Spielbesprechung
"Unsere Stadt soll schöner werden!" Der
Bürgermeister hat ein großes Bauprogramm
beschlossen, um die etwas heruntergekommene Stadt wieder auf
Vordermann zu bringen. Bauen und Renovieren ist angesagt. Die
Chance einer jeden Baufirma an lukrative Aufträge
heranzukommen und damit den großen Reibach zu machen,
war noch nie so groß. Versuchen Sie als Inhaber einer
Baufirma viele rentable Bauaufträge an Land zu ziehen.
Behalten Sie jedoch immer Ihre Wettbewerber und deren
Ausrüstung im Auge.
Haben Sie das Gefühl, dass auch andere
Interesse an einem Auftrag haben, bieten Sie ihre Dienste
günstiger an oder lehnen ab. Sind Sie sicher, dass nur
Sie allein die entsprechende Ausrüstung zur
Ausführung eines Auftrages besitzen, greifen Sie
zu!
Doch Vorsicht! Verkalkulieren Sie sich nicht!
Der nächste Zahltag kommt bestimmt
...
Spielmaterial:
Das Spiel präsentiert sich in einer kleinen
handlichen Schachtel. In dieser befindet sich 1
Spielanleitung, 52 Ausrüstungs-, 32 Auftrags-, 6
Zahltag- und 20 Angebotskarten, die allesamt originell
illustriert sind.
Die Ausrüstungskarten bestehen aus Kran-, Bagger-,
Arbeiter- und Polierkarten.
Auf den Auftragskarten ist angegeben, welche Kombination
dieser Ausrüstungen benötigt wird um den Auftrag
ausführen zu können.
Auf den Angebotskarten sind Werte von 0 bis 8 Millionen
aufgedruckt.
Außerdem gibt es viele, viele Millionen
Spielgeld.
Spielablauf:
Die Ausrüstungskarten werden gut gemischt und jeder
Spieler erhält verdeckt 7 Stück davon. Der Rest
wird nach den vier Arten - Kran, Bagger, Arbeiter und Polier
- sortiert und als 4 offene Aufnahmestapel in die Tischmitte
gelegt.
Die Zahltags- und Auftragskarten werden ebenfalls gut
gemischt und als verdeckter Angebotsstapel bereitgelegt.
Nachdem jeder Spieler dreimal die Chance gehabt hat, eine
Ausrüstungskarte nachzuziehen, abzulegen bzw.
auszutauschen, beginnt das eigentliche Spiel.
Jeder Spielzug gliedert sich in 4 Phasen:
1. Aufträge weiterführen:
Wenn der aktive Spieler Ausrüstungskarten vor sich am
Tisch liegen hat, passiert folgendes:
Ausrüstungskarten, die rechts vor ihm liegen, werden
wieder auf die Hand genommen. Karten die links liegen, werden
nach rechts verschoben.
Zur Erklärung - der Ablauf eines Auftrages:
Wenn jemand einen Auftrag erhält, muss er die
angegebene Kombination von Ausrüstungen vor sich auf den
Tisch legen. Und zwar links vor sich. ("Die Ausrüstung
wird zur Baustelle gebracht")
Ist man wieder am Zug, wird die Ausrüstung von links
nach rechts geschoben. ("Der Auftrag wird
durchgeführt")
Beim nächsten Zug werden die rechts liegenden Karten
wieder aufgenommen. ("Auftrag abgeschlossen: die
Ausrüstung kommt zurück in die Baufirma und kann
wiederverwendet werden")
2. Ausrüstung verändern:
Der aktive Spieler hat die Möglichkeit eine beliebige
Ausrüstungskarte von den 4 offenen Stapeln nachzuziehen,
oder einer seine Ausrüstungen auszutauschen oder
abzulegen. Man darf aber nie mehr als 12
Ausrüstungskarten besitzen.
3. Karte aufdecken:
Der Spieler am Zug deckt eine der Auftragskarten auf.
4. Auftrag vergeben oder Zahltag
durchführen:
Handelt es sich um einen Bauauftrag, können jetzt
alle versuchen diesen zu ersteigern. Dazu werden die
Angebotskarten verwendet. Der Spieler, der sich am billigsten
anbietet, erhält den Zuschlag und von der Bank den
gebotenen Geldbetrag ausbezahlt.
Gibt es mehrere Spieler mit dem günstigsten Gebot,
müssen alle den Auftrag ausführen, erhalten aber 2
Millionen weniger ausbezahlt, als auf den Angebotskarten
angegeben. Dies kann dann auch dazu führen, das man
für einen Auftrag - 1 Million geboten - Geld an die Bank
bezahlen muss.
Kann oder will man einen Auftrag nicht ersteigern,
verdrückt man sich auf's "Häuserl". (Auf der
"00"-Karte ist eine dementsprechende Abbildung)
Der Spieler mit dem Zuschlag legt nun die benötigten
Ausrüstungskarten (wie unter Punkt 1 beschrieben) vor
sich ab, und die Auftragskarte wird beiseite gelegt. Sollten
alle mit "00" geboten haben, wird die Karte nur beiseite
gelegt, der Auftrag aber nicht ausgeführt.
Sollte es sich bei der gezogenen Karte um eine Zahltag
handeln, ist wie folgt vorzugehen:
Es wird der Spieler mit den wenigstens
Ausrüstungskarten auf der Hand ermittelt (am Tisch
ausliegende Karten zählen nicht). Alle anderen Spieler
müssen nun für jede Ausrüstungskarte, die sie
mehr auf der Hand halten je 1 Million an die Bank bezahlen.
Wer nicht zahlen kann, scheidet aus.
Wurde ein Auftrag bzw. Zahltag durchgeführt, ist der
Spielzug beendet und der nächste Spieler an der
Reihe.
Folgendes ist noch zu beachten:
1. Zwei Zahltage hintereinander werden nicht
durchgeführt. Der zweite Zahltag wird wieder in den
Auftragsstapel gemischt, und es wird neu gezogen.
2. Sollte nach 9 Aufträgen (8 bei zwei Spielern) kein
Zahltag gezogen werden, so wird ein solcher aus dem
Auftragsstapel herausgesucht und gespielt. (Der
Auftragsstapel wird danach neu gemischt)
Spielende:
Das Spiel endet, wenn der fünfte Zahltag
durchgeführt wurde.
Wer das meiste Geld erwirtschaften konnte, gewinnt das
Spiel. (Bei Gleichstand der Spieler mit den wenigsten
Ausrüstungskarten)
Fazit:
Zahltag ist ein nett illustriertes Biet- und Bluffspiel.
Die comicartigen Grafiken sind gut gelungen und passen zum
Thema. Das Spiel wird aber zu sehr vom Glück bestimmt,
und man hat das Gefühl so gut wie gar nichts
beeinflussen zu können. Alles hängt immer von der
nächsten Auftragskarte ab und ob man "zufällig" die
benötigte Ausrüstung auf der Hand hat.
Etwas Taktik kommt ins Spiel, wenn die Anzahl der
Handkarten der einzelnen Spieler gering ist.
Hier kann man dann voraussehen, das ein Spieler mit 3
Karten keinen Auftrag mit 4 Ausrüstungen
durchführen kann. Beim Spiel zu zweit wird das Gebot
sicher "8 Millionen" lauten und bringt den Spieler weit in
Führung.
Für "ausgefuchste Kartenspieler" wird es auch
möglich sein, im Laufe des Spieles sich zu merken, wer
welche Karten auf der Hand hat und somit bei bestimmten
Aufträgen nicht mitbieten kann.
Dann aber macht es Spaß, wenn man seine Mitspieler
durch ein dementsprechende Gebot unter-, oder besser gesagt
überbieten und in "die Pfanne hauen" kann.
Diese Phasen aber machen das Spiel meist nur für
kurze Zeit interessant ...
Die Spielanleitung ist gut gelungen. Einzig der Abschnitt
"Aufträge weiterführen" hat mich anfangs etwas
verwirrt. Alle Unklarheiten wurden aber dann beseitigt.
Für 2 Spieler wird "Zahltag" bei uns wahrscheinlich
nicht mehr aus den Tisch kommen, für 3 bzw. 4 Spielern
könnte ich es mir als "Zwischendurch"-Spiel vorstellen
...
Zahltag von Franz-Benno Delonge, Grafik: Atelier Wilinski, 2-4 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 30-45 Minuten, Ravensburger (2002), ca. 10 €
Kurt Györög, 09.02.02
Vielen Dank an RAVENSBURGER für die Bereitstellung eines
Rezensionsexemplars!