Spielbeschreibung
Reduziert auf neun Großstädte
liegt das uns bekannte Weltbild auf dem Tisch. Jeder startet mit
seinem Privatflugzeug von seiner Heimatstadt (die direkt vor ihm
liegt), die auch seine Hausbank beherbergt. 6 Hotels (von 18), 5
Fabriken und 15 Millionen sind das Startkapital für jede Runde.
Flugtickets sortiert nach Charter- und Linienflügen bilden zwei
Stapel, wobei von ersterem immer 6 Karten und vom zweiten immer 2
Karten offen liegen.
Wer an der Reihe ist, kann eine von drei Aktionen ausführen. Bargeldlose oder Bauunwillige fliegen kostenlos nach Hause und können dort einen Kredit aufnehmen. Dabei haben sie die Wahl zwischen 16 Millionen mit einer Tilgung von 20, oder 10 Millionen mit einer Rückzahlung von 12 Millionen. Die entsprechende Police legen sie vor sich ab.
Bauwillige dürfen zu Beginn ihres Zuges fliegen. Dazu spielen sie die entsprechenden Tickets aus (von der Heimatstadt sind nur Linienflüge erlaubt) und segeln mit ihrem Flieger von Stadt zu Stadt, durch die Weltgeschichte. Linienflüge sind teurer, dafür aber flexibler im Gebrauch, da auf kurzen Strecken auch Zielorte frei gewählt werden können. Zu diesem Zweck zeigen die Karten Kästchen, deren Anzahl entsprechend man waagrecht oder senkrecht (mit einem Knick) zu Städten weiterreisen kann.
Jede Stadt zeigt nur zwei Landeplätze, einen der das Bauen teuer macht und einen der für diese Vorhaben günstiger ist. Steht ein Aeroplan in einer Weltstadt ist das Bauen erlaubt. Für ein Hotel ist die Summe zu zahlen, die der Landeplatz vorgibt, eine Fabrik verschlingt Baukosten in Höhe der aufgedruckten Zahl auf den einzigen beiden dafür vorgesehen Bauplätzen.
Jedes neue Hotel verlängert die Kette, die auf den U-förmig angeordneten Bauplätzen entsteht. Sobald solch eine Herberge auf einem roten Feld landet, steht für das erste Gebäude in dieser Kette eine Renovierung an. Wie dabei üblich, schließt diese Herberge und wandert in die Spielfeldmitte. Landet der Eigentümer dieser stillgelegten Immobilie in dieser Stadt, darf er kostenlos das Gebäude an das Ende der Häuserschlange stellen und beendet damit seinen Zug. Wandert das letzte von den sechs Hotels eines Mitspielers auf den Spielplan, läutet dieser Zug die letzte Runde ein (jeder muß gleich oft an der Reihe gewesen sein).
Händereibend kassieren nun die Tycoons. Die weltweite Verbreitung ihrer Hotelketten bringt, je nachdem in wieviel Städten sie vertreten sind, zwischen 2 bis 40 Millionen Gewinn. Jetzt sind der Reihe nach die einzelnen Städte dran. Die beiden Zahlen auf dem Feld vor der Hotelkette geben die Summen vor, die an die Spieler auszuzahlen sind, die in dieser City mit ihren Herbergen am meisten und zweitmeisten vertreten sind. Je länger die Ketten, um so größer sind die Verdienstmöglichkeiten. Wobei "ausgebaute" Städte wieder weniger einbringen. Fabrikbesitzer werden dabei wie der zweite Platz der Hotelmajorität behandelt.
Nach dem Zahltag sind die Kreditnehmer gefordert. Sie müssen die Policen auslösen oder verlängern diese einmal. Verlängerte, herumgedrehte Kredite sind dann in der nächsten Runde mit 16, bzw. 30 Millionen zu bedienen. Die neue Runde beginnt wieder mit weiteren 6 Hotels. Sobald in der dritten Phase das 18. errichtete Hotel die letzte Runde einläutet, ist das Spiel beendet. Alle Mitspieler zahlen ihre Kredite zurück, der Tycoon mit dem größten Vermögen gewinnt das Spiel.
Tycoon ist, nach langer Pause, endlich wieder mal ein Handelsspiel mit viel Interaktion und Spielspaß. Jeder Mitspieler muß immer seine Hotelmajoritäten in den einzelnen Ansiedlungen im Auge haben, dabei aber darauf achten in möglichst vielen Städten vertreten zu sein. Der Bau von Fabriken lohnt sich nur in solchen Lagen, die eine große Hotelansammlung bieten. Dazu erlaubt Tycoon einiges an Gemeinheiten, um den Mitbewerbern das Leben möglichst schwer zu machen. Aber wie sooft im Leben gewinnt nur der, der sein Kapital am effektivsten einsetzt, und Rivalen durch geschickte (Bau)Maßnahmen im Zaum hält.
Tycoon von Wolfgang Kramer und Horst-Rainer Rösner, 2 - 4 Spieler ab 10 Jahre, Spieldauer ca. 60 Minuten, Jumbo (1998).
Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.