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Spielbesprechung Canal Grande
San Marco ist die Ravensburger Brettspielausgabe des Spiels von Alan R. Moon und Aaron Weissblum, das es im Jahr 2001 immerhin auf die Auswahlliste beim Spiel des Jahres schaffte. Canal Grande ist das gleiche Spiel, auf das Wesentliche reduziert: Es gibt kein Spielbrett, keine Spielsteine, nur noch Karten, und die stecken in der minimalistischen Adlungschachtel - viel Spiel auf wenig Raum. Die 66 Karten werden aufgeteilt in Aktions- und
Zahlenkarten. Abwechselnd deckt nun einer der beiden Spieler
- Canal Grande ist nur noch ein 2-Personenspiel - einige
Zahlen- und einige Aktionskarten auf und gruppiert sie zu 2
Angeboten; der andere Spieler nimmt sich dann eins dieser
Angebote und bestreitet damit seinen Spielzug. Danach folgt
der erste Spieler mit dem übrig gebliebenen Angebot. |
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Die Zahlenkarten entscheiden nur darüber, wann die ausgespielten Karten zusammengemischt und ein neuer Durchgang gestartet wird - nämlich dann, wenn sie sich zu einer bestimmten Summe addieren. Das eigentliche Spiel wird von den Aktionskarten bestimmt. Mehr als die Hälfte von ihnen zeigen venezianische Bezirke, im Gegensatz zum Brettspiel ohne Wertungspunkte, die werden hier nicht gebraucht; die Bezirkskarten nimmt man auf die Hand. Andere Karten erlauben es, Karten vom Stapel nach- oder dem Mitspieler aus der Hand zu ziehen. Und dann gibt es natürlich die Dogenkarten, die umgehend eine Wertung auslösen. Der Besitzer des Dogen spielt eine Bezirkskarte aus und legt damit fest, in welchem Bezirk nun ein kleiner Machtkampf stattfindet, den logischerweise für sich entscheidet, wer die meisten Karten ausspielen kann. Dabei zählen nicht nur Karten des umkämpften Bezirks; mit Hilfe von Gondelkarten lässt sich Verstärkung aus anderen Bezirken heranholen, lies: lassen sich auch andere Bezirkskarten ausspielen. Der Sieger des Duells legt eine Karte des umkämpften Bezirks als Trophäe offen vor sich aus, alle anderen ausgespielten Karten verliert er. Der Unterlegene verliert nur eine einzige Karte und seine Gondeln, den Rest darf er wieder auf die Hand nehmen. Wer nach mehreren Runden und Durchgängen in jedem Bezirk mindestens einmal siegreich war (oder in einem Bezirk vier Mal), gewinnt das Spiel. Beim großen Vorläufer San Marco setzten die Spieler kleine farbige Klötzchen - ihre Adligen - in die venezianischen Bezirke und markierten so ihren Einfluss. Betrat ein Doge die Szene, entschied man sich natürlich für das Gebiet, in dem Prestigepunkte winkten. Bei Canal Grande ist der Ausgang des Machtkampfs ungewiss, denn ich weiß nicht genau, welche Bezirke mein Mitspieler auf der Hand hält, ich weiß nur, was er in den letzten Runden aufgenommen hat. Das sorgt für das Kribbeln im Bauch. Canal Grande ist kein lupenreines Taktikspiel, ein kleines bisschen Glück muss halt auch sein. Dieser Philosophie verfolgt auch Kosmos recht erfolgreich bei seiner Serie "Spiele für Zwei". Der originelle Einfall, ein Spieler teilt die
Aktionsmöglichkeit für die kommende Runde in zwei
Teile auf, der andere Spieler entscheidet, mit welchem Teil
er spielen will, gefällt noch immer. Und wenn Sie San
Marco noch nicht haben (das übrigens 2003 aus dem
Ravensburger Verlagsprogramm gestrichen wurde), sollten Sie
sich Canal Grande auf jeden Fall zulegen. |
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Sehr gut gefallen hat uns auch die Grafik, für die Adlungs Hausgrafiker Jürgen Martens verantwortlich zeichnet, der auch die Website des Verlags macht. Dort gibt's übrigens zum Herunterladen auch eine Regelvariante für 4 Spieler: adlung-spiele.de/canalgrande/. Dafür brauchen Sie dann allerdings auch ein zweites Spiel. KMW Canal Grande von Alan R. Moon und Aaron Weissblum, Grafik: Jürgen Martens, 2 Spieler ab 12 Jahren, Spieldauer 30-45 Minuten, Adlung (2002), ca. 7 € |
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| Letzte Änderung: 16.04.2008 15:38 |
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