Spielbesprechung

Condottiere

CondottiereIm Italien der Renaissance wurden die Kleinstaaten von Heerführern kleiner Söldnerarmeen beherrscht. Solche "Condottiere" versuchten, auf kriegerischem Wege zu Macht und Ansehen, vielleicht sogar einem eigenen Herzogtum zu gelangen.

Im gleichnamigen Spiel schlagen sich die Spieler mit Hilfe von Landknechtskarten unterschiedlicher Wertigkeit um die kleinen Reiche Italiens. Dabei kann jeder entscheiden, ob er beim Kampf um das jeweilige Gebiet mitmachen oder lieber die Kräfte für spätere Scharmützel aufsparen will. Reihum spielen die Beteiligten sodann Karten aus oder geben klein bei. Paßt auch der letzte Spieler, gewinnt die höchste ausgelegte Punktzahl, alle ausgespielten Söldner sind allerdings aus dem Spiel. Der Sieger bestimmt den neuen Kampfschauplatz und schon geht es weiter.

Wer zulange zögert, hat das Nachsehen, denn sobald nur noch ein Spieler Karten besitzt, ist eine Runde beendet und es wird neu ausgeteilt. Dieses Dilemma zwischen Abwarten und Zuschlagen macht den Reiz von "Condottiere" aus. Sonderkarten wie die Heldin, der Bischof, der Trommler oder die Übergabe geben ihm zusätzliche Würze.

Trotz der tollen Aufmachung mit einer Reiterfigur aus echtem Metall und wunderschön gezeichneten Karten erscheint der Preis etwas hochgegriffen. Das in dem Spiel aber eine Menge Spielspaß steckt, hat auch die Jury "Spiel des Jahres" erkannt und "Condottiere" mit einem Platz auf der Auswahlliste ausgezeichnet.

Condottiere von Dominique Erhard und Duccio Vitale, 2-6 Spieler ab 12 Jahren, Eurogames, Preis ca. 69 DM.

Martin Wehnert

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