Spielbesprechung
In das Italien der Renaissance entführt uns das Spiel Condottiere. Im 14. und 15. Jahrhundert waren die Condottiere Söldnerführer und Glücksritter, die um Macht und Beute kämpften. Eine Landkarte zeigt die italienischen Kleinstaaten dieser Zeit. Um zu gewinnen, muß man mindestens vier bis sechs Staaten kontrollieren, die zudem auch noch ein zusammenhängendes Gebiet bilden müssen. Obwohl Condottiere einen Spielplan hat, handelt es sich im Grunde um ein Kartenspiel. Die wunderschönen, aber unhandlichen Karten zeigen Söldner unterschiedlicher Stärke. Außerdem gibt es diverse Sonderkarten, mit denen man Kämpfe abbrechen kann, ausgespielte Karten zurückbekommt oder die Stärke der Söldner drastisch ändern kann. Interessant ist, daß man so lange um die einzelnen Staaten ringt, bis nur noch ein Spieler Karten auf der Hand hat. Erst dann gibt es neue Karten. Daher muß man sich seine Kräfte gut einteilen. Neben einiger Taktik ist natürlich auch das Glück bei der Kartenverteilung ein wichtiger Faktor. Condottiere ist ein originelles und interessantes Spiel, dessen hoher Preis in der äußerst schönen Ausstattung begründet ist, und das zum Spiel des Jahres 1995 nominiert ist.
Condottiere von D. Erhard und D. Vitale, 2-6 Spieler, Eurogames, ca. 70 Mark
Dorothea & Berthold Heß