Spielbeschreibung

Union Pacific

Union Pacific CoverMit Union Pacific liegt jetzt die Überarbeitung des Klassikers Airlines (herausgegeben von Abacus, das Original war bekannt unter dem Titel "Nine Railroads"!) vor, also im schönsten Neudeutsch: "Back to the roots". Der Schauplatz des Geschehens hat sich vom Himmel auf die stählernen Schlagadern des Wirtschaftsgeschehens verlagert. Immer noch erwerben die Spieler Aktien und bauen Strecken für die Bahnen ihrer Lieblingsgesellschaften. Aktionäre kassieren Dividenden, deren Höhe abhängig von der Summe der gebauten Strecken der Gesellschaften sind. Der reichste Aktionär hat am Ende das Spiel gewonnen. Dies die Kurzfassung des sehr reizvollen Wirtschaftsspieles.

In vier verschiedene Bereiche gliedert sich das Schienennetz der Vereinigten Staaten auf. Nur eine Eisenbahngesellschaft (El Paso & Rio Grande) engagiert sich im gesamten Netz. Alle anderen neun Gesellschaften sind nur für bestimmte Bereiche zugelassen. Maximal vier Eisenbahngesellschaften können eine Schienenverbindung zwischen zwei Städten gleichzeitig benutzen. Wieviel Nutzungen jede einzelne Strecke zuläßt, ist an der Zahl der Lokomotivfelder auf jeder Stadtverbindung abzulesen.

Die Heimatorte der einzelnen Eisenbahngesellschaften sind auf dem Spielplan farbig markiert, dies sind ihre Startplätze, von denen aus Amerika erobert werden soll. Zu Spielbeginn hat jeder 3 von 40 gemischten Schienenkarten auf der Hand, ist mit 4 Aktienkarten ausgestattet und alle Mitspieler konnten schon durch gleichzeitiges Ausspielen ihrer 5. Aktie in eine bestimmte Gesellschaft investieren.

Wer an der Reihe ist, zieht zuerst eine Schienenkarte und muß sich anschließend zwischen zwei Aktionen entscheiden. Entweder legt er durch das Ausspielen einer Schienenkarte fest, in welchem Bereich er das Wegenetz einer Eisenbahngesellschaft ausbauen will (wertvoll sind hier Karten die für alle Bereiche genutzt werden können). Anschließend nimmt er eine Lokomotive in der Farbe seiner Wahl aus dem Vorrat und stellt diese auf ein freies Spielfeld des ausgewählten Bereiches. Deren Farbe bestimmt die Eisenbahngesellschaft, die hier aktiv geworden ist. Selbstverständlich muß die gewählte Gesellschaft auf der betreffenden Strecke zugelassen und diese mit dem Heimatbahnhof verbunden sein. Es ist nicht möglich, mehrere Lokomotiven einer Farbe auf einer Schienenverbindung einzusetzen.

Die Auswahl der richtigen Aktie nach der Bautätigkeit kann eine spielentscheidende Handlung sein. Dafür stehen 4 offenliegende oder der Aktienstock zur Verfügung. Wer einen sicheren Grundstock für sein Kapital aufbauen möchte, wählt eine Aktie vom Union-Pacific-Stapel. Ein Bauunwilliger kann investieren. Dafür legt er Aktien offen vor sich ab. Dies können mehrere Aktien einer Eisenbahngesellschaft, oder genau je eine Aktie von zwei Gesellschaften sein. Ausgespielte Aktien sind nach Gesellschaften zu sortieren.

Union Pacific MaterialWer nicht gebaut hat, legt am Ende seines Zuges eine seiner vier Schienenkarten auf den Ablagestapel. Im Aktienstapel sind vier Prämienkarten nach bestimmten Vorgaben eingemischt. Sobald eine davon auftaucht, schütten die Gesellschaften Dividenden aus. Die Länge des Schienennetzes der einzelnen Gesellschaften bestimmt die Höhen der Prämien. Diese erhalten jedoch nur die beiden Mehrheitsaktionäre einer Eisenbahngesellschaft. Wobei der Spieler mit den meisten Aktien den vollen Betrag ausgezahlt bekommt und der Spieler an der zweiten Stelle sich mit der halben Summe begnügen muß.

Sehr lukrativ ist es, als einziger Aktien einer bestimmten Eisenbahngesellschaft zu besitzen, solche Monopolisten erhalten im Falle einer Wertung die Prämien für den 1. und den 2. Platz ausgezahlt. Eine sichere Bank kann der Erwerb der Aktien der Union Pacific sein, von der man zu Spielbeginn schon einen Anteil erhalten hat. Diese Gesellschaft besitzt zwar keine Lokomotiven, aber die 5 Mehrheitsaktionäre erhalten ab der zweiten Wertung bis zu 20 Millionen Dollar steigend, pro Wertungsrunde immer mehr ausgezahlt. Nach der 4. Prämienausschüttung endet das Spiel und wer jetzt das meiste Geld besitzt, hat das Spiel gewonnen.

Union Pacific ist ein hochtaktisches Wirtschaftsspiel, gerade die Verbindung von Streckenausbau und dem davon abhängigen Sammeln der Aktien macht den besonderen Spielreiz aus. Wer keinerlei Risikobereitschaft bei der Eroberung Amerikas zeigt und wem nicht das notwendige Quentchen Glück zur Seite steht, dem wird wohl Einfluß und Reichtum ein Fremdwort bleiben. Gar zu erfolgreiche Eisenbahnbarone merken schnell, was für abgefeimte Aktionäre am Tisch Platz gefunden haben und mit welchen Tricks diese sie vom hohen Roß holen. Union Pacific hat gegenüber seinem Vorläufer, was den Spielfluß betrifft, deutlich Punkte gutgemacht, insbesondere gefällt mir, daß "plumpe" Sabotageakte nicht mehr möglich sind.

Union Pacific von Alan R. Moon, 2-6 Spieler ab 12 Jahre. Spieldauer ca. 90 Minuten, Amigo (1999), Preis ca. 50 DM.

Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.

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