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Spielbesprechung

Kopfsalat

Kopfsalat CoverImmer größerer Beliebtheit erfreuen sich Spiele, die vom herkömmlichen Spielemuster abweichen. Insbesondere, wenn mal ein paar Mitspieler mehr zugegen sind, wird es oft knapp, da die meisten Spiele auf eine bestimmte Mitspielerzahl begrenzt sind. Da kommen diese gruppendynamischen Teamspiele wir Outburst, Tabu und Activity gerade recht um die Bude zum Klingeln zu bringen. Aber auch jene Spiele, die Gruppendynamisches und Individuelles nahtlos miteinander verbinden, verabschieden sich von der herkömmlichen "Du-bist-dran"-Mentalität, da irgendwie immer jeder dran ist.

Zu dieser Kategorie zählt auch Ravensburgers Neuerscheinung "Kopfsalat". Bei Kopfsalat geht es darum, in verschiedenen Kategorien Aufgaben zu erfüllen, dafür jeweils einen Sternzacken zu erhalten und sie zu einem Stern bzw. dann wieder Kopfsalat zusammenzusetzen. Wer dies als erster schafft, hat gewonnen.

Die Spieler ziehen also reihum durch Würfeln ihre Figur auf einer Endlosleiste um den Spielplan.

Dabei bewegen sie sich auf den Feldern der verschiedenen Kategorien "Quiz", Rate", "Denk", "Quassel" oder "Glück". Je nachdem, wo der Würfel einen hinführt, gilt es, die entsprechende Aufgabe der Kategorie zu erfüllen.

Dabei kann der Spieler noch entscheiden, ob er der gewürfelten oder der gegenüberliegenden Seite den Vorzug gibt. So kann er seinen Zug in geringer Weise beeinflussen, was aber manchmal schon hilft. Landet er also auf "Quiz", wird er mit einer Frage oder einer Aussage konfrontiert, die er beantworten bzw. als richtig oder falsch einschätzen muss. In der Kategorie "Denk" wird ihm eine kleine Denksportaufgabe gestellt, wie z.B. aus einer wild gewählten Buchstabenreihe zwei Wörter mit jeweils mindestens vier Buchstaben zu bilden. Anders verhält es sich in der Kategorie "Rate". Hier wird u.a. nach einer Persönlichkeit, einem Beruf/Hobby oder All'möglichem gesucht. Diese Karte wird dem aktiven Spieler von einem Mitspieler vorgelesen. Er gibt dem Ratenden zwei Hinweiswörter, und dieser muss nun durch Fragen versuchen herauszubekommen, wer oder was gesucht wird. Dazu, wie zu jeder anderen Aufgabe auch, hat er eine Minute Zeit und kann sich durch geschicktes Fragen weitere Hinweise erarbeiten. Je nach Temperament und Kreativität der Mitspieler kann es in der Kategorie "Quassel" hoch hergehen, denn hier gilt es, seinen Mitspielern mittels einer kleinen Geschichte ein Lösungswort zu beschreiben. Um es nicht zu einfach zu machen, müssen in die Geschichte allerdings sog. Störwörter eingebaut werden, die die Ratenden auf eine falsche Fährte locken sollen.
 

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Kopfsalat SpielmaterialZu guter Letzt gibt es noch das Quäntchen Glück, das einem zur Seite stehen muss, um zu gewinnen. In der gleichnamigen Kategorie muss man aus einer bestimmten Anzahl verdeckter Karten drei "gute" umdecken, bevor man die zweite "schlechte" umdreht.

Für jede erfüllte Aufgabe gibt es ein kleines farbiges Dreieck, jeweils passend zu der entsprechenden Kategorie. Wer zwei gleichfarbige Dreiecke gesammelt hat, darf diese gegen einen Sternzacken eintauschen.

Zusätzlich gibt es noch Felder, auf denen man dem Gegner ein Dreieck stibitzen oder sich aus dem allgemeinen Vorrat bedienen darf.

Neben dem klar und ansprechend designten Spielplan bietet "Kopfsalat" gewohnt solides Material. Die kleinen und großen Dreiecke sind aus festem Karton, die "Glücks-"Karten sind kunststoffverstärkt und damit sehr griffig. In zehn Minuten hat man das Spiel jedem erklärt, wozu auch die lückenlose Regel beiträgt. Die verschiedenen Aufgaben der verschiedenen Kategorien sind auf einer Fragenkarte zusammengefaßt, was unnötig viele Kartenstapel verhindert.

"Kopfsalat" bietet auf der einen Seite nicht viel Neues. Raten und Denken sind Gegenstand diverser Spiele. Doch hier hat Ravensburger Gehirnakrobatik verschiedener Ebenen zusammengefaßt und sinnvoll in einem Spiel verknüpft. Während es dem einen vielleicht schwerfällt, aus ungeordneten Buchstaben ein aussprechbares Wort zu formen, liegt es ihm eher, "Matrosenazug" in einer Minuten-Geschichte witzig zu umschreiben und dabei "Dessous" und "Stofftiere" in seine Story glaubhaft einzubauen. Das Spiel lebt nicht nur von der ständigen Kommunikation der Spieler untereinander sondern auch von jener befreienden Vielfalt, die es einem z.B. erlaubt, eine ungeliebte Kategorie mittels der "Klau"-Felder zu umgehen. Darüber hinaus kann sich jeder Spieler auf bestimmten Feldern einen Partner aussuchen, mit dem er eine Aufgabe lösen möchte. Das hilft über gewisse Schwächen, oder es verbindet einfach Sympathie und Kampfgeist.

Die Altersempfehlung liegt bei Spielern ab 14 Jahren. Für eine reine Erwachsenenrunde könnte der Anspruch der Aufgaben allerdings manchmal höher sein. Dennoch: bei voller Besetzung (6 Spieler) und unter Ausnutzung aller Möglichkeiten (dem Gegner Dreiecke klauen) ergibt sich eine durchaus kurzweilige Spieldauer von 60-90 Minuten.

Als Kommunikationsspiel ist "Kopfsalat" ein Treffer und eine Bereicherung einer Spielsammlung. Ein bißchen Rätseln, ein bißchen Denken - manchmal auch quer - und eine Portion Glück hinterlassen einen erfrischenden Eindruck.

Kopfsalat von Bertram Kaes, 3-6 Spieler ab 14 Jahren, Ravensburger (2002), ca. 35 €

Axel Bungart, ab.fakir@gmx.de

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Weitere Infos über "Kopfsalat":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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ralph obkircher <ralph_obkircher@hotmail.com> 19.11.2002 21:04:

Kopfsalat ... ist in unserer Spielrunde bis jetzt (nach 7 spielen!) immer wieder als mehr oder weniger enttäuschend bewertet worden. die ideen zum spiel scheinen zum teil recht einfallsreich, doch leider ist daran recht wenig innovatives zu finden, dass den versprochen spaßfaktor garnatieren könnte. ich wollte es erst auch nicht glauben, wo ja die zusammen arbeit mit dem internetportal wissen.de doch recht vielversprechend klingt. leider haben aber auch all meine kollegen nach einigen runden beschlossen, dass "kopfsalat" wirklich nicht der renner ist und bei uns daher wahrscheinlich nur mehr sehr selten auf den tisch kommt!

 
Letzte Änderung: 16.04.2008 15:37 
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