, dann schreibe ich die Rezension noch mal neu. Arne Claussen Autor: keine Angabe |
Petters <michaelpetters@gmx.net> 24.05.2005 15:31: | ||||||||||||
| Letzte Änderung: 16.04.2008 15:36 |
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