Spielbeschreibung
El Caballero ist ein eigenständiges Legespiel in der Tradition des EL GRANDE Spieles. Durch das Anlegen von Gebietskarten entstehen verschieden große Wasser- und Landflächen. Caballeros wandern durch Anlegen entsprechender Karten an die Landflächen in die Regionen. In Castillos und Schiffe können die Spieler investieren. Bei Wertungen sind wie gewohnt Erfolgspunkte zu kassieren. So bringen die meisten (bei 3 + 4 Spielern auch die zweitmeisten) Caballeros in einer Landregion Punkte ein, die umso höher ausfallen je größer die Landflächen sind. Genauso ist die Erfolgsquote für ein Schiff umso besser, je ausgedehnter das Wassergebiet ist in dem es sich befindet.
Eine Gebietskarte, die weder Gold noch einen Fisch aufweist, ist die Startkarte und landet in der Mitte des möglichst großen Tisches. Wie bereits oben erwähnt, zeigt El Caballero viele Ähnlichkeiten mit seinem Vorbild. So spielt jeder zu Beginn einer Runde eine seiner 13 Machtkarten aus. Auch hier regelt die Höhe der ausgespielten Karten die Zugreihenfolge, und die Anzahl der Köpfe in der Kartenmitte den Nachschub der Caballeros an den Hof. Wer an der Reihe ist, hat die Auswahl zwischen verschiedenen Aktionen, jedoch muß in jeder Runde eine Gebietskarte angelegt werden. Der Nachschub und Abgang an Caballeros wird durch Drehen und Wenden der entsprechenden Karten (beidseitig bedruckt 1 - 4/5 - 8) angezeigt, die auf den Spieler zeigenden Kartenwerte geben die Größe der Caballero-Versammlung am Hofe vor.
Jeder Grande muß in seiner Runde eine der fünf offenliegenden Gebietskarten auswählen und anlegen. Daß dabei immer Land an Land und Wasser an Wasser angrenzen muß, ist wohl selbstverständlich. Es kann aber durchaus vorkommen, daß so angelegte Karten auch Caballerokarten berühren. Wer will, kann in seiner Runde bis zu zwei eigene Caballerokarten an eine beliebige Seite einer Gebietskarte anlegen, oder bereits liegende Karten nach belieben drehen oder wenden. Wichtig ist es dabei, darauf zu achten, wohin die unterschiedlichen Zahlenwerte der Karte weisen und daß man die Versammlung der Caballeros am Hofe entsprechend anpaßt.
Ein Handicap der Caballerokarten ist, daß sie immer nur mit einer Seite Land berühren dürfen. Liegt durch Erweiterungen von Regionen an zwei oder mehr Seiten Land an, wandern Caballeros sofort zurück zu ihrem Besitzer. Dies ist ein wichtiges, taktisches Moment im Spiel. Was wären Wasserflächen ohne Schiffe? Wer 2 Caballeros am Hofe in die Wüste schickt, erwirbt dafür ein Schiff, das er auf die Wasserseite einer ausgelegten Caballerokarte plazieren darf.
Castillos sind zu erwerben, indem man die Hofbesatzung um einen Caballero reduziert. Dieses mächtige Gebäude ist sofort mitten auf eine ausliegende Caballerokarte zu stellen und schützt so Caballeros und Schiffe auf dieser Karte. Zwingt eine Landerweiterung solche geschützten Karten vom Plan, wandern Caballeros und Schiffe zurück zum Hof. Um den Ausbau eigener Land- und Wassergebiete zu ermöglichen, kann es taktisch erforderlich sein eine Caballerokarte vom Tisch zum Vorrat zurückzunehmen. Durch Legen von Gebietskarten mit vielen Landseiten in die so entstandene Lücke kann dann erreicht werden, daß Caballerokarten zu Mitspielern zurückwandern (grenzen wie oben gesagt, an mehr als eine Landfläche an). Unbefriedigende Plazierungen von Schiffen oder Castillos auf dem Tisch sind durch Versetzen der entsprechenden Figuren zu lösen. Jede dieser Aktionen vermindert jedoch den Hofstaat um einen Caballero.
Nach vier Spielrunden findet die erste Wertung statt. Der Spieler der in einer Region mit der Mehrheit der Caballeros vertreten ist, darf sich für jede Karte aus der diese Landflächen bestehen und jedem Goldfund in diesem Gebiet zwei Erfolgspunkte gutschreiben. Für jedes Schiff, welches auf See unterwegs ist, erhält jeder Spieler pro Plättchen, aus dem diese Meerfläche besteht, einen Punkt gutgeschrieben. Fische, die sich dort im Wasser tummeln, bringen Zusatzpunkte. Mit der zweiten Wertung nach der siebten Runde endet das Spiel. Wer jetzt die meisten Punkte auf seinem Konto vorweisen kann, hat das Spiel gewonnen. Beteiligen sich mehr als 2 Spieler an einem Spiel, erhalten auch die Zweitplazierten jeder Wertungsrunde Punkte gutgeschrieben.
Eine Regelerweiterung bringt für jeden Spieler einen Granden und fünf Alkalden in das Spiel. Mit den letzteren kann man sich eingeschlossene Regionen und somit Punkte sichern. Regionen sind dann eingeschlossen, sobald keine Caballerokarte dort angelegt werden kann. Granden, die auf einer Caballerokarte landen, schützen diese. So besetzte Karten können nicht mehr vom Plan verschwinden, drehen und wenden im weiteren Spielverlauf ist aber auch nicht mehr erlaubt.
El Caballero ist eine gelungener Adaption eines sehr guten Spieles. Das Flair des großen Bruders wurde in diesem Spiel für zwei Personen gut erhalten. Aber auch drei und vier Spieler haben mit dem völlig neuartigen EL-GRANDE-System ihr Spielvergnügen. El Caballero bietet trotz bekannter Mechanismen völlig neue taktische Möglichkeiten. Die sich stetig wandelnde Auslage im Auge behalten, auf wechselnde Gebietsmehrheiten achten, den richtigen Moment für die Anlage von Caballerokarten oder den besten Platz für entsprechende Gebietskarten zu finden, das ist die Hauptaufgabe in diesem reizvollen Spiel.
El Caballero von Richard Ulrich und Wolfgang Kramer, Grafik: Doris Matthäus, 2-4 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 90 Minuten, Hans im Glück Verlag (1998)
Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.