Spielbesprechung
Vom Kind bis zum Erwachsenen die ganze Familie mit einem Spiel zu fesseln, das ist dem Verlag Haba mit Kayanak wunderbar gelungen. Das Spiel entführt in die Eiswüsten der Arktis. Dort führen die Inuit (der korrekte Name der "Eskimos") ein hartes Leben mit Jagd und Fischfang. Angeln kann man aber im ewigen Eis nur, wenn zuvor ein Loch in die Eisdecke gehackt wurde. Und auch dann bedarf es viel Glücks und Geschicklichkeit, um die Fische an den Haken zu bekommen. Gewürfelt wird, wo das Eis taut, so daß die Inuit die Stellen nicht betreten können. Ein anderer Würfel bestimmt, ob ein Inuit sich bewegt, ein Loch ins Eis hackt oder weiterzieht. Es wird mit einem kleinen Pickel tatsächlich ein Loch gehackt, durch das dann mit einer magnetischen Angel nach Fischen unter dem Eis gesucht wird. Das macht einen Heidenspaß! Und mit einem einfachen Blatt Papier wird der scheinbar durchlöcherte Spielplan wieder wie neu! Eine geniale Idee! Das Angeln mit Magneten funktioniert sehr gut und ist nicht mit den herkömmlichen Angelspielen zu vergleichen. Durch Beobachtung der Mitspieler kann man auch raten, wo denn wohl noch ergiebige Fischgründe sein könnten. Der Verlag hatte zunächst Zweifel, ob die Spielidee zu einem akzeptablen Preis umzusetzen sei. Die beiden Redakteurinnen haben dieses Kunststück geschafft, ohne bei dem tollen Spielmaterial Kompromisse einzugehen. So ist Kayanak wahrlich eine Meisterleistung, die mit dem Sonderpreis Kinderspiel zum Spiel des Jahres 1999 ausgezeichnet wurde!
Kayanak, Familienspiel von Peter-Paul Joopen, 2 - 4 Spieler ab 6 Jahren, Haba, ca. 50 DM
Berthold Heß