Spielbesprechung
Es ist schon faszinierend, welche Themen in Spielen umgesetzt werden. Bei dem neuen Spiel Totem führt man einen Volksstamm, der sich gegenüber den anderen durchsetzen muß. Dabei ist es extrem wichtig, das Verhältnis der Generationen untereinander zu beachten. Jeder Stamm besteht nämlich aus Männern und Frauen dreier Generationen. Die Personen jungen und die reifen Alters sind für die Versorgung mit Nahrungsmitteln zuständig. Vor allem aber bekommen sie Nachwuchs, wobei zufällig bestimmt wird, welches Geschlecht die Kinder haben. Das ist sehr wichtig, denn Männer bringen zwar viel Jagdbeute heim, aber den Fortbestand des Stammes sichern die Frauen. Auch die Alten sind nicht nutzlos, denn sie bewahren das Wissen des Volkes. Am Ende einer Spielrunde dürfen die beiden Stämme, die die meisten Personen umfassen den Totempfahl des Dorfes um eine Stufe aufstocken. Wessen Totempfahl zuerst 6 Stufen hat, gewinnt. Aber man kann natürlich auch sein Schicksal beeinflussen und Zauber beschwören. Damit wird der Stamm vor Krankheiten geschützt, Zwillingsgeburten ermöglicht oder eine reiche Jagdbeute gesichert. Freilich wird der Zauber auch gegen die Konkurrenten eingesetzt, die ohne entsprechenden Gegenzauber von Krankheit, Hunger oder Unfruchtbarkeit geschlagen werden. Totem stellt eine faszinierende Idee dar, ist aber recht umständlich zu spielen. Zum einen ist man durch die Zauber der Gegner und einige Zufälle dem Schicksal recht ausgeliefert. Ein einziger Fehler kann da den Stamm unrettbar zurückwerfen. Zum anderen ist das Hantieren mit den einzelnen Chips die die Personen in den unterschiedlichen Altersstufen darstellen, sehr umständlich. Totem ist nur dem zu empfehlen, der von dem Thema absolut fasziniert ist.
Totem von P. de Pallieres und P. Pillet, 2-4 Spieler ab 10 Jahre, Queen Games, ca. 55 DM
Dorothea & Berthold Heß