Spielbesprechung
"Hunderte von Jahren sind vergangen, seit Ali
Baba das Geheimnis der Räuberhöhle lüftete und
fortan mit seiner Familie in Reichtum leben konnte. Aber in
all diesen Jahren gelang es weder ihm noch seinen Nachkommen,
die rätselhafte Schatulle zu öffnen, die jetzt vor
euch liegt. Zu schwierig war es, die 9 Schlösser zu
entriegeln, mit denen die Schatulle fest verschlossen ist.
Welch prächtige Schätze mag sie wohl
verbergen?
Vielleicht schafft ihr es ja, mit Hilfe des
Flaschengeistes ihr Rätsel zu
lösen!"
So spannend präsentiert sich die Geschichte zu der vorliegenden "Schatzschatulle" von Ali Baba. Und wer würde nicht gerne das Geheimnis um diese Schatulle lüften?
Spielmaterial:
Das Spiel besteht aus einer Schatzschatulle, die durch die
Spielschachtel dargestellt wird, in der eine Abdeckung mit 9
"Drehscheiben"-Schlössern angebracht ist.
Außerdem gibt es eine Spielanleitung, 18
Flaschengeistkarten (mit jeweils 9 verschiedenen Symbolen),
die die Kombination zum Öffnen der Schatulle angeben,
sowie 29 Schatzkarten (mit Werten von 1 bis 5) und 7
Schlangenkarten.
Ziel des Spieles:
Die 9 Drehschlösser der Schatzschatulle müssen
laut Kombination der Flaschengeistkarte richtig eingestellt
werden. Wer das schafft, darf die Schatulle öffnen, und
sich an den Schätzen bedienen.
Aber Achtung !!! Wer eine Schlange erwischt, verliert alle
soeben gefundenen Schätze ...
Spielablauf:
Die Schatz- und Schlangenkarten werden verdeckt, zu
jeweils 4 Stück in die 9 Fächer unter der Abdeckung
verteilt und die Schatulle geschlossen.
Dann werden die Flaschengeistkarten gemischt und in das
vorgesehene Fach gelegt.
Der jüngste Spieler beginnt. Er nimmt eine
Flaschengeistkarte, und legt diese offen, an den in der
"Schatzschatulle" vorgesehenen Platz. Diese zeigt die
gültige Kombination, mit der die Abdeckung geöffnet
werden kann.
Nun muss der Spieler versuchen, ein beliebiges der 9
Schlösser auf die richtige Position zu drehen. Dazu darf
er das Schloss 1, 2 oder 3 Motive nach rechts oder
links drehen. Gelingt es ihm, das richtige Symbol zu finden,
ist er nochmals dran. Gelingt es ihm nicht, darf der
nächste Spieler sein Glück versuchen.
Wem es aber gelingt, das letzte Schloss auf das richtige
Motiv zu drehen, der darf die Abdeckung öffnen und sich
am Schatz bedienen.
Aber Vorsicht !!!
In der Schatzschatulle verstecken sich unter den 29
Schätzen auch 7 giftige Schlangen.
Wird als erste Karte ein Schatz gezogen, ist der Spieler
solange weiter am Zug, bis er entweder alle bisher gezogenen
Schätze durch das Schließen der Schatulle sichert,
oder er eine Schlange zieht, und somit alle in dieser Runde
gezogenen Schätze wieder verliert.
Wird als erste Karte eine Schlange gezogen, so hat man
noch Glück im Unglück. Der Zug des Spielers endet
zwar sofort, aber er darf noch zuvor einem beliebigen
Mitspieler einen Schatz stehlen.
Spielende:
Das Spiel endet, wenn entweder alle Flaschengeistkarten
verbraucht, oder alle 7 Schlangenkarten aufgedeckt wurden.
Wer dann die wertvollsten Schätze sein eigen nennen
kann, gewinnt das Spiel.
Fazit:
Ali Baba ist ein Spiel, das optisch sehr gut aufbereitet
ist. Die Grafiken passen zum Thema, und lassen nicht nur die
Kinderaugen strahlen. Man fühlt sich als "Schatzsucher"
in den Orient versetzt, und ist auch dementsprechend
motiviert.
Die Spielanleitung ist kurz gehalten und gut aufgebaut. Da
sich das Spiel aber so gut wie selbst erklärt, wird
diese sicher nur für das erste Spiel benötigt
werden.
Neben dem "Memory-Effekt" beim Einstellen der
Drehschlösser ("war rechts neben dem Teppich das Kamel
oder der Säbel?"), wird den Kindern beim "Plündern"
der Schatzschatulle das Umgehen mit "Risiko" vermittelt.
Versuche ich noch einen Schatz zu ziehen, oder gehe ich
lieber auf "Nummer sicher", gilt es abzuwägen.
"Wer den Hals nicht voll genug bekommen kann", muss auch
die Konsequenzen auf sich nehmen.
Positiv hervorheben möchte ich, das fast das ganze
Spiel in der Schachtel abläuft, und der Platzbedarf eher
gering ist. Nur die gehobenen Schätze, und die
verbrauchten Flaschengeistkarten werden außerhalb der
Schachtel abgelegt. Somit eignet sich das Spiel auch sehr gut
für unterwegs.
Bei den ersten paar Spielen kann es vorkommen, das man den
Kindern beim Drehen der Schlösser helfen muss.
Danach sind die Drehscheiben "eingelaufen", und lassen
sich problemlos drehen. Hier wäre es hilfreich gewesen,
wenn die Drehknöpfe eine aufgeraute Fläche
hätten.
Die Altersangabe des Spieles kann man meiner Meinung nach
ruhig auf 6 Jahre (eventuell sogar auf 5 Jahre) nach unten
korrigieren. Die meisten Spiele habe ich nämlich mit
meiner 6-jährigen Tochter gespielt, und es hat keinerlei
Probleme gegeben. Im Gegenteil, meine Tochter ist von "Ali
Baba" begeistert, und wenn nur irgendwie möglich, werde
ich und "Oma" zu einem Spiel aufgefordert.
Und somit ist das Spiel momentan von unserem Spieltisch
nicht mehr wegzudenken ...
Ali Baba von Gunter Baars, 2-4 Spieler ab 7 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten, Ravensburger (2002), ca. 24 €
Kurt Györög, 06.02.02
Vielen Dank an RAVENSBURGER für die Bereitstellung eines
Rezensionsexemplars!
Helmut Lehr <hglehr@gmx.de> 03.03.2002 10:12:
Wir haben Ali Baba gestern gespielt, allerdings in einer Erwachsenen-Runde, und waren der Meinung, dass es ein schönes neues Familienspiel ist, das Kinder bestimmt mit viel Spaß am Entdecken der Kombination und Herausnehmen der Schätze spielen werden. Hier ist zwar nicht das Rad neu entdeckt worden, aber bekannte Elemente sind zu einem interessanten neuen Spiel zusammengestellt worden!