Spielbeschreibung
Der Vorläufer dieses Spieles landete 1986 unter dem Titel Winkel-Advokat (Schmidt-Spiele) auf der Auswahlliste zum "Spiel des Jahres". Bemerkenswert ist, daß man auf und im Originalspiel keinen Hinweis auf den Autoren fand und daß dieser taktische Hochkaräter nicht zum Klassiker avancierte. Mit der überarbeiteten und deutlich verbesserten Neuauflage sollten die Chancen dafür groß sein. Vieles hat sich geändert, der Autor ist auf und im Spiel zu finden (natürlich nur namentlich) und das Spielfeld ziert jetzt ein Hex-Raster.
Ziel aller Bemühungen ist es, mit seinen Farbsteinen am Spielende die ertragreichsten Spielfelder besetzt zu halten. Reihum ziehen die Mitspieler ihre Figuren soweit sie wollen (und können), einen Haken muß der Zugweg aufweisen und an dieser Stelle landet ein Markierungsstein in der Farbe des Spielers. Diese "frisch Plazierten" dürfen als Abschluß des Zuges "halmamäßig" gegnerische Steine überspringen und somit schlagen.
Geraubte Marker wandern zu dem Vorrat des aktiven Spielers und bereichern am Spielende dessen Punktekonto. Die von Markierungssteinen besetzten Spielfelder tragen am Spielende ihren Zahlenwert (1 bis 15) zum Punktestand des betreffenden Spielers bei. Bis zu 6 "Blockadehölzer" stehen jedem Mitspieler zu, pro Spielrunde kann jeder maximal eines dieser Hindernisse auf besonders markierten, dickeren Trennlinien zwischen zwei Spielfeldern plazieren, und so diesen Weg für den restlichen Spielverlauf sperren. Das Spiel endet, sobald eine Spielfigur zugunfähig auf dem Spielbrett steht. Jeder Mitspieler addiert die Werte der mit seinen Punktesteinen besetzten Felder und zählt die geschlagenen, gegnerischen Steine dazu (Doppelsteine bringen 5 Punkte, siehe dazu weiter unten). Wer die meisten Punkte vorweisen kann, hat das Spiel gewonnen.
Cabale ist ein sehr empfehlenswertes, interaktives und hochtaktisches Spiel. Ziemlich bald hat man heraus, wie die eigenen Marker am sichersten zu plazieren sind. Je nach Spielerzahl ist es erlaubt, mehr oder weniger Felder mit "Doppelsteinen" zu besetzen. Dieser Schachzug ist sehr lukrativ, wenn dadurch hohe Feldwerte am Spielende doppelt zählen. Da solche Objekte gerne "schlagenderweise" vom Spielfeld verschwinden, sollte man schon wissen wie "sichere Plätze" zu konstruieren sind. Auf das Schlagen wird gerne verzichtet, falls das Landefeld deutlich weniger Punkte aufweist, als der Startplatz! Aber als "Aufstiegshilfen" sollten eigene Steine auch nicht dienen.
Auf führende Mitspieler ist ein besonderes Augenmerk zu richten, man sollte darauf achten wo sie angreifbar sind, und daß es ihnen nicht gelingt, Spielsteine so zu blockieren, daß deren Zugunfähigkeit ein frühzeitiges Spielende herbeiführt. Die taktischen Winkelzüge sind sehr schnell erlernt, von mal zu mal findet man neue Möglichkeiten und trotz aller Taktik, oder gerade deswegen, besitzt das Spiel einen ausnehmend hohen Spielreiz.
Cabale von Roland Siegers, 2-4 Spieler ab 12 Jahre, Spieldauer ca. 45-60 Minuten, Goldsieber (1999), Preis ca. 60 DM
Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.