Presseinformation

Flower Power

Ein Legespiel für zwei wildgewordene Blumenkinder

...die das Glück gepachtet und den Durchblick bewahrt haben, und für passionierte Singles: Flower Power eignet sich auch hervorragend als Solitärspiel.

Daß Legespiele nicht notwendigerweise etwas mit Hühnern und Eiern zu tun haben müssen, diese Erkenntnis hat sich in Spielerkreisen schon seit geraumer Zeit durchgesetzt, aber Blumen als imperialistisch angehauchte Wucherpflanzen, das dürfte auch für den erfahrensten Spielekavalier neu sein. Bei genauerer Betrachtung ist es mit der Flower Power aber nur halb so wild, denn der ungestüme Ausbreitungstrieb steckt natürlich weniger in den Pollen der Blüten als vielmehr in den Köpfen zweier Gärtner, die ihren Konkurrenzkampf durch die Blume austragen.

Flower PowerZum Spiel mit "Flower Power" gehören ein in kleine quadratische Kästchen unterteilter Spielplan, die Blumenwiese, ein Schmetterling als Markierungsstein und ein Beutel mit 100 rechteckige Kärtchen, auf denen, nach dem Dominoprinzip, je zwei Blumenkästchen (meist mit zwei verschiedenen Blumen) zu sehen sind.

Ziel des Spiels ist es, auf seiner Hälfte der Wiese möglichst große zusammenhängende Flächen mit Blumen einer Art zu schaffen. Neun verschiedene Blumenarten sind im Spiel. Quer durch die Mitte der Blumenwiese, d.h. des Spielplans, verläuft eine "neutrale" gelbe Zone. In dieser Zone dürfen beide Spieler Blumen pflanzen. Hier lauert aber auch Gefahr. Denn ein Feld mit gleichen Blumen, dass in dieser gelben Zone von beiden Seiten her zusammenwächst, zählt nur für den Spieler, der auf seiner Seite mehr gleichartige Blumen als der andere hat.

Der Spielablauf ist denkbar einfach: Wer an der Reihe ist, zieht aus dem Beutel ein Blumenkärtchen und legt es anschließend auf den Spielplan. Das Kärtchen muß nicht an schon vorhandene angelegt werden, sondern kann frei auf der Blumenwiese, genauer gesagt in der eigenen Spielhälfte und in der neutralen gelben Zone auf der Spielplanmitte, platziert werden. Da es eher die Ausnahme ist, dass die dominoartigen Kärtchen auf beiden Hälften das gleiche Blumenmotiv aufweisen, und in der Regel man es eher mit zwei verschiedenen Blumen zu tun hat, kommt dem freien Legen der Kärtchen eine wichtige Rolle zu. Es bleibt dem Glück und dem Geschick der Gärtner überlassen, die Kärtchen so zu legen, dass nach und nach ein Zusammenwachsen gleicher Blumenarten möglich wird. Kleine Boshaftigkeiten dürfen da nicht ausbleiben. Dreimal während des gesamten Spiels darf man ein Kärtchen, das man gezogen hat, mit dem Rücken nach oben ins gegnerische Blumenfeld legen. Mit diesem Wildwuchs kann die Ausbreitung eines gegnerischen Blumenfeldes eingeschränkt werden.

Sobald ein Spieler keine Kärtchen mehr legen kann, ist das Spiel für ihn zu Ende. Der andere darf so lange allein weiterspielen, bis auch er keine Möglichkeit mehr hat, den Regeln gemäß anzulegen. Danach erfolgt die Punktewertung. Felder mit bis zu zwei gleichen Blumen bringen null Punkte, für bis zu fünf gleichen Blumen gibt es einen Punkt; bis zu neun gleiche Blumen werden mit zwei Punkten belohnt und die Ernte bei zehn und mehr gleichen Blumen beträgt vier Punkte.

Solitärvariante:

In der vom Verfasser dieser blumigen Zeilen besonders geschätzten Solitärvariante darf sich der Spieler selbstverständlich über die gesamte Blumenwiese ausbreiten. Ziel ist es, ganz ungestört möglichst große, punkteträchtige Wiesenstücke mit gleichen Blumen zu schaffen. Natürlich ist nicht jeder für diese einsame, kontemplative Art zu spielen geschaffen. Wem derlei aber liegt, der wird daran oft und viel Freude haben, z.B. auf langen Zugfahrten. Die Blumenwiese von Flower Power passt nicht nur auf jeden Tisch in den Abteilen der Großraumwagen, sondern auch auf die Klapptischchen vor den Sitzen.

Flower Power von Angelika Fassauer und Peter Haluszka, 2 Spieler ab 8 Jahren, Spieldauer 20-40 Min. Kosmos (2001), ca. 29 DM

Fritz Gruber


Redaktion Reich der Spiele <info@reich-der-spiele.de> 01.04.2001 15:56:

Dieses Spiel wird seinem Namen voll gerecht. Beide Mitspieler versuchen auf einem Spielbrett, das in kleine Felder aufgeteilt ist (das Blumenbeet), Blumen anzupflanzen und dabei möglichst große Bereiche mit gleichen Blüten zu erhalten. Die Blumen selbst werden durch kleine Plättchen dargestellt. Die Schwierigkeit besteht darin, dass diese Plättchen gezogen werden müssen und dazu in Form eines Dominosteins gestaltet sind, der jeweils zwei unterschiedliche Blüten abbildet. In der Mitte des Spielfeldes besteht ein grüner Bereich, der von beiden Spielern benutzt werden kann. Die Blüten gleicher Sorte sollten aber eine Verbindung in das eigene Feld haben, ansonsten sind sie wertlos. Bei Flowerpower geht es friedlich zu, man darf nicht im Beet des Mitspielers anpflanzen. Um den Gegner aber etwas in seinem Blumenglück zu stören, darf man dreimal ein Plättchen verdeckt auf sein Beet legen und dadurch zum Beispiel das zu starke Ausbreiten einer Blütenfläche verhindern. Das Spiel ist zu Ende, wenn kein Spieler mehr ein Blütenplättchen legen kann. Dann kommt der Wertungs-Schmetterling und besucht die Blumenwiese. Wer es geschafft hat, möglichst zusammenhängende Flächen mindestens drei gleicher Blüten zu pflanzen, der erhält Punkte. Zwischen 3-5 Blüten gleicher Punktzahl erhält man 1 Punkt, bis 9 gleiche Blüten zählen 2 Punkte und über 9 gleiche Blüten nebeneinander sind vier Punkte wert. Klar, dass man versucht, möglichst große Blütenflächen anzupflanzen. Sieger ist, wer am Ende die meisten Punkte durch seine Blüten sammeln konnte.

Flowerpower ist ein sehr schön gestaltetes Spiel für zwei, dessen Regeln innerhalb kürzester Zeit begriffen sind. Das Spiel dauert in der Regel nur 15-20 Minuten und lässt sich prima zwischendurch spielen. Den beiden (Jung-)Autoren ist es gelungen, ein einfaches, sehr schön gestaltetes und dennoch interessantes Spiel zu erschaffen, dass in sich stimmig, sehr atmosphärisch und bis zum Ende spannend ist. Die vorbildliche Spielanleitung hält auch eine Solo-Variante bereit, bei der man versuchen muss, sein eigenes Ergebnis zu übertreffen. Zwar spielt der Glücksfaktor eine große Rolle, aber nicht selten ärgert man sich, dass man sich selbst mögliche Blütenflächen verbaut hat. Von daher gehört auch ein Stück Planung des Zufalls zum erfolgreichen Spiel. Flowerpower zeigt, dass auch einfache Spiele sehr viel Spaß machen können - ein Spiel nicht nur für Blumenkinder!

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