Spielbesprechung

Die Fürsten von Florenz

Grandiosità di Firenze

Lorenzisches Fürstengerangel um Prestige und Ansehen

CoverSanta Maria del Fiore und der Palazzo Vecchio sind ihre unverwechselbaren Wahrzeichen.   Arno und Toskana bieten ihr eine wundervolle geographische Einbettung. Hochschulen und Museen sind in ihr ebenso präsent, wie Industrie und Banken.  Man kennt weltweit ihre Hüte, Messen und Festspiele. Sie werden die über 2000 Jahre alte Stadt am rechten Arnoufer längst erkannt haben: Es handelt sich um Florenz, jene alte Handels- und Künstlermetropole in Italien, die den Begriff der (italienischen) Renaissance für die Kunst prägte, wie kaum eine andere Stadt jenseits wie diesseits der Alpen.

Das hatte im 2. Jahrhundert vor Christus wohl niemand erwartet, als man mit Florentia einen kleinen Überwachungsort am Arno gründete, um die Furt und später die Brücke über den Arno zu kontrollieren. Bereits im 2. Jahrhundert nach Christus ist der Ort jedoch schon von einer Mauer umgeben, zwei Jahrhunderte später sogar schon Bischofssitz. Richtig Karriere macht Florentia aber erst im 10. und 11. Jahrhundert, als die Stadt durch Schenkungen sehr reich wird und sich um 1170 eine neue und weit größere Umfassungsmauer leistet. im 13. und 14. Jahrhundert zählt die Stadt um die 100.000 Einwohner und ist bereits führende Macht in Mittelitalien. In ihr spielen sich blutige Familienfehden und Auseinandersetzungen zwischen Guelfen und Ghibellinen ab. Adel und reiche Kaufleute erwählen sich Florenz zu ihrer Residenz.

Nach Überwindung der Pest, die 1348 in Stadt und Umland wütet, hat die Oberschicht die Zügel der Macht fest in Händen. Es beginnt die Zeit der großen Herrscherhäuser. Für Florenz sind das zunächst die Pazzi und die Albizzi, die 1434 von den Medici abgelöst werden. Cosimo und Lorenzo de Medici verstehen es, Florenz zu einem Zentrum der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Künste zu machen. Die Stadt wird bald das Zentrum der italienischen Renaissance und heißt alle großen Künstler innerhalb seiner Stadtmauern willkommen. Männer wie Dante Alighieri, Donatello, Ghiberti, Giotto, Michelangelo oder Savonarola (um nur einige weithin bekannte zu nennen) kommen nach Florenz und hinterlassen deutliche Spuren ihres Wirkens.

Natürlich gilt es bald als schick und für das gesellschaftliche Ansehen unabdingbar, sich von einem der vielgerühmten Künstler und Baumeister einen Palazzo erbauen oder aber ebensolchen ausmalen zu lassen. Nun ist das Volk der Künstler aber ein sehr eigenes, das nur unter ganz eigenen Bedingungen große Werke zuwege zu bringen weiß. Deswegen haben stets die Gönner und Mäzene die berühmtesten der Künstler an sich zu binden verstanden, die ihnen die besten Arbeitsbedingungen zu bieten verstanden. Dazu gehörten eine ruhige Umgebung mit viel Grün und Ungestörtheit ebenso, wie gelegentliche Ablenkungen in Form von Gauklern und weiblicher Gesellschaft. Solcherart hofiert und umhegt konnten erst so brillante Werke wie Michelangelos Pieta oder Dantes Göttliche Komödie geschaffen werden.

Spielprinzip und Spielmaterial

Diesen Rahmen nimmt sich Richard Ulrichs und Wolfgang Kramers Spiel bei alea zum Hintergrund. Die Spieler schlüpfen in die Rolle einer der berühmten Familien von Florenz und buhlen um die Gunst der Wissenschaftler und Künstler. Je mehr dieser illustren Gesellen sie auf ihren Besitz einzuladen und hier von ihnen berühmte Werke (er)schaffen zu lassen die Spieler verstehen, desto näher kommen sie dem Spielsieg. Ganz passend ist auch der Spieltitel gewählt: Die Fürsten von Florenz.

Schon das Schachtelcover versteht es, die richtige Atmosphäre zu schaffen: Ein Universalgenius wird dem staunenden Betrachter gezeigt, der prüfend vor einem Gemälde steht, das er begutachtet und weiter vollendet. Um  ihn herum in seinem kleinen Arbeitsraum stehen weitere Reminiszenzen seiner Begabung: Fernrohr, Globus, Götterstatue, Laute und Psalter. Zufrieden und aufmerksam zugleich beobachtet ein Adliger oder reicher Kaufmann das Schaffen des Genius - er hat ihm wohl die besten Arbeitsbedingungen schaffen können und ist nun mit den Werken des Wissenschaftlers und Künstlers recht zufrieden.

SpielmaterialIm Schachtelinneren stößt man auf einen kleinen Spielplan. Der zeigt eine Umlaufbahn mit 49 bzw. 50 Feldern. Die Felder zeigen Symbole wissenschaftlich- und künstlerisch kreativen Schaffens. Im Spiel zeigen sie den Grad des Ansehens, den ein Nobler von Florenz genießt. Ziel ist es, bei Spielende mit der eigenen Spielfigur am weitesten vorne zu stehen. Diese Spielfigur ist aus Holz und trägt einen dieser unverwechselbaren florentiner Hüte. Farbgleich mit den Spielfiguren sind Setzsteine (ebenfalls aus Holz). Mit diesen wird im Spiel angezeigt, was man ersteigern möchte. Für die Ersteigerung der Objekte gibt es Geldplättchen in drei verschiedenen Einheiten (Florin).

Die zu ersteigernden Objekte sind zahlreich: Es gibt verschiedene Geländearten, Gaukler und Baumeister, Prestige- und Abwerbekarten. Die verschiednen Geländearten (Wald, See, Park) haben unterschiedliche Form und bieten unterschiedlich vielen Künstlern und Gelehrten Möglichkeit zur Erholung. Die Gaukler sollen die Gäste ablenken und entspannen. Baumeister sind vonnöten, will man ein Gebäude errichten (dazu später mehr). Prestigekarten erhöhen das Ansehen eines Spielers (und können zum Spielsieg beitragen). Mit Abwerbekarten kann man Künstler und Gelehrte, die eigentlich bei einem anderen Spieler Aufnahme gefunden haben, abwerben und an den eigenen Hof bringen.

Der eigene Hof, das ist eine Spieltafel mit einem Quadratraster. Darauf ist ein Palazzo fest vorgegeben. Der gesamte Grund um den Palazzo herum steht aber zur Kultivierung und Bebauung zur Verfügung. Hier werden die verschiedenen Geländearten sowie die Gebäude abgelegt. Dabei sind bestimmte Legeregeln zu beachten, von denen die grundlegende diejenige ist, dass kein abgelegtes Teil über die in der eigenen Farbe gekennzeichnete Begrenzung auf der Spieltafel hinaus ragen darf. Über dem fest abgegrenzten Areal sind Felder für bis zu drei Baumeister sowie Felder für bis zu drei Freiheiten (dazu später). Auf der linken Seite des Spieltafel eines jeden Spielers sind alle Künstler und Gelehrten, die im Spiel sind, aufgeführt, wobei bei jedem auch seine Vorlieben bezüglich Gebäude, Geländeart und Freiheit verzeichnet sind. Auf der rechten Seite schließlich sind alle Aktionsmöglichkeiten aufgeführt.

Nach einer ersten Ersteigerungsphase kommt eine zweite Bebauungsphase. In dieser kommen die restlichen Spielmaterialien zum Zug. Da gibt es Gebäude in unterschiedlicher Größe (groß, mittel, klein), drei verschiedenen Freiheiten (Reise, Meinung, Religion), Personen- und Bonuskarten. Die Gebäude sind wichtig um bestimmten Personen auf dem eigenen Anwesen die Möglichkeit zu eröffnen, ein Werk zu vollbringen. Die Freiheiten kommen den Wünschen dieser Personen nach, sei es freie Reisemöglichkeit, freie Meinungsäußerung oder freie Religionsausübung. Die Personenkarten nennen die einzelnen Künstler und Gelehrten samt allen Bedingungen, die sie für das Schaffen eines Werkes stellen. Die Bonuskarten bieten bestimmte Vergünstigungen, mit denen man die Bedingungen für das Schaffen eines Werkes günstig beeinflussen kann.

Bleibt noch der Blick auf die Spielregeln. Die präsentieren sich in dem für alea bereits obligaten Hochglanzformat. Auf 12 DinA4-Seiten werden alle Regeln Schritt für Schritt erklärt. Nebenher läuft am Seitenrand die Spalte mit der Kurzspielregel. Zum ersten Mal in dieser Form wird bei Die Fürsten von Florenz mit Fußnotenverweisen gearbeitet, die den Charakter der mitlaufenden Kurzspielregel verfälscht. Die in diesen Fußnoten gegebenen Erläuterungen sind für das Spiel selbst wichtig, doch gehören sich nicht eigentlich in die Spalte, in der die Grundregeln kurz zusammengefasst werden! Ein weiterer Anlaß zur Kritik ist auch die Textüberfrachtung auf den Seiten. Wohl sind bei fast jedem Textabschnitt grafische Elemente platziert, aber in diesem Fall vermögen sie den Text nicht aufzulockern und belassen ihm die bleiwüstencharakteristik. Trostpotenzial ist freilich da: Zum einen umfasst das Regelwerk "lediglich" acht Seiten (auf den anderen werden Spielmaterialien erläutert), zum anderen ist alles gut verständlich dargeboten und von der Kurzspielregel verständnisseitig bestens sekundiert, so dass bei konkreten Fragen während des Spiels (und die tauchen garantiert auf!) die entsprechenden Regelstellen schnell aufgefunden werden können.

Das Spiel beginnt

Da es sich bei Die Fürsten von Florenz um ein sehr komplexes Spiel handelt, das zudem mit sehr viel Spielmaterial ausgestattet ist, dauert es eine Weile, alles spielbereit und die Regeln so weit verstanden zu haben, dass das Spiel endlich beginnen kann. Wenn das aber der Fall ist, entspinnt sich von Beginn an ein sehr spannendes und kaum glücksabhängiges Spiel. Dies startet mit einer eirsten Phase, in der die Spieler für sich bestimmte Objekte ersteigern können. Dafür steht ihnen eine Startsumme Florin sowie der eigene Markierungsstein zur Verfügung. Mit diesem bezeichnen sie das Objekt, das sich ersteigern wollen. Alle Spieler geben nun ihre Gebote ab, wobei die, welche bereits ein Objekt ersteigerten, nicht mitbieten dürfen. Bereits ersteigerte Objekte dürfen in einer Spielrunde nicht ein zweites Mal versteigert werden.

Um zu wissen, welche Objekte überhaupt von Interesse sind, sehen sich die Spieler ihre Personenkarten an, von denen sie zu Beginn drei auf die Hand bekommen. Dadurch werden sie darüber informiert, was die Gelehrten und Künstler, die sie auf der hand haben, für Wünsche bezüglich der Geländeart haben. Ob man auf einen Gaukler bietet, der jeden Gast aufmuntert, oder einen Baumeister, der die Baukosten für ein Gebäude beträchtlich mindert, liegt im Ermessen des Spielers. Interessant zu wissen ist aber schon, dass jede Geländeart, die ein zweites oder drittes Mal im eigenen Areal angelegt (ersteigert) wird, sofort Prestigepunkte bringt und dass ein zweiter und dritter eigener Baumeister die Bauregeln für Gebäude lockert, den Baupreis mindert bis annuliiert und ebenfalls sofort Prestigepunkte einfährt.

Prestigepunkte sind für den Spielsieg unabdingbar, denn nur sie bringen die eigene Spielfigur auf dem Spielplan nach vorne. So mag es auch sinnvoll erscheinen, in der Ersteigerungsphase Prestigekarten zu erwerben, die am Ende des Spiels zum Tragen kommen. Interessant könnten auch Abwerbekarten sein, mit denen man Künstler und Wissenschaftler, die von anderen Mitspielern ausgespielt wurden, zu sich holen (d.h. diese Karten an sich nehmen) kann. Das ist gerade deswegen und dann sinnvoll, wenn man weiß, dass jede Person nur einmal im Spiel ist und dass man genau dieser Person mit dem eigenen Areal ideale Bedingungen für ein Werk bieten kann.

Was bedeutet das konkret? Ziel bei Die Fürsten von Florenz ist es, möglichst viele Prestigepunkte zu sammeln. Diese bekommt man hauptsächlich dadurch, dass man Personenkarten ausspielt, wenn man möglichst viele der auf diesem Karten genannten Bedingungen mit eigenen Mitteln erfüllen kann. Wenn ich also einem Komponisten viele Gaukler, ein Opernhaus, einen See und Meinungsfreiheit bieten kann, schafft dieser ein sehr viel wertvolleres Werk, als für den Fall, dass ich kaum etwas davon bieten kann. Ungünstige Bedingungen kann ich freilich mit Bonuskarten zu meinen Gunsten zu beeinflussen versuchen.

Damit sind wir in der zweiten Phase des Spiels. In dieser können die Spieler bis zu zwei Aktionen durchführen. Als Aktion werden gewertet: eine Freiheit gewähren, eine Personenkarte erwerben, eine oder zwei Bonuskarten erwerben, ein oder zwei Gebäude errichten, ein oder zwei Werke schaffen. Bis auf die letzte Aktion kostet jede andere viel Geld. So sind für eine Freiheit (Reise, Meinung, Religion)  eine Personenkarte oder eine Bonuskarte 300 Florin zu zahlen. Wer das tut, nimmt sich vom Vorrat die entsprechende Freiheit und legt sie auf dem eigenen Spieltableau ab, oder er nimmt sich die entsprechende Karte auf die Hand, die er dann beliebig ausspielen kann.

Ein Gebäude zu errichten kostet 700 Florin. Hat man einen Baumeister auf dem eigenen Spieletableau liegen, vermindert sich der Preis auf 300 Florin. Welches Gebäude man errichtet ist gleich, sodern man es so auf dem eigenen Areal ablegen kann, dass es weder über die Begrenzung hinausreicht, noch bereits liegende Teile überdeckt. Die Gebäude haben eigene rechtwinklige geometrische Formen, die mit den Geländearten harmonisch ineinander geschachtelt werden wollen, damit das Areal optimal ausgenutzt wird. Das ist nicht einfach, denn ein einmal gelegtes Gebäude oder eine einmal gelegte Gebäudeart darf im Spiel nicht mehr umgelegt werden. Ein zweiter Baumeister empfiehlt sich im Laufe des Spiels durchaus, denn er erlaubt es, die Gebäude direkt neben einander zu bauen, was man grundsätzlich nicht darf. Ein dritter Mann dieser Profession hat den Vorteil, dass die Baukosten auf Null sinken.

Hat man möglichst viele Bedingungen auf den Personenkarten in der eigenen Hand erfüllt, darf man ein oder zwei Werke vollbringen. Dazu wird eine Personenkarte aus der hand offen ausgelegt. Für jede Bedingung, die auf der Karte steht und die ich mit meinem Angebot auf dem Areal erfüllen kann, bekomme ich Prestigepunkte. Diese Summe kann ich mittels beliebig vieler eigener Bonus- sowie Prestigekarten erhöhen. Das Gesamtergebnis darf ich mir in Florin von der Bank auszahlen lassen. Oder aber ich lasse mir nur einen Teil oder gar nichts ausbezahlen und ziehe die Hälfte des Restbetrags oder des ganzen Betrags mit meiner Spielfigur auf dem Spielplan vorwärts. Das wird nach Spielsituation je und je neu entschieden werden müssen.

Doch das ist noch nicht alles! Es genügt noch nicht, nur einige oder alle Bedingungen für das Ausspielen einer Personenkarte zu erfüllen. in jeder Spielrunde wird von dem Rundenmarker eine Mindestsumme an Prestigepunkten vorgegeben, die man mit einem Werk mindestens erreichen muß, sonst darf man die Personenkarte nicht ausspielen bzw. kein Werk schaffen. Von Runde zu Runde ist diese Zahl höher und stellt damit mit fortschreitendem Spiel immer höhere Anforderungen. Wer freilich eine ausgeglichene Entwicklung seines Spielpotenzials (Karten, Gebäude, Gelände, Gaukler, etc.) verfolgt, wird von dieser bedingung nicht weiter geschockt werden.

Nach sieben Spielrunden ist Die Fürsten von Florenz zu ende. Abschließend werden nun alle Prestigekarten der Spieler ausgewertet. Diese geben Bedingungen an, die man erfüllt haben sollte, und belohnen deren Erfüllung mit Prestigepunkten. Wer nach Auswertung aller erfüllten Prestigekarten auf dem Spielplanparcours am weitesten vorne steht, hat das Spiel gewonnen und darf sich als "il principe" feiern lassen.

Worte des Lobes, Worte des Tadels

Zu diesem Zeitpunkt werden gut zwei Stunden Spielzeit verstrichen sein. Das mag auf den ersten Blick viel zu lang erscheinen, doch angesichts der Komplexität des Spiels nimmt die Spieldauer dann doch wenig Wunder. alea gibt die Spieldauer mit nur 100 Minuten an, doch scheint das nur für sehr gut eingespielte Gruppen zutreffend, denn in keiner der vielen Spielrunden konnten wir diese Zeit durch sinnvollen Spielablauf erreichen. Schon gar nicht mit Zwölfjährigen, denn die konnten mit vielen Spielelementen nicht richtig umgehen geschweige denn sie wirkungsvoll im Spiel umsetzen. Insofern ist die Altersangabe von alea (ab 12 Jahren) nur sehr bedingt zutraffend (dann nämlich, wenn die Zwölfjährigen sehr viel Spieltestpraxis haben).

Die Fürsten von Florenz ist das wohl komplexeste Spiel aller bislang von alea edierten Spiele. Es macht dem Anspruch, mit dem alea auftritt, bislang am meisten Ehre, nämlich in der Ravensburgerfamilie der Spieleverlag für Spieler zu sein. Mit sehr viel Spielmaterial höchster Qualität, einem überaus vielseitigen und vielfach gestaltbaren Spielmechanismus und einem Preis, der für das Gebotene fast schon lächerlich niedrig ist, avanciert Die Fürsten von Florenz zu einer sehr guten Wahl für die, die sich ludophil gerne herausfordern lassen. Spielern, die das Glückselement als im Spiel bestimmendes nicht vermissen wollen, kann Die Fürsten von Florenz nicht empfohlen werden, denn der Glücksanteil ist für den Sieg bei diesem Spiel verschwindend gering.

Wie zu Zeiten der kulturellen Blüte der Renaissance, so gibt es aber auch bei diesem Spiel neben viel Licht auch Schatten. Die etwas mißglückte Darbietung der Regeln wurde bereits bei der Vorstellung des Regelheftes angesprochen (siehe oben).  Weitere Kritik verdient der Umgang mit dem kulturellen Erbe, in das Die Fürsten von Florenz eingebettet ist. Warum konnte man sich bei alea (wieder) nicht dazu durchringen, ein klein wenig historischen Hintergrund mit abzudrucken? Im vorliegenden Fall hätte sich das umso mehr angeboten, als die ludophile Umsetzung der damals herrschenden Gepflogenheiten bei Die Fürsten von Florenz hervorragend gelungen ist! Es wäre so manche "Unschärfe" bei der Erinnerung geschichtlicher Gegebenheiten vermieden worden. Zumindest hätten sich die Todfeinde der Medicis, die Borgias, nicht ebenfalls in die Arnometropole versetzt gefunden, wo sie gar nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts zu suchen hatten - und haben!

Die Fürsten von Florenz von Richard Ulrich & Wolfgang Kramer, Grafik: Franz Vohwinkel, Verlag: alea (2000), 3-5 Spieler ab 14 Jahren, Spieldauer ca. 120 Minuten, Preis: ca. 50,00 DM

Jürgen Henrich

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