Leserbeitrag

Das Amulett

Das Amulett von Alan R. Moon und Aaron Weissblum, 3-5 Spieler, Goldsieber (2001), ca. 59,95 DM

Michael Ziemons <ziemel@web.de> 09.01.2002 01:58:

Ein Zauberspiel ganz ohne Harry Potter!

CoverEs hatte nicht wirklich eine Chance in diesem Jahr: Nominiert für das Spiel des Jahres, aber dennoch keine ernsthafte Konkurrenz für Carcassone, den Überflieger.
Das Amulett, u.a. vom Elfenland-Autor Alan Moon, ist ein schönes Spiel, es macht Spaß und ist besonders für Vielspieler gut geeignet, die es gern ein bisschen magisch haben: aber es ist kein Spiel für die Familie, die mal ab und zu gerne ein wenig spielt.

Worum geht es? Jeder Spieler muß ein Amulett füllen mit verschieden farbigen Edelsteinen, die auf dem Spielplan verteilt sind. Dazu wird über das Spielfeld gezogen von Gebiet zu Gebiet, und die in den Gebieten befindlichen Edelsteine werden versteigert, mit Metallkarten, deren es vier Sorten gibt, und nicht jedes Metall ist in jedem Gebiet gleich viel wert: mitunter zählt es gar nicht.
Das wäre an sich noch nicht so spannend. Jetzt kommen die Zaubersprüche ins Spiel: auch die werden versteigert, mit Energiesteinen, und je mehr ich für einen Zauberspruch biete, umso länger kann ich ihn einsetzen. Dabei gibt es natürlich stärkere und schwächere Zaubersprüche, die mir Privilegien erlauben, die es mir erleichtern sollen, mein Amulett vollzukriegen.

Spielmaterial

„Das Amulett“ ist ein Versteigerungsspiel, aber nicht nur; es ist eine Mischung aus vielen Genres und sitzt so zwischen allen Stühlen, pickt sich aber durchaus immer das Beste raus. Originell ist „Das Amulett“ sicher, und es macht auch sicher Spaß, nicht nur wegen der schönen Gestaltung und Ausstattung. Auch die Spielregel ist ansprechend und einfach gemacht.
Die Spielzeit von 90-120 Minuten allerdings ist doch recht lang und dafür ist das Geschehen eigentlich nicht spannend genug; und die schönste Taktik taugt nichts, wenn der Gegner die besseren Zaubersprüche bekommt – obwohl „Das Amulett“ sicher kein Glücksspiel ist. Das ist auch so ein Fall: Wenn man das Spiel nicht gut kennt, blickt man nicht wirklich durch, welcher Zauberspruch mächtig ist und welcher nicht, und welchen ich dem Gegner abluchsen muß oder überlassen kann.
Das Spiel ist sicher schön für eine größere Runde von Vielspielern, die ihren Spaß damit haben werden. Für den Familienalltag oder drei Spieler ist es weniger geeignet.

von Moon/Weissblum
für 3-6 Spieler ab 12 Jahren
Dauer: 90-120 Minuten
Erschienen bei Goldsieber 2001

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