Spielbesprechung
"Aufregung im Drachenland! Die in den zahlreichen Vulkanen
versteckten Schätze sind in Gefahr. Die Drachen bitten
die Zwerge, Elfen, Menschen und Zauberer um Hilfe. Da die
Zeit drängt - die Vulkane stehen kurz vor dem Ausbruch -
machen sich die Gruppen sofort auf den Weg. Jeder möchte
erfolgreicher sein als der andere. So entwickelt sich ein
spannender Wettstreit, in den auch immer wieder die
geheimnisvolle Macht des Schicksalsturm eingreift, wodurch
die einzelnen Helfer manchmal auch zu spät am
gewünschten Ort sind."
Das Thema erinnert ein wenig an das Spiel "Der Kleine Hobbit", in dem Bilbo Beutlin mit den Zwergen auszieht, um Smaug im "Einsamen Berg" seine Schätze zu stehlen. Ansonsten haben die Spiele sehr wenig gemeinsam. Deshalb stürzen wir uns gleich ins Abenteuer ...
Spielmaterial:
Es gibt einen Spielplan, auf dem eine Vulkanlandschaft
dargestellt ist, 1 Spielanleitung, 12 Spielfiguren in drei
Farben, 12 weiße Zauberringe, 2 Würfel und einen
"Schicksalsturm".
(Dieser Turm soll verhindern, das beim Würfeln
geschummelt werden kann. Die Würfel werden nämlich
oben in den Turm geworfen. Diese fallen dann über zwei
"Treppen" nach unten und dort in eine "Auffangschale")
Als Schätze gibt es 18 Dracheneier, 57 Edelsteine (in
rot, blau und grün) sowie 28 Schatzplättchen zu
retten.
Spielablauf:
Die Schatzplättchen werden gemischt, und verdeckt mit
den Dracheneiern und Edelsteinen auf den Vulkanen am
Spielplan verteilt.
Jeder Spieler erhält 3 gleichförmige
Spielfiguren in den Farben Rot, Blau und Grün.
Zusätzlich 3 Plättchen mit den Sonderfunktionen
"Bootsmann" (man darf die Spielfigur einen Fluss entlang
ziehen), "Kleiner Drache" (man darf einen passenden Drachen
rufen oder mit ihm fliegen) und "Neu Würfeln" (einen
Würfelwurf für ungültig erklären und
wiederholen). Außerdem ein Sichtschirm, mit dem man
seine geretteten Dracheneier und Edelsteine vor den
neugierigen Augen der Mitspieler verstecken kann.
Der älteste Spieler beginnt. Ein Spielzug beginnt mit
der...
Bewegung:
Die Würfel werden in den Turm geworfen, und jeder
Würfelwert einer der drei Figuren zugeordnet. Somit
kommen pro Spielzug immer 2 der 3 Figur zum Zug. Die Figur
kann jetzt bis um die gewürfelte Augenzahl weiterbewegt
werden. Überschüssige Punkte können
verfallen.
Landet man auf einem Vulkan mit verdecktem
Schatzplättchen, muss man dieses sofort aufdecken, und
der Zug dieser Figur endet hier. Handelt es sich einen Vulkan
mit offengelegtem oder ohne Plättchen, könnte man
auch weiterziehen, und den Vulkan wie ein normales Feld
ansehen.
Am Vulkan hat man jetzt die Möglichkeit einen...
Schatz aufzunehmen:
Entweder alle Edelsteine derselben Farbe, wie die
Spielfigur oder
einen transparenten Edelsteinoder
ein Drachenei.
Mit dem Drachenei erhält man auch das auf dem Vulkan
liegende Schatzplättchen. (Handelt es sich um einen
Königsdrachen oder um eine Ringplättchen, so
bleiben diese auf dem Vulkan liegen)
Edelsteine und Dracheneier werden hinter, Schatzplättchen offen vor dem Sichtschirm gelegt. Es gibt folgende Schatzplättchen, mit denen Sonderfunktionen verbunden sind:
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"Bootsmann" - mit der Spielfigur einen Fluss oder
Wasserfall benutzen ...
![]()
"Schnelle Schritte" - bis zu 3 Schritte können zum
Würfelwurf dazugezählt werden ...
"Königsdrache" - eine Spielfigur kann auf
einen beliebigen anderen Vulkan fliegen, wenn der Drache auf
dem gleichen Vulkan ist, die gleiche Farbe hat und eine
gewürfelte 4 dafür eingesetzt wird ... Ist ein Königsdrache aufgedeckt, kann er mit einer
gewürfelten 4 auf irgendeinen Vulkan versetzt werden ...
![]()
"Kleiner Drache" - wie eine gewürfelte 4 kann er dazu
benutzt werden, einen Königsdrachen zu rufen bzw. um mit
ihm zu fliegen ...
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"Magische Hand" - anstatt einen, darf ein Spieler mit
seiner Figur zwei Schätze auf einem Vulkan aufnehmen
...
"Ring" - wenn sich die Spielfigur auf einem Vulkan mit
Ringplättchen befindet, kann man, anstatt einen Schatz
aufzunehmen, die Spielfigur mit einem Zauberring ausstatten
...
Dies ist insofern wichtig, da bei Spielende nur jene
Edelsteine zur Endwertung herangezogen werden, bei denen die
farbig zugehörige Spielfigur einen Zauberring
trägt. Ansonsten sind die Edelsteine verloren.
Spielende:
Das Spiel endet sofort, wenn das letzte Drachenei
aufgenommen wurde.
Jetzt werden die Punkte ermittelt:
Für jeweils ein Drachenei und einem roten, blauen und
gründen Edelstein erhält man 10 Punkte. (Fehlende
Edelsteine können durch transparente ersetzt werden)
Einzelne Dracheneier und Edelsteine bringen dann noch
jeweils einen zusätzlichen Punkt.
Wer jetzt die meisten Punkte vorweisen kann, gewinnt.
Fazit:
Drachenland ist ein Spiel, das gut in die Serie der Spiele
um den "Herr der Ringe" passt.
Spielplan und Plättchen sind grafisch sehr schön
aufbereitet, und in Kombination mit den "glitzernden"
Edelsteinen werden die Kinder natürlich sehr
angesprochen.
Das Spiel lässt sich gut zu zweit spielen, wobei dann
die Sichtschirme meiner Meinung nach eher
überflüssig werden. Man kann sich ganz gut
ausrechnen welche Steine hinter dem Sichtschirm des
Mitspielers liegen.
Bei drei und mehr Spielern ist es dann schon
interessanter, wenn man nicht weiß welche Edelsteine
die Mitspieler schon gesammelt haben.
Das Spiel eignet sich sehr gut für Kinder. Alleine
der optische Anreiz der "funkelnden" Edelsteine und das
"Drachenthema" regen das Interesse der Kinder, und laden
immer wieder zu einem neuen Spiel ein.
Hier könnte meiner Meinung nach die Altersangabe auf
6 Jahre nach unten korrigiert werden.
Einige meiner Spiele habe ich mit meiner 6-jährigen
Tochter gespielt. Diese hat das Prinzip sofort aufgenommen,
und durchschaut, das es manchmal wichtiger ist auf einen
Schatz zu verzichten, und statt dessen sich den Zauberring zu
"angeln". Auch das Einsetzen der Sonderfunktionen der
Schatzplättchen stellte kein Problem dar.
Obwohl das Spiel eher als Kinderspiel einzustufen ist,
dürften aber auch "größere" Kinder ihre
Freude damit haben. Mit dem Einsatz von "fliegenden
Königsdrachen" und "Bootsmännern" können
einige Gemeinheiten aus- und Taktiken durchgeführt
werden. Wobei natürlich der Glücksfaktor nicht ganz
zu unterschätzen ist.
In meinen Spielrunden (mit Kindern und
"Größeren") wird "Drachenland" sicher noch oft auf
den Tisch kommen ...
Nun noch zum "Schicksalsturm". Dieser ist zwar ein
schöner Blickfang, und von der Idee her ganz nett - aber
notwendig !?
Außerdem: Richtige Spieler schummeln doch nicht,
oder ?!!! :-) Und bei vier Spielern gibt man 2 Würfel
leichter weiter, als den ganzen Turm ...
Interessanter ist da schon die Geschichte zum Turm, die in der Spielanleitung nachzulesen ist. Der Würfelturm wurde von den Römern erfunden. Ein einzigartiges Exemplar, sehr wahrscheinlich zwischen
367 - 369 hergestellt, wurde vor ca. 17 Jahren in der
Nähe von Vettweiß/Froitzheim im Kreis Düren
gefunden und befindet sich heute im Rheinischen Landesmuseum
Bonn.
Drachenland von Reiner Knizia, Grafik: David Wyatt, 2-4 Spieler ab 9 Jahren, Spieldauer ca. 45 Minuten, Ravensburger (2002), ca. 27 €
Kurt Györög, 05.02.02
Vielen Dank an RAVENSBURGER für die Bereitstellung eines
Rezensionsexemplars!