Spielbeschreibung
Ein Jahr später als vorgesehen (die
Testrunden dauerten länger als geplant), wurden Die
Macher 1986 auf den Spielertagen in Essen
präsentiert. Lange Jahre war dieses zynische Spiel über
Wahlen in Deutschland leider vergriffen. Der Hans im
Glück Verlag hat sich in Zusammenarbeit mit den Moskito
Spielen dieses Klassikers wieder angenommen.
Die Überarbeitung, insbesondere der Regeln, hat dem hochkarätigem, außerordentlich komplexen Spiel sehr gut getan. Der Spielablauf ist gegenüber dem Original deutlich gestrafft worden. Die Spielausstattung kann sich sehen lassen. Bis zu jetzt 5 Parteien (Die PDS kam, der politischen Landschaft angepaßt, hinzu) streiten um die Macht, das heißt das beste Wahlergebnis in den Bundesländern und somit um die meisten Siegpunkte am Spielende.
Bei 17 Seiten Spielregel, ergänzt durch Spieltips etc., können wir auf einzelne Punkte des Spielablaufes nicht näher eingehen. Daher hier im kurzen Anschnitt die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Macht.
16 Bundesländer liegen bereit, von denen nur 7 Länder in das Spiel eingreifen. Daher hat nicht immer jede Partei die gleichen Voraussetzungen. Auf vier von 16 Länderkarten beginnt der steinige Weg durch Wahlen und Wahlkämpfe. Im ersten ausgelegten Land steht die Wahl an, in den restlichen drei wird fleißig die Wahltrommel gerührt.
Jedes Land hat unterschiedliche Einstellungen zu den verschiedensten Problemen. Nur im aktuellen Wahlland sind alle 4 Meinungen bekannt, die der folgenden Länder bergen noch manche Überraschung. Je näher die Wahltermine rücken, um so mehr Informationen über die Stimmung im Land liegen vor. In der Spielphase Programm-Kommission heißt es daher, seine Handkarten entsprechend anzupassen.
Verdeckt wandern die Mitglieder des Schattenkabinetts in die Länder. Die nach dem Aufdecken zu bezahlen sind und anschließend Aktionen wie Stimmenfang, Meinungsänderung etc. durchführen. Die Programmkarten der einzelnen Teilnehmer entscheiden als nächstes über mehr oder weniger "freiwillige" Koalitionen, da alleine wohl keine Landtagswahl zu gewinnen ist. Wie immer entscheiden die Medien über die letzten wichtigen Prozentpunkte. Auch hier bestimmt das Geld über die Kontrolle von "Volkes-Meinung".
Wer nach den kostenintensiven Aktionen noch Finanzen locker machen kann, hält wohlmöglich Wahlveranstaltungen ab. Bevor sich diese in Stimmen umschlagen, können noch Umfragen ersteigert werden, die maßgeblich für den Trend sind. Dieser schlägt bei der Berechnung der Stimmenanteile zu buche. So versucht jeder, den Trend seiner Partei zu stärken und den der anderen Parteien zu schwächen. Denn die erreichte Stimmenzahl ermittelt sich durch Anzahl der Wahlveranstaltungen x (Trend + Übereinstimmung von Parteiprogramm und Ländermeinung). Die Abrechnung für das aktuelle Wahlland entscheidet, welche Partei oder Koalition den Wahlsieg davonträgt.
Die aus den Stimmen ermittelten Mandate sind
direkte Siegpunkte für die Endabrechnung. Ein weiterer
Vorteil für den oder die Sieger ist, falls gewünscht,
das Setzen eines Mediensteines nach Bonn und das Ändern
der Bundes- durch die Landesmeinung.
Am Ende jeder Spielrunde entscheiden die erreichten Stimmenanteile über die neuen Geldmittel. Wem die Finanzen knapp werden, der zapft gerne Spendenquellen an. Das kann sehr riskant sein und mühsam erarbeitete Übereinstimmungen durch die Parteibasis kippen. Das Wahlland verschwindet, ein neues wird angelegt und die Kolonne zieht weiter zum bisher zweiten Land.
Sind auf diese Weise 7 Wahlen über die Bühne gegangen, folgt die Schlußabrechnung. Für die Bundeswahl sind die nach Bonn gebrachten Mediensteine, die Mandate aus den Länderwahlen, die Stärke der Parteibasis und ein zur Bundesmeinung passendes Parteiprogramm maßgeblich.
Die Macher ist ein hochkarätiges, komplexes Spiel. Niemand sollte sich davon abhalten lassen, es einmal zu versuchen. Wer das Regelstudium geschafft hat, und in der Einstiegspartie eine Ahnung von den Möglichkeiten dieses reizvollen und bis zum Schluß spannenden Spieles erfahren konnte, hat bestimmt schon die ersten Erfolgskonzepte für die nächsten Partien im Hinterkopf. Jede Partie stellt durch immer neue Länderfolge und Auswahl andere Anforderungen an die Taktik. Der Einsatz des wie immer knappen Geldes ist sorgsam für das Schattenkabinett, die Medien, Wahlveranstaltungen und Umfragen zu planen. Ein Hoch den beiden Verlagen, die sich dieses Spitzenspieles trotz seiner Komplexität wieder angenommen haben. Die Macher werden bestimmt auch nach der nächsten Bundestagswahl gerne aus dem Regal geholt!
Die Macher, 3 5
Spieler ab 14 Jahre. Autor K.-H. Schmiel. Spieldauer ca.
4 Std. und mehr. Verlag: Hans im Glück.
Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.