Spielbesprechung

6 nimmt!

Kurzbeschreibung:

Es wird so ausgeteilt, daß jeder Spieler 10 Karten erhält und vier Karten übrig bleiben. Diese vier Karten liegen offen auf dem Tisch und an diese kann nun angebaut werden. Dazu sucht sich jeder Spieler eine seiner Karten aus und legt sie vor sich hin. Nun werden alle Karten gleichzeitig aufgedeckt und angelegt. Dabei gilt: Die Karte muß grundsätzlich höher sein, als die, an die angelegt wird und man muß an die Reihe anlegen, bei der die geringste Differenz zu der anzulegenden Karte vorhanden ist. Legt jemand die sechste Karte einer Reihe, so muß er die gesamte Reihe abräumen und seine Karte bleibt als Auftakt zu einer neuen Reihe liegen. Sind alle Karten verbraucht, so werden Minuspunkte, entsprechend der auf den Karten aufgedruckten Hornochsen verteilt. Wer zuerst eine bestimmte Anzahl Minuspunkte eingefangen hat, verliert.

Empfehlung:

Was sich so trocken anhört, macht wirklich unglaubliche Laune: Man ist überrascht, wieviel Suchtpotential in den einfachen Regeln liegt. Es ist kein totales Denkkartenspiel wie Skat, doch man hat sein Schicksal zu einem gewissen Grade in eigener Hand (Zumindest im erweiterten Reglement). Positiv auch, daß bis zu zehn Leuten an dieses Spiel herangelassen werden können – mit steigendem Glücks- und Risikofaktor. Wer also nicht gerade eine Abneigung gegen Kartenspiele hegt oder es mag, wenn es bei Spielen ruhig und besinnlich zugeht, dem kann man 6 nimmt! auf jedem Fall empfehlen. Auch für zwischendurch ein leckerer Genuß!

Autor: Wolfgang Kramer
Firma: Amigo-Spiele
Anzahl Spieler: 2-10
Erscheinungsjahr: 1994
Genre: Kartenspiel

Abstrakt:

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   Thema

Glück:

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   Taktik, Können

Schwere:

klein   

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   groß

Aufwand:   

klein   

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   groß

Gesamtnote (5 = absolutes Topspiel; 1=schlecht, macht keinen Spaß): 3,9

Deutscher Spielepreis in Gold 1994
1994 auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres

Peer Sylvester


Sönke Weidemann <soenke.weidemann@t-online.de> 07.10.2000 19:04
Nur eine kleine Ergänzung: 6 nimmt ist das ideale Spiel für den Urlaub in fremden Ländern. Mit ein wenig Englischkenntnissen ist es schnell einer internationalen Spielerrunde erklärt, und da die Karten abstrakt gehalten sind, muß zwischendurch auch nichts mehr übersetzt werden. Wir haben im thailändischen Bergland stundenlang mit Australiern, Japanern, Argentiniern etc. zusammengesessen mit der Folge, daß einige Exemplare jetzt ihren Weg nach Übersee gefunden haben.
 


Axel Bungart <ab.fakir@gmx.de> 12.10.2001 08:40:

Zu den "Sollte-man-haben"-Kartenspielen zählt "6 nimmt". In typischerweise leicht ermüdeter und trotzdem recht ausgelassener Skiurlaubs-Abend-Stimmung kommt das Kartenlegespiel zur rechten Geltung. Doch auch zu Hause versprechen "6 nimmt"-Runden Kopfschütteln und Ge-lächter. Kopfschütteln, denn die zehn Karten, die jeder Spieler zu Beginn jeder Runde erhält, müssen möglichst passend an bereits ausliegende Kartenreihen angelegt werden und zwar in aufsteigender Reihenfolge. Der Kartenstapel ist durchnummeriert von 1-104, jede Zahl kommt also nur einmal vor. Vier Karten des Talons werden nebeneinander ausgelegt; sie bilden später die vier Kartenreihen. Nun wählt jeder eine seiner zunächst zehn Karten aus, legt sie verdeckt vor sich ab bis dann alle gleichzeitig aufgedeckt werden. Derjenige, der die niedrigste Karte ausgewählt hat, darf zuerst legen, die anderen folgen in der Reihe Ihrer Kartenwerte. Dabei ist zu beachten, daß man immer nur an eine Karte anlegen kann, deren Wert kleiner ist, als die Karte, die man anlegt. Außerdem muß man dort anlegen, wo die kleinste Differenz zum Zah-lenwert der bereits liegenden Karte besteht. Was in den ersten beiden Spielrunden harmlos beginnt, spitzt sich mit jeder Runde zu. Denn die ausgelegten Kartenreihen wachsen an, freilich nicht bis ins Unendliche, denn wer die sechste Karte an eine Reihe anlegen muß, muß die Rei-he nehmen und als Stapel der Minuspunkte neben sich legen. Als Minuspunkte zählt dabei nicht der Kartenwert, sondern die ebenfalls aufgedruckten Hornochsen-Köpfe.
Was vermeintlich einfach klingt, ist manchmal recht verzwickt. Es ist ein bißchen Taktik und auch einfach mal das nötige Glück erforderlich, wenn es darum geht, die Kartenreihen - und damit die Minuspunkte - anderen zu überlassen. Ist die Differenz der Karte, die man anlegen möchte, zu groß, drängeln sich andere vor und plötzlich legt man nicht mehr die dritte Karte an eine Reihe sondern die sechste und zack! - hat man die Hornochsen auf seiner Seite. Besser man pokert also tief, doch nicht zu tief, sonst ist man auch der ge-ochste.
Vier bis sechs Spieler sind die Idealbesetzung für "6 nimmt". Darunter ist zu wenig Bewegung im Spiel. Bei mehr als sechs Spielern wird das Auslegen der Karten so unvorhersehbar, daß das reine Glück dominiert. Das Gelächter schließlich ist bei dem, der am Ende die Hornochsen den anderen überlassen konnte. Hat ein Spieler eine frei festzusetzende Ochsenzahl erreicht, endet das Spiel. Das Spielmaterial ist sehr gut, das Design der arten eindeutig. Karten mit vielen Hornochsen fallen durch eine giftige Farbe auf, was zur Übersichtlichkeit beiträgt. Die Spiel-dauer ist variabel.

Ein Spiel von Wolfgang Kramer, ca. 13 DM bei AMIGO

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