Spielbeschreibung
In diesem Spiel sind Stadtplaner gefragt. Die hervorragende Spielausstattung wird dazu beitragen, daß sich diese mit Begeisterung an ihr Werk begeben. 52 Gebäude und 17 Straßenbahnen warten darauf, den acht Stadtteilen Leben einzuhauchen. Auf jedem dieser acht Stadtteile sind acht oder neun Grundstücke zu finden. Zu all diesen Immobilien ist jeweils eine passende Grundstückskarte im Spiel. Diese 72 Karten werden zu Spielbeginn nach den Stadtteilen getrennt und alle acht Stapel gut gemischt nebeneinander auf den Tisch gelegt.
Als Grundausstattung erhält jeder Mitspieler von jedem Stadtteil eine Grundstückskarte auf die Hand. Das Zentrum der Stadt mit den Grundstücken 11 bis 19 liegt schon in der Tischmitte bevor das Spiel beginnt. Reihum erweitern die Mitspieler dieses Zentrum um je einem Stadtteil nach weiter unten beschriebenen Vorgaben.
Wer an der Reihe ist, hat die Auswahl zwischen fünf möglichen Aktionen. Er kann ein neues Gebäude errichten, eine Straßenbahnstrecke verlängern, durch Anlegen eines Stadtteiles der City zum Wachstum verhelfen, seine Handkarten austauschen oder wenn er möchte auch passen.
Selbstverständlich ist es nicht möglich, den Ausbau einer Stadt ohne Beachtung einiger Vorschriften durchzuführen. Wer ein Gebäude errichten will, muß die dazu passenden Grundstückskarten aus seiner Hand ausspielen. Pech ist es, sollten auf diesen Grundstücken schon Parks oder Fabriken ihren Platz gefunden haben ( hierfür gibt es spezielle Karten im Spiel). Für den Bau von Wohn- und Geschäftshäusern sind keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen. Alle anderen Stadtausbauten sind erst möglich, sobald das Rathaus errichtet ist. Die Lage einiger Grundstücke und die Nachbarbebauung schränken die Ausbaumöglichkeiten einiger Immobilien kräftig ein.
Die Einwohner von Big City sind stolz auf ihre Leistung und daher ist jeder Abriß einmal errichteter Bauten nicht erlaubt. Jede Durchführung eines Bauobjektes sollte sorgfältig geplant sein, um den maximalen Vorteil aus solch einer Aktion zu erlangen. Auf seinem Übersichtsblatt kann jeder Mitspieler ablesen, wie sich der Basiswert seines Gebäudes je nach Lage und Nachbarschaft verändert.
Um die so ermittelte Summe wandert sein Zählstein auf der Erfolgsleiste weiter. Sobald das neue Bauwerk steht, darf der Bauherr seine Handkarten wieder ergänzen (dabei aber nicht mehr als 2 Karten pro Stadtteil ziehen).
Mitspieler die Wert auf eine gute Infrastruktur legen und sich daher auf den Ausbau der Straßenbahn kaprizieren, können die einmal begonnene Strecke um ein oder zwei Teilstücke verlängern. Der Gründer des Straßenbahnnetzes besitzt einen gewissen Vorteil, denn das 1. Teilstück (er darf nur eines bauen) legt fest, in welchem Stadtviertel die Strecke beginnt. Auch der Stadtausbau unterliegt gewissen Regeln. Mindestens zwei Grundstücke des neuen Viertels müssen an bereits ausliegende angrenzen. Die Aktionen fünf und sechs, Karten austauschen und passen, erklären sich eigentlich von selbst.
Sobald alle Stadtteile angelegt und alle Grundstücke bebaut sind, endet das Spiel. Dies ist auch der Fall, sollten alle Mitspieler eine Runde lang nichts an der Infrastruktur der neuen Stadt ändern. Wer jetzt mit seinem Pöppel auf der Zählleiste am weitesten vorne liegt, hat den Wettbewerb um die optimalste Stadtplanung gewonnen.
Big City ist ein taktisches Bau- und Planungsspiel, das städtebauliche Zusammenhänge und soziale Belange fast perfekt in das Spiel integriert, ohne jedoch in keinem Fall das spielerische Element aus dem Auge zu verlieren. Durch die zufällige Verteilung der Grundstückskarten ist auch die Glückskomponente ausreichend vertreten. So wird ziemlich bald ein Mitspieler das Rathaus errichten, obwohl der Bau selbst keine Punkte einbringt. Das gleiche trifft auf den Ausbau der Straßenbahn zu, erst Bauherren die mit ihren Neubauten hier angrenzen, sahnen kräftig ab.
Wann und wie neue Stadtviertel die City erweitern, ist abhängig von den bereits auf der Hand befindlichen Grundstückskarten. Zu forsches Vorgehen wird von anderen Immobilienhaien gerne durch den Bau von Fabriken und Anlagen behindert. Um seine Kartenhand von solchen, jetzt wertlos gewordenen Grundstückskarten, zu befreien, ist die im späteren Spielfortschritt unbeliebte Aktion "Kartentausch" durchzuführen. Zu Spielbeginn kann es sinnvoll sein, dadurch gut zueinander passende Grundstückslagen zu sammeln.
Bei der eigenen Planung sollte immer das Augenmerk darauf gerichtet sein, welche der 11 unterschiedlichen Bauobjekte noch zur Verfügung stehen und ob es sinnvoll ist, anderen Mitspielern große Objekte (wie zum Beispiel Kirchen) zu verbauen.
Big City ist ein sehr empfehlenswertes, interaktives, strategisches Spiel. Die etwas längere Regel sollte nicht abschrecken, da der doch sehr logische Spielaufbau schnell begriffen ist. Die Ausstattung von Big City und die vielen Möglichkeiten, in die Stadtplanung einzugreifen, tragen sehr zum großen Spielvergnügen bei. Auch auf die notwendige Prise Glück muß man nicht verzichten und der variable Aufbau der Stadt stellt die Planer jedesmal vor neue Aufgaben.
Big City von Franz-Benno Delonge, 2-5 Spieler ab 10 Jahre. Spieldauer ca. 45-70 Minuten, Goldsieber (1999), Preis ca. 59 DM.
Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.