Spielbeschreibung

Kahuna

Dieses Spiel gab es unter dem Titel Arabana-Ikibiti im Eigenverlag des Autoren (Bambus-Spieleverlag). Ein kleines Archipel mit 12 Eilanden breitet sich auf dem Spielplan aus. Zwei Priester starten einen Wettbewerb um herauszufinden, wer die pazifische Kahuna-Magie am besten beherrscht, und so die Oberhand über die Inselgruppe erringt. Da die Mitspieler keine Boote besitzen, müssen sie Brücken (dargestellt durch die magischen Kahuna-Stäbe) bauen, um möglichst viele dieser Eilande ihrem Einfluß zu unterwerfen. Sobald ein Teilnehmer die Mehrheit der Brückenplätze, die zu einem Atoll führen, mit eigenen Kahuna-Stäben besetzt, darf er sofort die Übergänge des Mitspielers (die dorthin führen) abreißen.

Dreimal erhalten die Spieler im Spielverlauf Punkte für die von ihnen kontrollierten Inseln. Wer nach der dritten Wertung die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel. Von den gemischten 24 Inselkarten (2 pro Eiland), erhält jeder Mitspieler drei auf die Hand. Die restlichen Karten bilden den Stock, die obersten drei davon liegen offen.

Wer an der Reihe ist, spielt beliebig viele Karten aus, darf aber immer nur eine nachziehen. Dabei fällt die Wahl oft schwer, ob eine offenliegende oder eine Karte vom Stapel das richtige ist (ein Blick auf die taktischen Möglichkeiten des Mitspielers hilft oft bei der Entscheidung). Die offen liegenden Karten sind immer wieder auf drei zu ergänzen. Wer eine Inselkarte ausspielt, darf eine seiner Brücken auf einen freien Bauplatz zwischen dieser und einer Nachbarinsel legen. Zu Eilanden, die der Mitspieler kontrolliert, kann selbstverständlich kein Brückenschlag erfolgen.

Wer die Mehrheit der Bauplätze einer Insel mit eigenen Brücken besetzt hat, markiert dieses Eiland mit einem seiner Kahuna-Steine und entfernt alle Bauwerke des Mitbewerbers. Verändern Abrißmaßnahmen Mehrheitsverhältnisse, wandern Markierungen wieder zurück zu ihren Besitzern und keiner kontrolliert dieses Eiland. Ausgespielte Kartenpaare, die zwei durch eine Brücke verbundene Inseln zeigen, erlauben es, diesen Übergang abzureißen und wenn es die Kartenhand erlaubt, den freien Bauplatz regelkonform zu schließen (solch ein Schachzug kann weitreichende Folgen nach sich ziehen).

Ist der Kartenstapel aufgebraucht, erhält der größte "Inselbesitzer" die Differenz zu den kontrollierten Eilanden des Nachbars als Pluspunkte gutgeschrieben. Die gemischten abgelegten Karten bilden einen neuen Aufnahmestapel (+ drei offenen Karten). Nach der dritten Wertung endet das Spiel, und der Mitspieler mit der höchsten Punktesammlung gewinnt. Eine Spielvariante verhindert die so beliebten überfallartigen Besitzwechsel.

Kahuna ist ein hochtaktisches Ablegespiel. Nur wer paßt, kann seine Kartenhand vergrößern (nie über 5 Handkarten) und erweitert somit die eigenen taktischen Möglichkeiten. Der Gegner hat aber dadurch "Freirunden", die gerne gesehen sind. Das Abwägen zwischen Bauvorhaben, der Kontrolle von kleinen oder großen Inseln, teueren Abbruchmaßnahmen (zwei Karten ausspielen) etc. fordert den ganzen Brückenbauer. Kleine Inseln mit wenig Bauplätzen sind schnell erobert, bieten aber weniger Anlegemöglichkeiten.

Kahuna ist ein stimmungsvolles Taktikspiel für 2 Strategen. Mal mit dem Ausspiel einer vollen Hand dem Gegenüber mehrere Inseln auf einmal zu entreißen (und sich dadurch von schlechten Karten trennen), davon träumt mancher Kahuna-Spieler. Schlimm sind die Spielrunden nach solch einem Mammutzug, denn man benötigt schon eine Weile um die Hand wieder aufzufüllen. Diesen Zeitraum nutzen Gegner oft schamlos aus. Freude über geniale Züge und Frust nach gegnerischen Kontern liegen selten so dicht zusammen wie in diesem Spiel.

Kahuna von Günter Cornett (ehemals: Arabana-Ikibiti), Grafik: Grafik Studio Krüger, Claus Stephan, 2 Spieler ab 8 Jahre, Spieldauer ca. 25 Minuten, Verlag: Kosmos (1998).

Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.


Stefan Loos <loos_stefan@web.de> 17.05.2001 14:27:

Obwohl nur für zwei Personen, ist Kahuna ein richtiges Brettspiel (ich bin ein Fan von Brettspielen, die jedoch leider meist nur für mehr als zwei Personen richtig gut sind): Mit Spielbrett, Stäbchen, Steinen und Karten. Es hat alles, was ich von einem Brettspiel erwarte, eine tolle Idee, einen gut dosierten Glücksfaktor, vielfältige taktische Möglichkeiten und ein stimmungsvolles Design. Trotz dieser Vielfalt wird man nicht erschlagen. Im Gegenteil: Die Regeln sind einfach, das Spiel ist übersichtlicht und braucht nur wenig Platz (auch zwei Weingläser oder eine Schachtel Pralinen hat daneben noch Platz auf dem Tisch), die Spieldauer ist angenehm kurz und es bleibt immer noch Zeit für eine zweite Runde.

Das Spiel ist in allem herrlich luftig ohne oberflächlich zu sein. Und jedesmal, wenn ich die Schachtel aufmache, weht mir eine warme Südseebrise entgegen...


Topolino <topolino60@hotmail.com> 11.07.2001 14:48:

Kahuna ist ein sehr kurzweiliges, schnell erlernbares Taktik- bzw. Legespiel. Die Kettenreaktion, die man mit einzelnen Spielzügen auslösen kann, machen das Spiel so interessant. Und ein Spielstand von 5:4 schlägt schnell in 2:6 um. (Ein ausführliches Beispiel wird in der Spielanleitung erklärt) Es gibt ein ständiges hin und her, und es kommt nie Langeweile auf. Sollte der Mitspieler für einen Zug länger brauchen, hat man diese Pause oft auch wirklich nötig, um seine eigene Spielstrategie neu anzupassen.

Aufgrund der einfachen und gut erklärten Spielregeln (die man sich auch leicht merkt), ist Kahuna ein Spiel das sofort und mit jedermann gespielt werden kann. Kahuna ist ein Spiel, dessen „Magie“ während des Spieles zu wirken beginnt und nicht mehr loslässt. Und eh man sich versieht, sind mehrere Partien gespielt und man hat die Zeit ganz übersehen.

Den Vorteil erfahrener Spieler kann man ausgleichen, indem man dem Mitspieler eine paar Kahuna-Stäbchen als Vorgabe gibt. Diese können vom jeweiligen Mitspieler vor Spielbeginn auf den Spielplan gelegt werden.

Eine etwas „taktischere und ruhigere“, meiner Meinung nach aber interessantere Variante ist in den Spielregeln auch gleich erklärt.
Hier dürfen Stäbchen nur an Inseln angelegt werden, die noch nicht vom Gegner besetzt worden sind.
Werden Stäbchen entfernt, kann man (wenn es sich wie beschrieben um unbesetzte Inseln handelt) das entfernte durch ein eigenes Stäbchen ersetzen, ohne eine Karte spielen zu müssen.
Dies gilt auch dann, wenn durch das Entfernen des Stäbchens die Insel gerade erste „frei“ geworden ist. (Wurde bei uns so vereinbart)

Als weitere Variante haben wir das Spiel ohne offene Inselkarten gespielt.
Damit wird der Glücksfaktor im Spiel zwar angehoben, man weiß aber nie, welche Karten der Mitspieler auf der Hand hat.
In dieser Variante ist es vorteilhaft den Nachziehstapel gegen Ende einer Runde aufzufächern. Man verliert so nicht die Übersicht, wann die nächste Zwischenwertung durchgeführt wird.

Nachzulesen auch unter:
http://www.geocities.com/topolino60

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