Presseinformation

Rasende Roboter

Keine Atempause

Erster Eindruck (KMW)

BildVier knuffige Roboter aus edlem Plexiglas rasen über eine variable Spielfläche, düsen von einer Ecke zur anderen, prallen an Hindernissen ab und rempeln ihre Kollegen an. Welcher Spieler hat den Dreh raus und findet den schnellsten Weg? Dabei können soviele um die Wette eifern, wie Mitspieler am Tisch Platz finden. Und durch die beidseitig bedruckte Spielfläche gibt es 96 Möglichkeiten, die vier Pläne mit ihren jeweils 8 x 8 Feldern zu kombinieren, so daß sich die Ausgangslage für die Roboter immer wieder verändert.

Der aufgedeckte Chip zeigt jede Runde an, welcher Roboter sich aufmachen muß, den angegeben Zielort möglichst rasch zu erreichen. Dem Roboter ist dabei lediglich einprogrammiert, daß er immer geradeaus laufen und nur dann rechts oder links abbiegen darf, wenn er auf ein Hindernis trifft. Die künstliche Intelligenz steckt also noch in den Kinderschuhen. Dafür müssen jetzt die Spieler ran und im Geiste, ruhig und für sich alleine ausbaldowern, wie oft der Roboter abbiegen muß, um sein Ziel zu erreichen. Wer vor Ablauf der Sanduhr den kürzesten Weg herausfindet, erhält als Belohnung den Chip.

"Rasende Roboter des venezianischen "Altmeisters" Alex Randolph - ein Spiel für coole Tüftler, die ihren Mitspielern immer eine Nasenlänge voraus sein wollen."

Rasende Roboter von Alex Randolph, Grafik: Franz Vohwinkel, beliebig viele Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten, Hans im Glück Verlag (1999), Vertrieb: Schmidt Spiel + Freizeit GmbH, Preis ca. 40 DM.

Volker Weitzel


Erster Eindruck

Alex Randolph versteht es wie kaum ein zweiter, seine bekannten Spielideen immer wieder aufs Neue zu verarbeiten. Dabei fällt das Ergebnis oft sehr positiv aus - so auch in diesem Fall.

"Corona" (Ravensburger) gehörte in den 70ern bereits zu meinen Lieblingsspielen. Allerdings war dieser Hirnverzwirner durchaus kein Spiel für jedermensch. Eine Handvoll bunter Würfel mußte im Kreis angeordneten Spielsteinen zugeordnet werden, die dann entsprechend weit bewegt wurden. Ziel war, möglichst viele Steine aufeinander treffen zu lassen, denn das brachte Punkte. Nachdem die Würfel geworfen waren, brüteten alle Spieler über die Situation. Wer nach Ablauf der Bedenkzeit das beste Punktergebnis zu erzielen glaubte, durfte (und mußte!) den Zug ausführen.

Avalon Hill brachte später eine ganze Sammlung mit Varianten dieser Spielidee unter dem Titel "Moonstar" auf den Markt. Kosmos schließlich nannte seine Version des Spiels "Orbit", auch diesmal hatte Randolph an der Idee vor der Neuveröffentlichung gefeilt.

Dies ist die eine Seite der Geschichte der "Rasenden Roboter". Die andere Seite beginnt bei der "Verbotenen Stadt" (Ravensburger), ein Spiel, in dem die Mandarine so lange über den Spielplan liefen, bis sie auf ein Hindernis trafen. (Vielleicht beginnt die Geschichte auch schon viel früher in der Blütezeit von Parker und deren abstrakten Denkspiel "Voodoo", dessen Autor nicht genannt wurde.)

In den "Rasenden Robotern" haben beide Spielideen ("Corona" und "Verbotene Stadt") zusammengefunden. Das Ergebnis ist - so jedenfalls mein subjektiver Eindruck - tatsächlich besser als jedes der früheren Spiele für sich: Ein Spiel, das leichter zugänglich, weil nicht mehr so abstrakt ist, das aber nichts von seinem Anspruch verloren hat, den zu erfüllen so manche graue Zelle verzweifeln läßt.

-KMW


Carsten Wesel <sendti2me@gmx.net> 29.09.2000 14:23
Rasende Roboter ist kein Spiel, wo alle miteinander oder alle gegeneinander spielen. Rasende Roboter ist ein Spiel ohne jegliche Interaktion - es ist ein Denkspiel. Als Denkspiel ist es so z.B. für Einzelspieler prima geeignet - für Familien viel weniger. Aber ist ist eine Herausforderung, wenn alle Spieler um das Spielfeld rum sitzen und versuchen bessere Kombinationen aus Robotern zu finden, so daß das Ziel noch viel schneller erreicht werden kann. Es wird nicht jedermanns Sache sein, aber wer einmal den Zugang zu diesem Spiel gefunden hat, wird damit bestimmt seine Freude haben. Wir nutzen es häufig, wenn wir am Anfang eines Spieleabends noch auf die Nachzügler warten, denn sobald alle da sind, kann man die Rasenden Roboter problemlos beenden und in der Schachtel weiter rasen lassen - dann allerdings ohne Einfluß von irgendwelchen Mitspielern.
 

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