|
PEEP ("Persönliches «Erster Eindruck» Posting" aus dem spielbox-Forum) Zug um ZugTicket to Ride |
|
Bei Zug um Zug haben wir eine Karte der USA mit Städte + Städteverbindungen. Diese Städteverbindungen haben eine Länge von 1-6 Feldern (=Platzhalter für Waggons), die zum großen Teil einer der 8 Farben zugeordnet sind, einige sind auch farbneutral. Im Spiel geht es im wesentlichen darum, gleichfarbige Handkarten (Waggonkarten) zu sammeln, um diese Strecken zu besetzen. Kann ich z.B. 5 grüne Waggonkarten auslegen, so darf ich EINE Städteverbindung der Länge 5 und der Farbe grün in Besitz nehmen, indem ich Waggons meiner Spielerfarbe daraufstelle. Bei farbneutralen Feldern darf ich beliebige Waggonkarten auslegen, die aber ebenfalls untereinander gleichfarbig sein müssen. So weit, so simpel. Das Salz in der Suppe sind jedoch die sogenannten "Verbindungskarten". Von diesen erhält jeder Spieler zu Beginn 3 (darf 1 davon wieder ablegen) verdeckt auf die Hand. Die Karten geben bestimmte Städteverbindungen an (z.B. Los Angeles - Saint Louis), deren Punktwert ansteigt, je weiter die Städte voneinander entfernt liegen. Schafft ein Spieler, einen Strang eigener Waggons zwischen diesen Städten zu spannen (egal ob auf direktem Wege oder irgendwie um 20 Ecken herum), kassiert er bei der Endabrechnung die darauf angegebenen Punkte. Pikantes Detail: So attraktiv und punkteträchtig diese Verbindungskarten sind, bergen sie auch ein erhebliches Risiko: Schafft man die Verbindung nicht, werden die Punkte gleichermaßen abgezogen... Am Schluss gibts eben diese Verbindungspunkte plus und minus, sowie Punkte für jede einzelne Streckenverbindung, exponentiell steigend mit der Streckenlänge. Das Spiel spielt sich simpel und flott. Ich habe immer nur die Wahl zwischen 3 Aktionen, von denen ich pro Spielzug nur EINE ausführen darf (!): Neue Waggonkarten aufnehmen (aus offenem Kontingent oder verdeckt), Strecke besetzen, Verbindungskarte nachziehen. Letztendlich ist bei Zug um Zug der elegante Spagat zwsichen Risiko (Karten sammeln, Verbindungen versuchen) und sicheren Punkten (Strecken besetzen) wichtig. Wer zuviel riskiert, dem baut ein anderer in den Weg oder schnappt die begehrte Strecke weg. Wer zu ängstlich agiert, bleibt auf punktarmen Kleinkleckerstrecken hocken. Und etwas Bluff ist auch dabei: Was nimmt der Gegner für offene Karten(farben) auf, und wo will er wohl damit hin? Kann ich ihm in den Weg bauen, oder muss ich fürchten, dass er selbiges mit mir tut? |
|
Das Spiel dauerte bei uns rund 45 Minuten (zu viert). Lange Denkpausen gibt es keine, und die Regeln sind hier eigentlich umfassend wiedergegeben (wenn ich noch dazufüge, dass es Lokkarten als "Joker" gibt). Man sollte bei Zug um Zug UNBEDINGT mit der richtigen Erwartungshaltung herangehen: Es ist ein Spiel für die ganze Familie, etwas Taktik, etwas Bluff, etwas Glück - eine gesunde Mischung. Es ist eher ein "Intermediate", was den Anspruch anbelangt - kein strategischer "Brocken". Der Anspruch, was das Erlernen anbelangt, ist minimal, kaum höher als bei einem Transamerica. Die eigenen Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten sind allerdings weitaus vielfältiger und tiefgründiger. Noch einige abschließende Worte zum Material: Das Spiel sieht sehr schön aus, riesiger Spielplan, viele Plastigwaggons (vgl. Union Pacific), schönes Design der Karten. Leider sind die Karten ziemlich klein (Größe der Siedler-Rohstoffe), dazu sehr glatt und dünn. Das erschwert das Mischen erheblich. Ich hoffe, den Interessenten am Spiel mit diesem PEEP etwas geholfen zu haben. In meiner Spielerunde (wie gesagt: erst 2 Partien) wurde das Spiel sehr gut aufgenommen, grade für Abende, an denen man nicht endlos grübeln, aber auch nicht gerade würfeln möchte. Ich werd's noch oft spielen. Steffen Stroh, 11.03.04 Zug um Zug von Alan R. Moon, 2-5 Spieler ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 30-45 Minuten, Days of Wonder (2004). |
goissenpeter <101.6886@germanynet.de> 22.12.2004 00:21: | ||||||||||||
| Letzte Änderung: 16.04.2008 15:41 |
[ Home ] [ Top ] [ Spielarchiv ] |