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PEEP ("Persönliches «Erster Eindruck» Posting" aus dem spielbox-Forum)

Caylus


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BoxCaylus ist das zweite Spiel, das im französischen Verlag Ystari erscheint.

Ziel des Spiels:
Die meisten Prestigepunkte (PP) (Siegpunkte) sammeln

Um dieses Ziel zu erreichen, kann man sich in verschiedenen Bereichen engagieren:

  • Schlossteile bauen: 5 PP für Burgfried, 4 PP für Mauer, 3 PP für Turm
  • Errichten von Gebäuden (aufgedruckte Punktzahl an PP), und als zusätzlichen Vorteil 1 weiteren PP, immmer wenn ein anderer Spieler einen Arbeiter ins eigene Gebäude setzt, um die Funktion des Gebäudes zu nutzen.
  • Kauf von Prestigepunkten in bestimmten Gebäuden
  • Prestigepunktbelohnung beim Vorrücken in der obersten Kategorie der "Gunst des Königs" (dazu später mehr)
  • Prestigepunkte am Spielende: je 3 PP für 1 Gold-Rohstoff, je 1 PP für 3 nicht-Gold Rohstoffe, je 1 PP für 4 Geld

Es gibt 5 Rohstoff-Sorten im Spiel: Nahrung, Holz, Stein, Tuch und Gold. Diese werden zum Bauen der Schlossteile, der Gebäude, zum Verkauf gegen Geld oder zum Aktivieren bestimmter Gebäudefunktionen benötigt.

Schloss:
Der Ausbau des Schlosses geschieht in 3 Stufen. Zuerst werden Teile des Burgfriedes gebaut für 5 PP, danach Teile der Burgmauer für 4 PP und zum Schluss Teile der Burgtürme für 3 PP. Alle Schlossteile kosten 3 verschiedene Rohstoffe, wovon 1 Nahrung sein muss. Man darf auch mehrere Teile auf einmal bauen. Wer die meisten Schlossteile in der aktuellen Runde gebaut hat, bekommt noch eine "Gunst des Königs" (siehe unten), bei Gleichstand bekommt derjenige, der zuerst dort gebaut hat, diese Gunst. Die nächste Stufe des Schlossausbaus wird gestartet, wenn entweder alle Bauplätze der aktuellen Stufe belegt sind, oder eine bestimmte Spielfigur (der Seneschal) das Feld für die Wertung dieses Bauabschnittes erreicht. Zu diesem Zeitpunkt wird der Bereich gewertet und es kann abhängig von der Anzahl der beigesteuerten Bauteile weitere Gunst des Königs erlangt werden. Wenn der letzte Burgbereich gewertet wird, endet danach das Spiel und der Spieler mit den meisten Prestigepunkten gewinnt.

Gebäude:
Bei den Gebäuden gibt es verschiedene Typen:

  • Produktionsgebäude, die Rohstoffe produzieren
  • Märkte, wo man für Geld Rohstoffe kaufen/verkaufen kann
  • Baumeister-Gebäude, wo man ein Gebäude einer bestimmte Gebäudeklasse (siehe unten) bauen kann
  • Gebäude mit Sonderfunktionen

...und verschiedene Klassen:

  • neutrale Gebäude, die bei Spielbeginn ausliegen
  • Holzgebäude, die 1 Holz und 1 anderen Rohstoff kosten
  • Steingebäude, die 1 Stein und 1 anderen Rohstoff kosten
  • Wohnhäuser für 1 Geld und 1 Tuch, mit denen neutrale oder eigene Gebäude überbaut werden und die Geldeinkommen generieren
  • Prestigegebäude, die 1-3 Gold-Rohstoffe und 3-5 andere Rohstoffe kosten, mit denen eigene Wohnhäuser überbaut werden müssen, die eine große Anzahl an Prestigepunkten bringen (bis zu 25 PP)

Gebäudeauswahl

Arbeiter:
Um ein Gebäude zu benutzen und die Funktion auszulösen, muss man einen eigenen Arbeiter in das Gebäude setzen, was nacheinander in Spielreihenfolge passiert, bis niemand mehr setzen will. In jedes Gebäude passt nur 1 Arbeiter hinein, d.h. man kann bestimmte Gebäude für sich reservieren. Ausnahmen sind dabei das Schloss zum Bauen von Schlossteilen und der Stall, wo man die Spielreihenfolge verändern kann. Das ist wichtig, wenn man in der nächsten Runde auf jeden Fall als Erster einen Arbeiter setzen will. Das Setzen eines Arbeiters kostet anfangs 1 Geld, sobald ein Spieler passt, erhöht sich der Preis für alle anderen Spieler um 1. Mit frühem Passen kann man anderen Spielern somit Geld aus der Tasche ziehen, wenn sie noch weitere Arbeiter setzen wollen.

Vogt/Seneschal: Alle Gebäude stehen entlang einer Strasse, die von der Burg wegführt. Auf dieser Strasse wandern 2 neutrale Spielfiguren, die das Spielgeschehen maßgeblich beeinflussen. Der Seneschal zieht pro Runde 1-2 Felder von der Burg weg und bestimmmt, wann die einzelnen Bereiche der Burg gewertet werden (sobald er die entsprechenden Wertungsfelder auf der Strasse erreicht). Ist der Burgbereich schon vorher gefüllt, wird auch schon vorher gewertet. Die zweite Spielfigur ist der Vogt. Er startet die Runde immer auf dem Feld des Seneschals, kann aber dann von den Spielern noch nach vorne oder hinten verschoben werden. In der Reihenfolge, in der die Spieler beim Setzen der Arbeitergepasst haben, dürfen sie nun den Vogt um 0-3 Felder nach vorn oder hinten versetzen. Jedes Feld kostet dabei 1 Geld. Der Clou: Alle Gebäude, die zwischen Vogt und Schloss liegen werden aktiviert, aber Gebäude, die vor dem Vogt weiter vorne auf der Strasse liegen, werden nicht aktiviert. Die dort stehenden Arbeiter sind dann leider verschwendet. Dadurch kann man den anderen Spielern natürlich gehörig in die Suppe spucken, und die frühe Aktivierung fortgeschrittener/besserer Gebäude verhindern. Anschliessend werden die Gebäude dann der Reihe nach abgehandelt. Nach der Bauphase zieht der Seneschal 1 Feld nach vorn, wenn der Vogt nicht vor ihm auf der Strasse steht. Andernfalls zieht er 2 Felder vor und pfeift den Vogt nach seiner Bewegung wieder zu sich heran.

Gunst des Königs:
Die Gunst des Königs teilt sich in 4 Bereiche auf: Prestigepunkte, Geld, Rohstoffe, Sonderbauaktionen. Für jede Gunst die man gewinnt, kann man in einem der 4 Bereiche seiner Wahl vorrücken und dort entsprechende Belohnungen einkassieren. Für die erste Stufe im Bereich Geld gibt es 3 Geld, im Bereich Prestigepunkte 1 PP, im Bereich Rohstoffe 1 Nahrung und im Bereich Sonderbauaktion erstmal nichts. Bei der zweiten Stufe gibt es: 4 Geld, 2 PP, wahlweise Holz oder Stein oder man darf sofort ein Holzgebäude bauen, ohne Holz zu bezahlen (nur der andere Rohstoff muss bezahlt werden). Und so weiter... Bekommt man mehr als 1 Gunst auf einmal, so muss man verschiedene Bereiche wählen und kann nicht in einem Bereich mehrere Stufen auf einmal vorziehen.

SpielplanSpielablauf:
Er gliedert sich in folgende Phasen:

  1. Einkommen: 2 Geld + Gebäudeeinkommen für jeden Spieler
  2. Setzen der Arbeiter in freie Gebäude bis alle gepasst haben: Kosten 1-5 Geld laut "Brückenskala", Ausnahme für eigene Gebäude und Wirtshausbesucher (Kosten: immmer 1 Geld).
  3. Aktivieren der Gebäude vom Tor bis zur Brücke
  4. Verschieben des Vogts um 0-3 Felder in Passreihenfolge (Kosten: 1 Geld pro Feld)
  5. Aktivieren der Gebäude von Brücke bis Vogt
  6. Bauen von Schlossteilen (auch mehrere) und Gunst des Königs für aktivsten Baumeister der Runde
  7. Ziehen des Seneschals und des Vogts und Prüfung, ob Schloss gewertet wird (wenn voll oder Wegpunkt erreicht)

Erste Eindrücke nach 4 Partien:
Das Spiel ist einfach Klasse und reicht vom Komplexitätsgrad an Puerto Rico heran. Es verzichtet komplett auf Glückselemente und ist somit gerade für Vielspieler ein perfektes Spiel. Wie bei Puerto Rico möchte man verschiedene Taktiken ausprobieren: setzt man auf den Ausbau der Burg oder eher auf Stadtgebäude. Baut man Wohngebäude, um später noch Prestigegebäude zu kaufen oder versucht man einfach, Gold-Rohstoffe anzuhäufen. Alle Spiele laufen sehr unterschiedlich ab, davon abhängig, welche Entscheidungen getroffen werden und welche Taktiken die Spieler verfolgen. Wie früh wird das Gebäude zum Bau von Steingebäuden / Wohnhäusern / Prestigegebäuden gebaut? Früh oder spät? Wie oft wird der Seneschal durch geschicktes Ziehen des Vogtes 2 Felder nach vorne geschickt, um ein frühes Spielende auszulösen? Wenn ich eigene Wohngebäude baue, überbaue ich dabei meist neutrale Gebäude. Welches nehme ich da, um andere Spieler vielleicht zu behindern? Wenn ich zum Beispiel ein Gebäude für Steinproduktion gebaut habe, werde ich dann normalerweise das neutrale Gebäude zur Steinproduktion überbauen. Entweder locke ich damit fremde Arbeiter in mein Gebäude, was mir 1 PP gibt, oder ich stelle meinen Arbeiter selbst dorthin und niemand anders bekommt in dieser Runde Stein, ausser er kauft ihn teuer auf einem der Märkte ein. Das Spiel ist ein echtes Ärgerspiel, wenn man genau das Gebäude besetzt, das der nachfolgende Spieler eigentlich haben wollte, oder eben den Vogt dazu überredet ein paar Gebäude nicht werten zu lassen... Und gerade dann macht es am meisten Spass, wenn es fies gespielt wird.

Für mich ist dieses das beste Spiel seit Puerto Rico und für alle die PR mögen, kann ich eine absolute Kaufempfehlung aussprechen.

Caylus von William Attia, Grafik: Arnaud Demaegd, 2-5 Spieler, Spieldauer ca. 60-120 Minuten, Ystari (2005), deutscher Vertrieb: Huch & friends, Preis ca. 35.00 €.

Eric Humrich, 24.10.05

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Weitere Infos über "Caylus":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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Letzte Änderung: 16.04.2008 15:40 
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