Spielbeschreibung

Age of Renaissance

In einer Entwicklungszeit von fast drei Jahren arbeitete man bei Avalon Hill (AH) daran, ein Folgespiel zu Civilization (Civi) zu entwickeln. Die große Schwäche des Originals, die lange Spielzeit, sollte dabei auf eine verträgliche Dauer von 3 ­ 5 Stunden herabgemildert werden.

Herausgekommen ist dabei Age of Renaissance, ein Spiel, das im tiefsten Mittelalter beginnt. Die Kulturen aus dieser Zeit sollen mittels Handel, Wissenschaft oder Religion in das helle Licht der Aufklärung geführt werden. Gegen Rückschläge wie Kriege, Seuchen, Hungersnöte oder religiöse Fanatiker helfen berühmte Persönlichkeiten wie Newton, Galileo, Karl der Große, Leonardo da Vinci etc.

Aus der Spielentwicklung heraus bedingt, vergleichen wir hier Spielelemente aus Age of Renaissance, die ähnlich in Civilization und History of the World, beides Klassiker von AH, enthalten sind. Auf den letzten AvalonCons testete Designer Jared Scarborough einige Varianten zu Civi, in denen berühmte Persönlichkeiten auftauchten. So entstand der Name Age of Renaissance.

Dieses Spiel zeigt deutlich weniger den Charakter eines Kriegsspieles, wobei doch einige Komponenten an Risiko erinnern. Die eigentlich nicht so glücklichen, oft in die Länge gehenden Handelsphasen in Civi, wurden in Age of Renaissance elegant durch Handelskarten gelöst. Die Entscheidung, einen Handel zuzulassen, zielt nicht direkt auf den eigenen Gewinn ab, vielmehr muß darauf geachtet werden, was in der Relation zu den Mitspielern verloren geht. Katastrophen treffen nicht mehr im Tauschgeschäft per Handelskarten wie in Civi ein, sondern tauchen aus dem Kartenstapel der Waffen­, Handels­ und Persönlichkeitskarten auf.

Einige Anklänge an History of the World wurden bewußt in Age of Renaissance aufgenommen. Bewegungen auf dem Spielplan gibt es praktisch nicht, gesetzte Figuren bleiben stehen, bis sie irgendwann im Spielzug entfernt werden.

Ein wichtiger Moment in Age of Renaissance ist die Zugreihenfolge der Spieler. Wer die wenigsten Expansions­Counter erwirbt, ist als erster an der Reihe. Aber mit wenigen Countern ist kein großer Staat zu machen. Hier zeigt das Spiel Ähnlichkeiten mit History of the World, mit der schweren Wahl, eine Empire­Karte zu behalten oder weiter zu geben.

Age of Renaissance fordert laufend Entscheidungen ab, die direkt oder indirekt die Möglichkeiten der Mitspieler beeinflussen. Die Mischung beider Systeme Civi und History of the World, mit einigen Eigenständigkeiten im neuen Age of Renaissance, hat ein sehr gelungenes Spiel ergeben.

Wer kürzere Spielzeiten bevorzugt, kann einzelne Epochen spielen, im großen Spiel mit allen drei Epochen liegt die Spielzeit bei voller Besetzung zwischen 5 ­ 6 Stunden.

Die englische Regel ist leicht verständlich, da alle etwas schwierigeren Passagen durch gute Beispiele erläutert werden. Die Ausstattung des Spieles ist außergewöhnlich gut. Age of Renaissance ist eine Empfehlung für alle Spieler, die komplexe, strategische Spiele bevorzugen. Die Schwächen der beiden Vorgänger sind ausgemerzt und die lange Entwicklungsphase ist dem Spiel sehr gut bekommen.

Age of Renaissance, 3 ­ 6 Spieler ab 12 Jahre. Spieldauer ca. 240 Minuten. Verlag: Avalon Hill.

Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.

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