Spielbeschreibung
Cleopatra kämpft um die
Unabhängigkeit Ägyptens. Sie und ihr Widerpart Caesar
versuchen, die Mächtigen Roms für ihre Sache zu gewinnen.
In der Tischmitte versammeln sich die Patrizier und gesellen sich zu ihrer jeweiligen drei bzw. fünf Karten starken Gruppe (Praetoren, Senatoren, Quaestoren, Zensoren und Aedilen). Die Karten liegen gefächert, so daß immer sichtbar bleibt, wieviele der Honoratioren aus jeder Gruppe noch "zu haben" sind. Eine jedem Spieler verdeckt zugemischte Bonuskarte sagt den Kontrahenten, wo es sich lohnt die Überzahl (2 bzw. 3) an Patriziern zu kassieren.
Aus seinem Kartensatz sucht sich
jeder Mitspieler zweimal die Werte 1 - 5 heraus, die je insgesamt
7 mal vertreten sind. Die gemischten, restlichen Karten inklusive
der zwei Philosophen bilden den Reservestapel. Von seinen 10
herausgesuchten Karten legen die Spieler je eine Karte (Wert 1 -
5) verdeckt an die 5 Patriziergruppen an. Die restlichen 5 Karten
nimmt jeder auf die Hand. Die Reihenfolge ihrer 13 Aktionskarten
legen die beiden Spieler nach freier Wahl fest und plazieren
diesen präparierten Kartenstapel neben ihren Zahlenkarten.
Wie soll es auch anders sein, sind
die beiden Spieler abwechselnd an der Reihe und haben die Wahl, 2
offene oder eine verdeckte Handkarte(n) an Patriziergruppe(n)
anzulegen. Die Kartenhand ist anschließend wieder von den
eigenen Reservestapeln aufzufüllen. Dabei kommen auch oben
erwähnte Aktionskarten in das Spiel, die an dem "A"
auf der Rückseite erkennbar sind und zusätzlich innerhalb eines
Spielzuges eingesetzt werden können. Das Aufdecken der obersten
Karte "Vertrauensfrage" beendet den Spielzug. Wem der
Kopf nicht nach anlegen oder irgendwelchen Fragen steht, der darf
als einziges in seiner Runde Handkarten ablegen und seine Hand
von seinen Reservestapeln wieder auffüllen.
Ein wichtiger Punkt bei dem Kartenanlegen ist zu beachten: an keiner Gruppe Patrizier dürfen mehr als acht Karten liegen und von jedem Mitspieler höchstens 5 angelegt sein. Liegen genau die besagten 8 Karten an, kommt es vor der "normalen" zu einer "außerordentlichen" Vertrauensfrage bei dieser Patriziergruppe. Wie so oft im Leben ist auch bei diesem Spiel die Vertrauensfrage mit das Wichtigste. Eine aufgedeckte Karte vom Stapel "Vertrauensfrage" klärt dieses.
Bei einer Orgie geschieht nichts, außer gelegentlichem mischen des Stapels. Zeigt die Karte eine Patriziergruppe an, sind wie bei der "außerordentlichen" Vertrauensfrage alle an der betreffenden Gruppe angelegten Karten aufzudecken. Wessen Karten die größte Summe aufweisen, gewinnt den obersten Patrizier dieser Clique und zahlt dafür mit seiner höchsten dort angelegten Karte. Der Verlierer verfährt mit seiner niedrigsten Karte gleich. Ein Philosoph unter den gewerteten Einflußkarten kehrt das Ergebnis um. Es gewinnen jetzt die wenigsten Einflußpunkte, aber der Spieler mit dem größten Einfluß darf immer noch seine beste Karte abgeben! Mehrere der Sokratiker haben einen sich wiederholenden "Umkehreffekt" (kleinste-höchste-kleinste Summe gewinnt!).
In das Spiel gebrachte
Aktionskarten lassen Einflußkarten verschwinden oder diese neu
zwischen Gruppen aufteilen. Kundschafter decken gegnerische
Karten auf, der Zorn der Götter vernichtet gar eine komplette
Anlage. Hilfreich ist es, diesen Aktionen eines der knappen Vetos
entgegenhalten zu können.
Sind alle Patrizier gewonnen oder die Einflusskarten verspielt, folgt die Wertung. Jeder Patrizier trägt einen Punkt zum Sieg bei, genauso wie jede absolute Mehrheit (3 von 5 bzw. 2/3 Karten) in einer Gruppe. Wer alle Karten einer Gruppe sammeln konnte erhält einen zusätzlichen Punkt, deren zwei wenn eine eroberte Mehrheit mit der zugeteilten Bonuskarte übereinstimmt.
Caesar & Cleopatra ist ein Kartensammel- und -ablegespiel mit einer gehörigen Prise Bluff und Taktik (ist die verdeckte Karte von Hans ein Philosoph? Den könnte ich ja mit einem eigenen wieder aufheben, oder . . . .). Schon das dem Gegner angepaßte Sortieren der Aktionskarten vor Spielbeginn, kann entscheidend sein. Die Regel mit den 5 bzw. 8 maximal anzulegenden Karten baut kontinuierlich Zwänge auf, die eigentlich auch logische Rückschlüsse auf gegnerische Aktionen zulassen sollten? Gegen Ende des Spieles können außerordentliche Vertrauensfragen (wie erwähnt, die 8te Karte an einer Patriziergruppe) spielentscheidend sein.
Wie die Regel im Abspann sagt, beschäftigt sich der Autor Wolfgang Lüdtke am liebsten mit Spielen, bei denen es kaum Wartezeiten gibt, dies trifft auch auf Caesar & Cleopatra zu.
Caesar & Cleopatra von Wolfgang Lüdtke, 2 Spieler ab 10 Jahre, Spieldauer ca. 30 Minuten, Kosmos (1997).
Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.
dirk züchner <euronimus@web.de> 25.03.2002 23:01:
Caesar und Cleopatra gehört zu den Juwelen unter den leider viel zu wenigen Spielen für zwei Personen. Viele taktische Finessen sind möglich und Schadenfreude oder ein Aufschrei der Verzweiflung sind immer garantiert. Von daher kann die Empfehlung nur lauten: unbedingt kaufen!