|
In der kleinen Amigo-Schachtel finden wir 33 Karten mit den Werten von 3 bis 35 sowie 55 rote Kunststoffchips.
Nachdem jeder der drei bis fünf Spieler 11 Chips bekommen hat, werden die Karten gut gemischt und 24 Karten verdeckt abgezählt. Die 24 Karten dienen als verdeckter Talon, während die übrigen 9 Karten unbesehen in die Schachtel kommen und aus dem Spiel sind.
Der erste Spieler deckt eine Karte auf und muss sich entscheiden:
Entweder er nimmt die Karte oder er lehnt die Karte ab.
Dabei heißt es: "Geschenkt… ist noch zu teuer!", denn jede genommene Karte zählt nur Minuspunkte!
Lehnt der Spieler die Karte aber ab, so muss er einen seiner Chips neben den Talon legen und sein linker Nachbar setzt das Spiel fort: Nehmen oder Ablehnen heißt es nun für diesen Spieler.
So geht es rund und irgendwann nimmt ein Spieler diese Karte und muss sie offen vor sich ablegen: die Karte zählt nun als Minuspunkte in Höhe des Kartenwertes. Ausnahme: Zusammenhängende Zahlenketten gelten nur so viele Minuspunkte wie der Kartenwert der niedrigsten Karte in der Kette (Beispiel: Zahlenkette mit 23-24-25-26 zählt 23 Minuspunkte). Allerdings: zusammen mit der Karte kann er auch die Chips nehmen, die sich neben dem Talon angesammelt haben. Diese Chips zählen für ihn am Spielende als Pluspunkte und können natürlich wie die übrigen Chips dazu verwendet werden, Karten abzulehnen. Hat ein Spieler die Karte mitsamt Chips genommen und vor sich abgelegt, wird er neuer Startspieler, deckt eine neue Karte auf und entscheidet sich neu für Nehmen oder Ablehnen.
Im Uhrzeigersinn geht's dann weiter wie gehabt: Karte aufdecken und entscheiden: Karte nehmen und Minuspunkte/ Chips kassieren oder liegen lassen und einen Chip zahlen. So läuft das Spiel, bis alle 24 Karten ihren Besitzer gefunden haben. Während des Spiels halten natürlich alle ihre Chips geheim, denn gerade wenn ein Spieler wenig Chips hat, ist die genaue Anzahl seiner verbleibenden Chips eine wertvolle Information.
Am Spielende zählt jeder seine Minuspunkte zusammen und addiert seine verbliebenen Chips als Pluspunkte hinzu. Der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten ist Sieger.
Hört sich einfach an und ist es auch: Nach ein paar Sätzen der Erläuterung ist das Spiel von allen verstanden und jeder kann seine ganz eigene Taktik entwickeln: Möglichst wenig Karten nehmen und darauf hoffen, wenn die eigenen Chips knapp werden, eine Karte mit niedrigem Wert und einigen Chips mitnehmen zu können. Oder: Mal die eine oder andere (vielleicht auch höhere Karte) mitnehmen und hoffen Lücken zwischen Einzelkarten schließen zu können.
Oder: Eine hohe Karte aus dem 30-er Bereich nehmen und später andere (nahe gelegene) hohe Karten solange herumgehen lassen bis sich ordentlich Chips gesammelt haben: dann zuschlagen und einen Haufen Chips kassieren. Oder, oder, oder….
Mit verschiedensten taktischen Erwägungen kann man bei "Geschenkt… ist noch zu teuer!" zum Erfolg kommen, denn das Glück hat (nicht nur wegen der 9 Karten, die aus dem Spiel sind) einen durchaus angenehmen Einfluss auf den Spielverlauf: da kann auch der risikofreudige Kartensammler eine Lücke zwischen der 20 und der 15 schließen und so kurz vor knapp noch haushoch den Sieg davontragen…
Ein Spiel, dass sich locker zu Bier und Brezeln "aus dem Bauch heraus" spielt, ohne allzu hohen Anspruch an taktische Erwägungen. Es macht einfach Spaß, abzuschätzen, wie viel Chips die anderen noch haben und denen mit wenig Chips auf der Brust eine hohe Karte zuzuschanzen. Oder eine Karte, die mit einer anderen eigenen Karte zusammen eine Reihe bilden kann, in der Hoffnung auf eine dicken "Chip-Pott" noch das ein oder andere Mal herumgehen zu lassen…
Fazit:
Glück und überschaubare taktische Optionen stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander und machen das Spiel zu einem lockeren Kartenspiel, das sich intuitiv aus dem Bauch heraus spielen lässt. Das Spiel eignet sich hervorragend für´s Zwischendurchspielen oder als Auftakt/ Ausklang eines Spieleabends. Aber auch Mitspieler, die wenig Lust auf komplexere Spiele haben, lassen sich gewiss gerne für "Geschenkt… ist noch zu teuer!" begeistern.
Wer die überschaubaren Kosten von etwa 6 Euro scheut, kann sich das Spiel ja zu Weihnachten schenken lassen, so dass "Geschenkt ist noch zu teuer!" in keinem gutsortierten Spielehaushalt mehr fehlen muss.
Tom Hoemske, 11.11.04
Geschenkt ...ist noch zu teuer! von Thorsten Gimmler, 3-5 Spieler ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 20 Minuten, Preis ca. 6.00 €; Amigo (2004)
|