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Spielbesprechung

Formula Dé

Im Formel 1-Fieber!


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Grünes Licht! Die Motoren heulen auf, der 1. Gang wird eingelegt und mit einem beherzten Würfelwurf und quietschenden Reifen setzen sich die Rennwagen in Bewegung. Schumi, gib’ Gummi!

Jeder Spieler steuert je nach Teilnehmerzahl einen oder zwei Rennwagen, die über sechs Gänge sowie eine gewisse Anzahl von Verschleißpunkten für Reifen, Bremsen, Benzinverbrauch, Motor, Karosserie und Straßenlage verfügen. Die Fortbewegung wird durch sechs verschiedene Würfel ermittelt, welche die sechs Gänge simulieren.
 

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Spielmaterial

Vor dem Rennen legt jeder Spieler auf einem Armaturenblatt die eigene, individuelle Konstruktion seines Rennwagens fest. Während des Rennens kennzeichnet er dann auf diesem Blatt jeweils den eingelegten Gang und verwaltet die entstandenen Schäden sowie den Verschleiß an seinem Wagen. Die Rennwagen werden im Laufe des Rennens nämlich durch verschiedene Ereignisse und Begebenheiten auf der Rennstrecke mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen und büßen dadurch Verschleißpunkte ein.

  • Fährt ein Wagen zu schnell auf eine Kurve zu, muss der Spieler zwangsläufig gewaltsam zwei oder mehr Gänge zurück schalten. Das kostet ihn einen Verschleißpunkt Benzinverbrauch und eventuell noch einen Bremspunkt und Motorpunkt.
  • Kommt ein Wagen nicht in der Kurve zu stehen – je nach Schwierigkeit sind nämlich in einer solchen ein bis drei Stopps vorgeschrieben - und fährt somit über die Kurve hinaus, kostet das Reifenpunkte. Möchte der Spieler das vermeiden, oder ist die Fahrbahn durch gegnerische Wagen blockiert, so muss er bremsen, was ihn Bremspunkte kostet.
  • Wird der Motor im 5. und 6. Gang zu sehr beansprucht, kann das unter Umständen einen Motorpunkt kosten.
  • Fährt ein Wagen über ein "gefährliches" Feld, kann ihn das eventuell einen Straßenlagepunkt kosten.
  • Kommen sich zwei oder mehr Rennwagen zu nahe, kann das zu einer Kollision führen und es droht der Verlust eines Karosseriepunktes.

Sind alle Verschleißpunkte eines Bereichs aufgebraucht, droht das Ausscheiden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, früh genug einen Boxenstopp einzulegen und mehrere dieser Verschleißpunkte zu reparieren.

Weitere Extras sind das Windschattenfahren, Blitzstart/Fehlstart, die Witterungsbedingungen (Sonne/Regen/wechselhaft) sowie die verschiedenen Reifentypen (harte Reifen/weiche Reifen/Regenreifen).

Am Ende des Rennens wird jener Spieler der Gewinner sein, der zugleich schnell und sicher den Parcours bewältigt hat. Wie eben Schumi das immer so grandios zustande bringt ...

Formula Dé ist ein stimmungsvolles, spannendes und rassiges Autorennspiel, das in der Zwischenzeit weltweit zum Kultspiel aufgestiegen ist. Gefahren wird auf nachgebildeten Original-Rennstrecken, die mit sehr viel Liebe zum Detail aufwarten und optisch schön gestaltet sind. Auf Grund der Detailtreue kann das Spiel eigentlich schon als taktische Formel 1-Simulation bezeichnet werden, die viel Atmosphäre bietet, Fingerspitzengefühl verlangt und auch den nötigen Anteil Glück enthält. Atmosphäre, Taktik, Training, Routine, Gefühl, Glück und Geschwindigkeit sorgen für den nötigen Adrenalinschub ... genau so ist auch die echte Formel 1!

Die taktischen Elemente bestehen hauptsächlich aus der Wahl des einzulegenden Gangs und der Abwägung des Risikos bezüglich Verschleißpunkte-Verbrauch. Der Rest besteht mehr oder weniger aus Würfeln und dementsprechend hoch ist der Glücksanteil. Diesen bemerkt man jedoch kaum, man hat eigentlich immer das Gefühl, alles selbst zu beeinflussen.

Die Spielregeln sind weitgehend verständlich, auf Grund vieler Einzelheiten und einiger Unklarheiten in den Formulierungen, ist ein ausgedehntes und konzentriertes Regelstudium aber unumgänglich ... oder man lässt sich das Spiel von einem erfahrenen Spieler erklären.

Ein Vorteil von Formula Dé besteht darin, dass nach Belieben sowohl ein Rennen über ein oder zwei Runden mit den Basisregeln ausgetragen werden kann, als auch ein Rennen über zwei oder drei Runden mit den Fortgeschrittenen-Regeln (sog. Profiregeln).

Auch wenn das Spielsystem wahrlich gelungen ist und es meiner Meinung nach keine bessere Autorennsimulation gibt, möchte ich zum Schluss und bei aller Begeisterung folgende Fakten nicht verschweigen: Zum einen macht das Spiel erst so richtig Spaß, wenn sich mindestens sechs bis sieben Rennwagen auf der Strecke tummeln, zum anderen kann dann die Spieldauer bei einem Rennen über drei Runden und je nach Rennstrecke auch ganz schnell bei über drei Stunden liegen.

Formula Dé erfordert also schon eine gehörige Portion Ausdauer und Durchhaltevermögen, zudem ist ein wenig Rennsportbegeisterung bestimmt nicht von Nachteil. Formula Dé ist mit Sicherheit kein Spiel für jedermann, noch weniger für jederfrau. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass das Spiel entweder geliebt oder gehasst wird; dazwischen gibt es gewissermaßen nichts. Also, am besten selbst ausprobieren und dann ein Urteil fällen.

Gerhard Passler

Formula Dé von Laurent Lavaur und Eric Randall, 2-10 Spieler ab 12 Jahren, Spieler 60-180 Minuten (und mehr), Eurogames 1997 ((1991 als "Formule Dé" bei Ludodélire erschienen).

Für das Spiel gibt es jede Menge separat erhältlicher Rennstrecken.
 

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Rennstrecken

Fotos: Eurogames (2)

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Weitere Infos über "Formula Dé":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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Letzte Änderung: 16.04.2008 15:37 
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