Spielbesprechung

Die Safeknacker

Ganze 12 Spielkarten, ein Bündel Geldscheine und 20 Spielsteine, das ist das bescheidene Material, mit dem sich bis zu 5 Spieler 20 Minuten lang beschäftigen - und dabei noch ihren Spaß haben sollen! Funktioniert das?

Der Titel verrät, worum es geht: Jeder Spieler hat vier Panzerknacker (dargestellt durch die Spielsteine), die Geldschränke (dargestellt durch die Spielkarten) knacken wollen. Die schweren Jungs haben ihren Preis, wie hoch der ist, kann man an ihren Mützen ablesen. Auch die Beute, die in den Safes wartet, ist unterschiedlich hoch. Und: für jeden Safe werden unterschiedlich viele Leute gebraucht, um ihn zu knacken.

Jeder Geldschrank kann also nur von einem Team geöffnet werden. Wer glaubt, es reiche, einfach seine Jungs gemeinsam auf den Weg zu schicken, der irrt. Um ein Team zu bilden, muß ein Spieler einen seiner Safeknacker auf einen fremden Spielstein setzen und ihn damit zu sich holen. Dieses Team kann nun wieder von einem weiteren Spieler angeworben werden (oder auch von dem ersten, dessen Safeknacker gerade abgeworben wurde). Auf diese Weise entstehen im Verlauf des Spiels unterschiedlich hohe Türme oder - um im Stoff zu bleiben - unterschiedlich große Gangs. Und eine Gang kann ihrerseits eine andere Gang anwerben.

Jedes Team wird von dem Spieler kontrolliert, dessen Stein ganz oben liegt. Hat er die erforderliche Anzahl Leute beisammen, kann er einen Safe knacken: Er nimmt einfach die entsprechende Karte an sich und kassiert die Beute. Wie im wirklichen Leben fordert nun aber jeder Safeknacker seinen Anteil, der auf der Mütze abzulesen ist. Der Spieler, dem der Knacki gehört, bekommt das Geld ausgezahlt. Nur was übrig bleibt, nachdem alle anderen ausgezahlt wurden, geht an den Spieler, der den Bruch gemacht hat.

Das Spiel ist zu Ende, wenn der letzte Geldschrank ausgeräumt wurde. Und natürlich gewinnt der Spieler mit der größten Beute.

Die Taktik ist klar: Jeder versucht, die billigsten Leute im Team zu haben. Und wer ein Team anheuert, tut das mit seinem teuersten Knacki, um die Gruppe für die anderen unattraktiv werden zu lassen. Bei voller Besetzung mit 5 Spielern gehen die Pläne selten auf, weil es einfach zu lange dauert, bis man wieder an die Reihe kommt. Spielt man nur zu zweit, ist dagegen ausrechenbar, was passieren wird; dann allerdings wird das Spiel auch schnell langweilig.

Fazit: Safeknacker ist ein "nettes, kleines Zwischenspiel", nicht mehr; für einen Dauerbrenner reicht der Spielreiz leider nicht.

Die Safeknacker von Stefan Dorra, 2-5 Spieler, Verlag: ASS.

KMW

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