Spielbesprechung
Die Briten, das ist ein allseits bekanntes Vorurteil, sind die Weltmeister im Wetten. Es muß etwas Wahres dran sein, denn Reiner Knizia, der seit geraumer Zeit in England lebt, hat sich dieses Themas nun ebenfalls angenommen.
Der Spielplan ist so eine Art Wettschein, auf dem Sie Wetten für folgende weltbewegenden Ereignisse abschließen können:
Für jedes Ereignis kann gewettet werden, daß es höchstens 1,2,3,4-mal oder mindestens 5,6,7,8-mal eintritt. Die Quote, die bei einem Treffer ausgezahlt wird, ist bei den Extremwerten natürlich höher als bei den Durchschnittswerten.
Die fünf Ereignisse sind auf Karten abgebildet, von denen etwa die Hälfte unter den Spielern verteilt werden. Immer wenn ein Spieler an der Reihe ist, KANN er eine Wette abschließen und MUSS zwei seiner Ereigniskarten aufdecken. Damit offenbart sich während des Spiels allmählich, welche Ereignisse wie oft eintreten werden. Die aufgedeckten Karten sind es nämlich, die am Ende der Spielrunde darüber entscheiden, ob eine Wette erfolgreich war oder nicht.
Nun könnte man natürlich die Abgabe seiner Tips möglichst lange hinausschieben. Dummerweise können aber niemals zwei Leute denselben Tip abgeben. Wer mit seinem Tip zu spät kommt, hat Pech gehabt.
Am Ende der Runde wird abgerechnet: Die ausgezahlten Quoten werden auf einer Skala mit einem Wertungsstein markiert, für jedes Ereignis in einer separaten Spalte. Wer mit seinem Tip daneben lag, verliert den Tipstein. Das kann auf Dauer natürlich hinderlich sein. Wer allerdings nur noch einen Tipstein besitzt, bekommt alle verlorenen Steine zurück.
Die Abrechnung bei Spielende hält eine für manchen Spieler böse Überraschung bereit: Gewertet werden nur die Spalten, in denen er mindestens 5 Punkte erreicht hat. Jede Punktzahl darunter verfällt. Wer sich an das Hexagames-Spiel "Choice" erinnert, dem ist eine solche Regel nicht unbekannt.
Die Grafiker hatten bei der Gestaltung des Spielbretts ein Problem: Der Spielplan wird nur gebraucht, um Tips und Kontostände anzuzeigen. Offensichtlich blieb dabei die Inspiration aus, und so ist er trocken und nüchtern geraten. Immerhin hat der Verlag jede Menge großer und kleiner, farbiger Holzscheiben beigelegt, so daß sich niemand fragt, warum das Brett unnötigerweise so groß geraten ist.
Am Spielverlauf gibt's nichts auszusetzen. "Members Only" macht Spaß und funktioniert gut, am besten in voller Besetzung.
Members Only von Reiner Knizia, 3-5 Spieler, Verlag: Blatz
KMW