Presseinformation

How Ruck

Whisky, Schweiß und weiße (sic) Frauen

Eigentlich müsste es ja "How Rrrrrrruck" heißen, das neue Zweipersonen-Tauziehen-Spiel von Richard Borg, denn schließlich spielt es in den schottischen Highlands, und dort wird nicht nur ein heißes Tau gezogen, sondern stets auch ein kräftiges "R" gerollt. Worrrrrrrum geht es? Well, eigentlich ganz einfach: Zwei Clans treten zum traditionellen Tauziehen an. Auf jeder Seite stehen drei Clanmitglieder, die pullen, was das Zeug hält.

Apropos "pullen": Der Siegerpreis besteht aus Whisky, und zwar nicht nur aus einer Pulle, sondern gleich einem ganzen Fass. Und damit "How Ruck"als Familienspiel auch noch für Kinder geeignet ist, befindet sich in dem Fass ein ganz besonderer Whisky, nämlich der sogenannte "Clausvalley Whisky" (in Deutschland als "Clausthaler Whisky" bekannt), dessen Alkoholgehalt gegen Null tendiert.

Zum Spiel gehören ein Spielplan, fünf Whiskyfässer sowie fünfundfünfzig Spielkarten, auf denen in aller Regel unterschiedlich starke Tauzieher und Tauzieherinnen zu sehen sind. Die Karten werden gemischt und jedem 20 davon zugeteilt. Jeder Spieler zieht nun von seinem Stapel jeweils immer zwei (!) Karten gleichzeitig. Blitzschnell entscheidet er, welche dieser beiden Karten er selbst behalten und welche er seinem Gegner geben möchte. Wer als erster mit dem Aufteilen seiner Karten fertig ist, schreit "Stopp" und hat nun u.a. den Vorteil, daß er erstens die Karten, die sein Gegenspieler bis dahin noch nicht verteilt hat, nun in seinem Sinne zwischen den beiden Kontrahenten aufteilen kann; und zweitens, daß er das Spiel beginnt. - Jeder Spieler nimmt die zehn Karten, die er sich selbst zugedacht hat plus die zehn Karten, die vom Gegner kommen, bildet daraus einen verdeckten Stapel von insgesamt zwanzig Karten und nimmt sechs davon auf die Hand.

Nun ist es high time zu verraten, was sich auf den Karten befindet: Es handelt sich um ein Heer zugkräftiger schottischer Mannsbilder, die sich auf roten, blauen oder grünen Karten tummeln. Dazu kommen noch kernige, ein nicht minder heißes Tau ziehende Damen auf neutralen, weißen Karten. - Der Blick auf den Spielplan zeigt ein kräftig gespanntes Seil und auf jeder der beiden Spielplanhälften drei hintereinander angeordnete Kartenablagefelder in den Farben Rot, Blau und Gelb. Klar wie frisch destillierter Whisky: Auf grüne Kartenfelder dürfen nur gelbe, auf rote nur rote, auf blaue Kartenablagefelder nur blaue Karten gelegt werden. Einzig die in neutrales Weiß gekleideten Lady's Karten dürfen auf jedes beliebige Feld gelegt werden. Ist ein Spieler am Zug, wählt er eine seiner Handkarten aus und legt sie auf ein farblich passendes Kartenablagefeld; und zwar entweder auf seiner eigenen Seite oder auf Seiten des Gegners. Jeder, der nicht ebenso heimlich wie reichlich schon vor dem großen Tauziehen an der Whiskypulle genippt hat, wird dem Gegner natürlich die schwächeren Recken zuschieben und am eigenen Tau möglichst nur diejenigen Hand anlegen lassen, die über mächtig viele Muckis verfügen. Wichtig: Karten dürfen übereinander gelegt werden. Liegt auf dem roten Feld des Gegners also ein muskelbepackter Recke mit dem Stärkewert "4", dann wird die Konkurrenz den gerne mit einem schwachbrüstigen "Einser" überdecken. Wird ein Tauzieher ausgelegt, der laut Karte auch noch "How Ruck" brüllt, dann wird der Spielverlauf kurz unterbrochen und es kommt zu einer Zwischenwertung. Jeder ermittelt die augenblickliche Stärke seines Dreierteams bzw. die Differenz der beiden Teamstärken. Der Sieger zieht das Whiskyfass auf der Zählleiste um so viele Felder in seine Richtung wie die Differenz zwischen den Stärken der beiden Teams beträgt. - Das ist der normale Gang der Gänge; eine Reihe von Sonderkarten, bis hin zu urschottischen Ungeheuern, sorgen dafür, daß die Kontrahenten auch mit völlig überraschenden Zügen zu rechnen haben.

Sobald das Whiskyfass auf oder über die eigene Ziellinie gezogen wird, ist der Durchgang beendet und man erhält das Faß als Preis. Wer zuerst drei solcher Fässer gewonnen hat, ist der Gesamtsieger.

How Ruck von Richard Borg, 2 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten, Kosmos (2002), Preis ca. 13 €

Fritz Gruber

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