Leserbeitrag
M von Martin Schlegel, 2-6 Spieler, Abacus (2000), Preis ca. 34,95 DM.
Ralph Obkircher <ralph_obkircher@hotmail.com> 18.04.2001 08:34:
Hmmmm...'M'? Diese bange Frage stellt man sich
wohl oder übel, wenn man von diesem Spieletitel zum
ersten mal hört. Was so geheimnisvoll klingt entpuppt
sich, so wie der Untertitel schon verspricht, ganz schnell
als Mega-Spass Mit Mini-Regeln. Martin
Schlegel beglückt uns mit einem Spiel, das für den
Gelegenheitspieler genauso interessant ist, wie für den
Vielspieler. Trotz des einfachen Mechanismus, der zugegeben
teilweise schon aus anderen Legespielen bekannt ist,
gestaltet sich eine Runde denkerisch recht anspruchsvoll,
weil vorausschauendes Planen durchaus erwünscht ist,
wenn es um die ersehnte und auch gefürchtete Wertung
geht. Bei der Abschlussrechnung kann es dann schon passieren,
dass man vor seinen vermeintlich wertvollen Karten sitzt und
denkt: “M...ich dachte ich hätte viel mehr
Punkte!“.
Worum geht es nun eigentlich? Wenn wir die Spielschachtel
öffnen, gibt es sicher so manchen, der sich wieder
einmal fragt, wozu für 90 Kartonkärtchen und einige
Holzchips eine 38cm x 26cm x 3cm große Verpackung
notwendig ist. Diesmal geben wir einfach der guten Spielidee
die Schuld! Ja? Viele bunte Kärtchen leuchten uns
entgegen und schnell könne wir diese durch Farbe,
Zahlenwert und Symbol unterscheiden.
Bei unserer Partie zu dritt zieht sich jeder 4 Karten vom verdeckten 60 Kartenstapel und nimmt diese auf die Hand. Außerdem erhält noch jeder Spieler 6 blaue Holzchips, die jeweils 10 Punkte wert sind. Es werden dann 5 Karten in der Form eines M auf dem Tisch ausgelegt. Dabei ist es noch egal, ob die Karten laut folgender Regel zusammenpassen. Nachdem wir unsere Startaufstellung also vor uns liegen haben beginnt der Spieler mit den meisten Ms im Namen. Das bin leider überhaupt nicht ich und so versucht meine Mitspielerin durch geschicktes Anlegen ihre ersten Punkt zu erspielen.
Barbara nimmt ihr grünes 30 Kärtchen und legt es
an. Geschickt gespielt hat sie mit beiden benachbarten
Kärtchen eine Gemeinsamkeit und darf sich deshalb von
ihrem rechten Nachbarn einen blauen Chip nehmen. Bei nur
einer Übereinstimmung hätte sie erstens diese Karte
nicht an diese Stelle ablegen dürfen und hätte
zweitens keinen Chip kassiert. Karten müssen mit ihren
Nachbarkarten in mindestens einer Eigenschaft
übereinstimmen. Darum ist es von Vorteil, Karten so
abzulegen, dass sie an möglichst viele andere Karten
passend angrenzen. Bei drei benachbarten passenden Karten
hätte Barbara sogar 2 Chips bekommen. Bei vieren 3
Chips. Nach dem Anlegen nimmt sie sich wieder eine neue Karte
und ich bin dran.
So läuft das Spiel weiter bis in einer Reihe entweder
vertikal oder horizontal die fünfte oder sechste Karte
angelegt wird und mit ihrer (ihren) Nachbarkarte(n) in nicht
nur einer Eigenschaft, sonder in zwei Eigenschaften
übereinstimmt. In diesem Fall spiele ich die braune 30
aus. Symbol und Zahl stimmen mit der Nachbarkarte
überein. Nun löst diese Karte eine Wertung aus. Das
bedeutet, dass ich die beiliegende rote Spielfigur an mich
nehme und so als Startspieler dieser Wertung erkennbar bin.
Mit einem anderen, schwarzen Stein markiere ich die Reihe,
die gewertet wird.

Dann nehme ich (Spieler 1) mir als erster das Kärtchen mit der 10. Christina (Spieler 2) nimmt sich die 30. Barbara (Spieler 3) schnappt sich ebenfalls die 30. Mir bleibt auch noch die 30, die ich mir auch nehme. Alle aufgenommenen Karten müssen offen vor den Spielern abgelegt werden. Die letzte Karte aus der Reihe darf aus zwei Gründen nicht mehr aufgenommen werden. Bei einer Wertung muss mindestens eine Karte in der Reihe liegen bleiben. Außerdem dürfen nur die Karten aufgenommen werden, die nicht eine Verbindung zwischen allen liegenden Karten darstellen. In unserem Fall wäre das die rosa 20. Würde sie entfernt werden, so wären die liegenden Karten in zwei Gruppen geteilt. Dies darf nie im Spiel geschehen.
Zum Ende des Spiels kommt es, wenn alle Karten des Nachziehstapels aufgebraucht sind. Es wird weiter gespielt bis zu einer Wertung. Dann ordnen die Spieler ihre errungenen Karten aus den Wertungen der Farbe nach und zählen für jeden Stapel die aufgedruckten Werte zusammen. Das Problem dabei kommt jetzt! Nur zwei Farben zählen als Plus, alle anderen sind Minuspunkte. Auf die abgeknöpften blauen Chips darf nicht vergessen werden. Jeder davon zählt 10 Punkte für den jeweiligen Spieler. Wer nun am meisten Punkt hat, ist der Meister!
In unserer Spielerunde findet ‚M' großen Anklang. Immer schön fies dann die Wertungen verursachen, wenn andere hohe Karten kassieren müssen, die sie aber gar nicht wollen. Und jeder Chip vom rechten Nachbarn treibt denselben in die Verzweiflung. Ha, ha! Ich kann euch das Spiel nur ans Herzlegen. ‚M' ist und bleibt wahrscheinlich ein heißer Geheimtipp!