Spielbesprechung

Acquire '97

Neues Brett - Neues Spiel?

Vorbemerkung: Es wäre so schön gewesen.... - eine Neuausgabe von Acquire. Der Konkurs von Schmidt-Spiele hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Blatz, die den Markennamen Schmidt aus der Konkursmasse übernommen haben, werden das neue Acquire nicht auf den Markt bringen, obwohl es bis auf die Spielanleitung bereits fertig war. Trotzdem wollen wir Ihnen die Beschreibung der ursprünglich geplanten Neuausgabe nicht vorenthalten. Vielleicht baut sich der eine oder andere das neue Brett und die Karten ja selbst....

Acquire '97Anfang der 60er Jahre kam es zum erstenmal auf den Markt, damals in der Reihe der legendären 3M-Spiele. Zahlreiche deutsche Ausgaben folgten, darunter auch solche mit eingedeutschten Titeln (Hotelkönig, Hotelhaie). Doch obwohl Acquire unter Spielern als eins der besten Spiele in die "Hall of Fame" aufgenommen wurde, der große Verkaufserfolg blieb aus. Jetzt startet Schmidt-Spiele einen neuen Versuch - mit einem neuen Spielbrett!

Acquire verbessern? Ist das überhaupt möglich? Die Antwort auf diese Frage müssen Sie selbst finden, nachdem Sie das neue Acquire gespielt haben.

In der letzten Fassung des Spiels - sie erschien 1993 - hatte Sid Sackson Aktionskarten eingeführt. Jeder Spieler erhielt den gleichen Kartensatz. Jede Karte konnte genau einmal eingesetzt werden und setzte die normalen Spielregeln außer Kraft. Die Diskussionen darüber, ob diese Karten eine Verbesserung darstellten oder nicht, haben sich erledigt, denn in der neuesten Ausgabe gibt es die Aktionskarten nicht mehr.

Aus eins mach vier

Statt dessen besteht das Spielbrett jetzt nicht mehr aus 108 Spielfeldern, sondern aus 120. Und jedes Spielfeld ist jetzt nicht mehr nur einmal, sondern gleich viermal vorhanden. Es gibt also viermal die Felder A-1 im Zentrum der Spielfläche und viermal die Felder E-6 in den Ecken des Spielplans. Entsprechend häufig sind natürlich auch die Karten vorhanden, die es ermöglichen, Hotels auf die entsprechenden Felder zu setzen.

Hier werden nun sehr schnell die Unterschiede zum alten Acquire deutlich. Wer bisher eine bestimmte Karte auf der Hand hielt, konnte sicher sein, daß nur sie oder er diese Karte besitzt und dort ein Hotel bauen kann. Auf diese Weise konnten Fusionen hinausgezögert werden, bis der Gewinn, den die Fusion brachte, am größten war. Das ist nun vorbei, denn jede Karte ist viermal im Spiel.

Andererseits stehen bei jeder Karte nun vier Bauplätze statt einem einzigen für das neue Hotel zur Wahl. Was wiederum bessere taktische Möglichkeiten verspricht.

Neu und doch nicht anders?

Die Erfahrung nach mehreren Runden mit Spielern, die das alte Acquire kannten, war überraschend: Das neue Acquire spielt sich kaum anders als das alte. Allerdings entstehen sehr viel weniger isolierte Hotels auf dem Spielplan als bisher. Fast in jedem Spielzug können neue Hotelketten gegründet oder bestehende erweitert werden. Es kommt sehr viel häufiger zu Fusionen. Und der Glücksfaktor ist größer als bisher.

Im Internet kursieren bereits seit Wochen Informationen über das neue Spiel. Von einem amerikanischen Acquire-Spieler erreichte uns der Vorschlag, daß in der neuen Version jeder Spieler nur 4 (statt 6) Hotel-Karten erhalten sollte, um die Auswahl an Bauplätzen einzuschränken.

Vom neuen Acquire lag uns bei Redaktionsschluß nur ein Andruck des Spielplans und der Hotelkarten vor. Aussagen zum Spielmaterial sind darum noch nicht möglich. Wie vom Verlag zu hören war, werden dem Spiel die Hotels der letzten Acquire-Ausgabe beiliegen. Wenn das stimmt, wäre jetzt ein Wort über farbliche Disharmonien fällig. Doch warten wir's ab!

Für alle, die es noch nicht kennen:
So funktioniert Acquire

Ziel des Spiels ist, durch Aktien von Hotelketten reich zu werden.

Wer an der Reihe ist, spielt eine seiner Handkarten aus und setzt ein Hotel auf das Feld, das die Karte benennt. Grenzt dieses Hotel an ein anderes, entsteht eine Hotelkette, deren Güteklasse der Gründer festlegt. Ab sofort sind die Aktien der Kette auf dem Markt und können gekauft werden. Ihr Wert wird von der Güteklasse bestimmt und von der Anzahl der Hotels, die die Kette umfaßt.

Im Lauf des Spiels wachsen die Ketten. Stoßen zwei Ketten aneinander, fusionieren sie: die größere schluckt die kleinere Kette. Dies ist die einzige Möglichkeit, an Bargeld für weitere Aktienkäufe zu kommen, denn die Mehrheitsaktionäre der geschluckten Kette erhalten Prämien. Die Aktien der aufgelösten Kette können verkauft, gegen Aktien der schluckenden Kette getauscht oder behalten werden (in der Hoffnung, daß die Kette neu gegründet wird).

Am Ende gewinnt, wer das größte Aktienkapital besitzt.

Acquire von Sid Sackson, 2-6 Spieler, Schmidt-Spiele

-KMW

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