Spielbesprechung
Die Suche nach einem attraktiven Thema
für eine abstrakte Spielidee ist nicht immer einfach. Schließlich
soll das Thema für Atmosphäre und Spielspaß sorgen.
Manchmal sorgt es einfach nur für unfreiwillige Komik.
Jeder Spieler besitzt 15 Zylinder. Einen Teil davon tauscht er mit seinen Mitspielern. Dann stapelt er jeweils drei Zylinder übereinander und verteilt die Stapel auf den Sechseckfeldern eines Spielplans. Der Hut an der Spitze, der "Top Hat", dem das Spiel seinen Namen verdankt, zeigt an, wem der Stapel gehört. Ziel des Spiels ist, alle gegnerische Hüte zu schlagen - ein Spiel mitten aus dem Leben!
Gezogen wird nach Halma-Manier, entweder ein Feld weiter oder über Nachbarstapel hinweg. Wobei ein gegnerischer Top Hat vom Brett genommen wird, wenn er übersprungen wurde. Dadurch wird dann der zweite Hut im Stapel sichtbar und zum Top Hat. Das Spiel ist zu Ende, wenn nur noch die Zylinder eines Spielers auf dem Brett zu sehen sind.
Lassen wir die aufgesetzte Hintergrundgeschichte mal beiseite: Auf den ersten Blick bietet Top Hats wenig Neues: Spielzüge wie bei Halma, stapelbare Spielsteine wie bei Focus. Doch die bekannten Komponenten wurden so zusammengerührt, daß am Ende eine kleine, nette Spielidee dabei herauskam.
Beim Stapeln der eigenen und fremden Zylinder wird sich jeder Spieler seine eigene Taktik zurechtlegen - und während des Spiels dann recht schnell merken, ob er damit richtig lag oder nicht. Auch die Startaufstellung kann sich jeder selbst überlegen. Damit ist die Ausgangssituation jedesmal eine andere.
Im eigentlichen Spiel gilt es dann, die Regel über den Schlagzwang auszunutzen und dem Gegner auf diese Weise seine Hüte abzujagen.
Wie gesagt: eine kleine, nette Spielidee, mehr aber auch nicht. Daß die Schachtel durch ihre Größe mehr verspricht, liegt wohl daran, daß Hutschachteln immer überdimensioniert sind.
Top Hats von Leo Colovini, Verlag: Piatnik, Spielerzahl: 2+3, Alter: ab 8 Jahren, Dauer: ca. 20 Minuten
Knut-Michael Wolf