Spielbesprechung
Seit meiner letzten Renovierung habe ich ein gestörtes Verhältnis zu Klempnern. Dieser Rohrverleger meines Vertrauens arbeitete nach dem Grundsatz "Wird schon irgendwie passen". Mit dem Erfolg, daß sich nun ein abenteuerliches System von Heizungsrohren durch meine Wohnung zieht, das hin und wieder mal Wasser läßt...
In Sabotage arbeiten zwei Klempner - die Spieler - gegeneinander. Jeder hat seine eigene Spielfläche, auf dessen 3 x 3 Feldern ein kleines und möglichst gewinnbringendes Rohrnetz gebaut werden soll. Das Baumaterial besteht aus Spielkarten, die meisten von ihnen passen nur an einen ganz bestimmten Platz.
Punkte gibt's nur für Dreier-Reihen, die farblich zusammenpassen. Dabei bringen "gleiche" Farben mehr Punkte als "ähnliche" Farben.
Nun könnte jeder vor sich hinspielen und versuchen, das beste aller Rohrnetze aus seinen Handkarten zu legen. Doch dann würde der Titel des Spiels keinen Sinn ergeben. Deshalb darf man dem gegnerischen Klempner ins Handwerk pfuschen und auf seiner Spielfläche Rohrkarten ablegen, die ihm die Pluspunkte vermasseln.
Solche Fehlkonstruktionen können nur mit einer Rohrzange oder per Demontage - beides sind spezielle Karten - wieder entfernt werden. Und mit Sabotage-Karten darf auch auf der gegnerischen Spielfläche demontiert werden, wobei dann natürlich die gewinnbringenden Stücke abgebaut werden.
Wer eine gewisse Mindestpunktzahl erreicht hat, kann das Spiel beenden, kassiert dafür aber einen Punktabzug. Außerdem lohnt es sich, den Wert des eigenen Rohrnetzes in die Höhe zu treiben, denn jeder Punkt über der Mindestpunktzahl wird verdoppelt. Doch steigt mit der Spieldauer auch die Gefahr, daß der Gegner eine Sabotage-Karte auf die Hand bekommt und ausspielt.
Sabotage ist ein wunderschönes Ärgerspiel - mehr aber auch nicht. Die Taktik wird von den Karten, die jeder Spieler auf der Hand hält, bestimmt und ist damit eher Glückssache. Wer nach taktischen Finessen sucht, wird bei Sabotage nicht fündig. Ob das positiv oder negativ zu werten ist, hängt vom persönlichen Spielergeschmack ab.
Sehr gut gelungen ist die grafische Umsetzung des Spiels, das in seiner Urform mit gewöhnlichen Spielkarten gespielt wurde. Ein besonderes Lob verdient die Spielanleitung, die zwei Seiten der Entstehungsgeschichte des Spiels und seinem Autor widmet (und auch eine 4-Personen-Spielvariante bietet).
Sabotage von Robert Abbott, 2+4 Spieler ab 10 Jahren, Franjos Spieleverlag
KMW