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Spielbesprechung

Hexenstich

CoverDirk Henn gewinnt 2003 das Spiel des Jahres. Dirk Henn? Der hat doch schon öfter gute Spiele gemacht. "Showmanager" beispielsweise, das uns thematisch besser gefiel als die Neuverpackung "Atlantic Star". Oder "Metro". Und auch "Carat". Nicht zu vergessen das geniale "Wallenstein". Wo wären Queen Games eigentlich ohne Dirk Henn?

Einmal ist er fremdgegangen. 1994 erschien sein "Hexenstich" bei Klee-Spiele. Das war damals, als Klee-Spiele noch zu Schmidt-Spiele gehörten (man erkennt es deutlich an der Schachtel) und Schmidt-Spiele noch ein bayrischer Verlag war. "Hexenstich" war gleichzeitig das erste Spiel, das nicht zuvor im Eigenverlag von Dirk und Barbara (damals noch Weber), db-Spiele, erschienen war.

Trotz der großen Schachtel, in der das Spiel steckte, ist "Hexenstich" ein simples Kartenspiel mit der für Kartenspielproduzenten unglücklichen Anzahl von 81 Spielkarten. Deshalb war es auch leider kein gewöhnliches Spielkartenmaterial, mit dem gespielt wurde, sondern Kartonkarten mit kantigen Ecken, schlecht zu handhaben, und obendrein auch grafisch ziemlich verunglückt. Dass es ein "simples Kartenspiel" war, stimmt natürlich nicht, schließlich war es von Dirk Henn.
 

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SpielkartenDie Karten gab es in drei Farben und in drei Sorten, jede Sorte in jeder Farbe und jeweils durchnummeriert von 1 bis 9. Macht zusammen 81 Karten. Bei den Sorten unterscheiden wir Hexen, Feen und Zwerge. Hexen sind natürlich böse, man kennt das aus diversen Märchen. Die Feen sind gut. Und die Zwerge…, na gut, die sind halt auch da, aber neutral. Für das Spiel bedeutet das: Feen bringen Pluspunkte, Hexen Minuspunkte.

Wie bei anderen Stichspielen auch, muss die ausgespielte Farbe bedient werden. Wobei die Kartenfarbe auch auf der Rückseite der Karten erkennbar ist (wie einst schon bei Alex Randolphs Kartenspiel "Indiscretion"). Trumpf gibt es nicht. Um zu entscheiden, wer den Stich gewinnt, wird festgestellt, welche Figur am häufigsten auf dem Tisch liegt. Und wer von dieser Figur den höchsten Wert gespielt hat, der bekommt den Stich. So einfach ist das. Und doch so originell. Und sehr schön zu spielen.

Und wem das nicht reicht, der kann noch eine gemeine Variante spielen, bei der ein Stich aus zwei Durchgängen besteht. Erst spielt jeder reihum seine erste Karte aus, danach reihum die zweite.

"Hexenstich" schaffte es 1994 bei "à la carte", dem Kartenspielpreis der Zeitschrift "Fairplay" immerhin auf Platz 10. Bei einer besseren Produktion wäre vielleicht mehr drin gewesen. Denn die Spielidee hat uns damals sehr gut gefallen. Vielleicht wagt mal jemand eine Neuauflage?

KMW

Hexenstich von Dirk Henn, 2-6 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 45 Minuten, Klee-Spiele (1994)

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Weitere Infos über "Hexenstich":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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Letzte Änderung: 16.04.2008 15:39 
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