Spielbesprechung

Sackson's Saxum

SaxumSpiele, auf deren Brett umfangreiche Zählstrecken zum Anzeigen der erreichten Punkte abgedruckt sind, müssen bei mir immer eine Hemmschwelle überwinden, insbesondere, wenn mir die Spielregel verheißt, daß ich 177 Punkte brauche, um zu gewinnen. Das kann ja Stunden dauern! Doch es kam ganz anders.

25 Spielfelder sind im Quadrat angeordnet, jede Reihe, jede Spalte ist durchnumeriert. Zwei Würfel bestimmen, welches Feld angespielt wird. Wenn nicht gerade ein Pasch fällt, stehen immer zwei Felder zur Wahl. (Die Würfel-6 hat eine Sonderfunktion, weil die Spielfläche, wie der aufmerksame Leser inzwischen ermittelt hat, nur 5x5 Felder groß ist.) Wer am Zug ist, setzt auf das angewürfelte Feld einen seiner Spielsteine.

Ist das Feld bereits mit einem eigenen Stein belegt, gibt's Pluspunkte auf dem Konto. Gehört der Stein dem Gegner, kommt er vom Brett und wird durch einen eigenen ersetzt, das allerdings kostet Minuspunkte.

Auch für Steine gilt:
Nur als Gruppe sind sie stark!

Der Tarif wird immer nach demselben Schema berechnet: Steine, die nebeneinander liegen, bilden eine Gruppe; die Größe der Gruppe bestimmt den Wert der einzelnen Steine.

Anfangs füllen sich die Punktekonten der Spieler nur sehr langsam. Je größer die Gruppen jedoch werden, desto rasanter entwickelt sich der Kontostand. Desto höher werden aber auch die Kosten, wenn fremde Steine vom Brett gewürfelt werden. Doch dagegen helfen Versicherungssteine. Jeder Spieler hat davon eine Handvoll, mit deren Hilfe er sich Minuspunkte auf dem Konto erspart.

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit, zu gewinnen: Spieler, die komplette Reihen oder Spalten besetzen, bekommen dafür Sonderpunkte. Wer das oft genug schafft, gewinnt, bevor das Punktekonto die Zielmarke erreicht hat.

Saxum verwendet ansatzweise Ideen aus Sackson's eigenen Spielen Acquire und New York, soweit es die Bildung von Gruppen auf dem Spielbrett betrifft. Besonders im Vergleich zu New York spielt es sich aber sehr viel einfacher und flüssiger und macht mehr Spaß. So ist auch der Reiz, es gleich noch einmal zu spielen (eine Partie dauert ca. 30 Minuten), sehr viel größer.

Wer spielt nicht gern
mit Klunkern?

Über das Material habe ich bisher noch kein Wort verloren: Es ist edel, das Brett aus zentimeterstarkem Buchenholz, als Steine dienen Halbedelsteine (Tigeraugen, Aventurin, Amethyst und ähnliches). Rund 60 dieser Klunker liegen - in wechselnder Zusammensetzung - in einer Schachtel, die gegenüber ihrem Inhalt eher primitiv anmutet. Mal ganz was anderes, ein Spiel, bei dem der Inhalt sehr viel mehr taugt als die Verpackung.

Das Material hat seinen Preis und der liegt mit 75 Märkern in einem Bereich, wo die Entscheidung zum Kauf nicht mehr leicht fällt. Wer nicht in Hamburg wohnt, zahlt obendrauf noch Versandkosten, denn das Spiel ist im Eigenverlag erschienen und im normalen Spielefachhandel nicht zu finden.

Saxum - so nannte der Lateiner einst den Stein - beweist, daß auch Würfelspiele reizvoll sein können, wenn sie mit einer - wenn auch nur kleinen - Prise Taktik gewürzt sind.

Saxum von Sid Sackson, 2 Spieler, 75 DM, herausgegeben von Das Spiel, Rentzelstr. 4, 20146 Hamburg (Versandkosten: Inland 7 DM (bei Nachnahme +4 DM), Ausland: 12 DM).

-KMW

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