Spielbeschreibung

El Grande

Das Spiel des Jahres 1996

Spielkritik El Grande
El Grande-Erweiterung "König & Intrigant"
El Grande-Erweiterung "Großinquisitor & Kolonien"

Eine besonders schöne Grafik von Doris Matthäus zeigt uns Spanien im 15. Jahrhundert. Neun baskische Provinzen sind der Turnierplatz um die Macht in Spanien.

In der Schachtel finden wir außer dem Spielplan eine reichhaltige Ausstattung mit bunten Holzquadern als 5 Granden (Angehörige der obersten Klasse des span. Adels) in 5 Farben, 155 Caballeros (Ritter bzw. Edelleute) in 5 Farben, einen König, einen Rundenzähler mit Abrechnungszeilen auf dem Plan, 65 Machtkarten und für jeden Spieler eine Geheimscheibe mit Drehpfeil. 45 Aktionskarten, 9 Regionenkarten, 1 großes Holzcastillo, 2 Wertungstafeln und die Spielanleitung runden das Ganze ab.

Nach der kurzen Spielvorbereitung steht das Castillo auf den Balearen, als verdeckter Stapel liegen die Regionenkarten bereit und die oberste aufgedeckte Karte gibt an, wo sich der König befindet. Die Granden der einzelnen Spieler stehen in durch Regionenkarten bestimmten Heimatfeldern.

10 Caballeros versammeln sich bei ihren Spielführern, einer dient als Zählstein auf dem Erfolgspfad, 2 der edlen Herren unterstützen den eigenen Granden in seiner Provinz, 7 bleiben vor dem Lenker ihrer Geschicke als Hof stehen. Die übrigen Ritter treiben sich in der Provinz (Spieleschachtel etc.) herum.

Fünf verdeckte Stapel Aktionskarten (unterscheiden sich durch Zahl auf der Rückseite) warten auf ihren Einsatz, und beide Wertungstafeln liegen neben dem Spielplan. In 9 Spielrunden entscheiden sich die Geschicke der Granden. In jeder Runde sind folgende Aktionen auszuführen:

  1. Der Rundenzähler wird weitergerückt.
  2. Von allen 5 Stapeln wird je eine Aktionskarte aufgedeckt.
  3. Machtkarten werden der Reihe nach ausgespielt. Es dürfen keine gleichen Karten ausgespielt werden.
  4. Der Spielzug findet statt.

Ausgespielte Machtkarten bestimmen die Zugreihenfolge der Mitspieler und die Anzahl der Caballeros, die aus der Provinz zum Hof geholt werden können. Je höher der Wert dieser Karten, um so weniger Caballeros wandern aus der Provinz zum Hof.

Wer die höchste Karte ausgespielt hat beginnt die Runde, holt die entsprechende Anzahl edler Herren aus der Provinz, wählt eine der 5 offenliegenden Aktionskarten und führt (wenn er will) die dort angegebene Handlung aus. Zusätzlich gibt die Aktionskarte an, wieviel Caballeros maximal vom Hof auf den Spielplan wandern. Die Ritter versammeln sich nur in den rund um den König angrenzenden Regionen und in dem Castillo (werden einfach von oben eingeworfen)!

Im 5. Aktionskartenstapel findet man nur eine König­Karte, die daher jede Spielrunde neu aufgedeckt wird und die es ermöglicht, den König in eine beliebige Region wandern zu lassen. In der Provinz, in der sich der König aufhält, herrscht Frieden. Und der Monarch läßt keinerlei Veränderungen in diesem Feld zu. Versteckt man Caballeros im Castillo, muß die Anzahl laut und deutlich genannt werden.

Nach jeweils drei Spielrunden erfolgt eine Wertung. Jeder Region auf dem Spielplan sind Wertungstafeln zugeordnet (z.B. 4, 2, 0). Auf ihrer Geheimscheibe stellen die Spieler ein, in welche Region ihre Caballeros aus dem Castillo ziehen. Das Castillo wird gelüftet und Punkte an die Spitzenreiter der Besetzer verteilt (z.B. die ersten drei 5/3/1 Punkte). Danach wandern die Edelleute aus dem Castillo in die für sie vorher bestimmten Regionen.

Die Wertungsvorgabe und die Mehrheitsverhältnisse in den einzelnen Regionen bestimmen wiederum, wie weit die als Zählsteine dienenden Caballeros für die einzelnen Mitspieler rund um den Spielplan weiterziehen dürfen. Boni in Form von 2 Punkten werden für die Mehrheit im Königsfeld oder in der Heimatregion verteilt.

Nach der dritten Wertung endet das Spiel und der führende Caballero auf der Erfolgsliste kürt den Sieger.

El Grande muß man gespielt haben, um alle Möglichkeiten, die hier geboten werden, zu ergründen. Mit El Grande hat der Hans im Glück Verlag seine Tradition der anspruchsvollen Brettspiele fortgesetzt. Die vorbildliche Spielregel ermöglicht einen leichten Einstieg in ein Spiel mit besonderem Reiz.

Man steckt immer wieder in Zwickmühlen. Hohe Machtkarten geben einem die Chance auf freie Wahl der Ereigniskarten, denn manchmal kann es zweckmäßig sein, eine Karte zu wählen, nur um die darauf stehende Aktion für diese Runde zu verhindern. Auch Spieler, die sich sonst vor komplexen Spielen fürchten, dürfen sich ruhigen Gewissens an El Grande wagen. El Grande ist ein Spiel, das zu jeder Zeit alle Mitspieler fesselt und einen konstanten Spannungsaufbau bringt.

El Grande, 2 ­ 5 (am besten 4 oder 5) Spieler ab 12 Jahre. Spieldauer ca. 90 min. Autoren Wolfgang Kramer und Richard Ulrich. Verlag: Hans im Glück.

Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.


Spielkritik:

Ein edles Spiel

El Grande - "Der Große, Edle", ein solcher Spieletitel weckt hohe Erwartungen. Die "Granden", um die es in diesem Spiel geht, waren Angehörige des höchsten spanischen Adelsstandes, die seit dem Mittelalter sehr weitgehende Privilegien genossen. Entsprechend edel wird dieses Spiel vom Verlag Hans im Glück Spiele präsentiert.

Rund 160 farbige Holzklötzchen dienen als Spielsteine, die weit über 100 Karten sind wunderschön gezeichnet. Es gibt einen fast 15 cm hohen Turm aus Holz und eine halb so hohe Holzfigur, die den spanischen König darstellt. Das Spielgeschehen spielt sich auf einer sehr schönen altertümlichen Landkarte ab, die das mittelalterliche Spanien zeigt. Das Land ist in neun Regionen eingeteilt. Dort wetteifern die Granden, repräsentiert durch die Spieler, um die politische Macht.

Mindestens drei Mal werden im Spielverlauf die Machtverhältnisse festgestellt. Nacheinander wertet man die Regionen aus. Wer die meisten Gefolgsleute in einer Region hat, bekommt Punkte, und auch der Zweite und Dritte gehen meist nicht leer aus. Dabei gibt es wertvollere Provinzen und weniger wertvolle, die kaum Punkte bringen.

El Grande ist ein interessantes Spiel, das auf einer ausgewogenen Mischung aus Glück und Taktik beruht. Die einzelnen Spielmechanismen sind gut aufeinander abgestimmt. Das Spielmaterial sieht nicht nur sehr gut aus, es ist auch in den Details gut durchdacht und unterstützt so das Spielgeschehen.

Dorothea & Berthold Heß


El Grande-Erweiterung König & Intrigant
El Grande-Erweiterung Großinquisitor & Kolonien


Tilo <Kriegsfalke@web.de> 28.08.2001 23:10:

Salve!

Ich bin begeisteter Fan von "El Grande", dies aus dem Wissen heraus, dass der Glücksfaktor bei diesem Spiel annähernd 0 ist (Was man von anderen Spielen -Risiko z.B.- nicht behaupten kann), sondern einzig und allein Taktisches geschick, List und teilweise auch Menschenkenttniss zum Sieg führen.
Daher meine Kritik zu Ihrem Komentar: Wo ist da bitte eine gute Mischung aus Glück und Taktik. Der Anfang, wo der Grandenstandort, und der erste Königststandort mittels Regionenkarten ausgelost wird, ist doch die einzige Glücks-situation im Spiel. Eigentlich nochn noch nichteinmal das, da ich, je nach dem wo mein Grande steht, meine globale Spielstrategie entsprechend abstimmen kann.

Qapla... Tilo


Thorsten <toddle@toddle.de> 20.08.2002 16:52:

El Grande ist für mich, dass beste Brettspiel aller Zeiten. Mit sämtlichen Erweiterungen ist es wahnsinnig spannend und taktisch, ist es gleichzeitig unmöglich die Züge vorauszusehen, was das Spiel immer wieder neugierug und abwechslungsreich macht.
Danke für dieses tolle Spiel
Thorsten

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