Presseinformation
Vier Roboter gingen bislang tagein tagaus ihrer Arbeit in der Fabrik nach. Ob sich die vier bei ihrer Arbeit am Fließband langweilten, weiß im nachhinein keiner mehr so genau zu sagen. Auf jeden Fall fanden sie eines schönen Tages eine wesentlich interessantere Tätigkeit: die RoboRally!
Seitdem flitzen sie durch die Fabrikhallen, immer auf der Suche nach dem kürzesten Weg zur letzten Zielflagge. Da die Roboter hin und wieder eher ziellos durch die Gegend rennen, haben die Programmierer alle Hände voll zu tun, sie wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
Jeder Spieler kontrolliert einen oder mehrere Roboter, die gegen-einander antreten. Der Rennkurs wird durch eine Reihe Flaggen markiert, die auf dem Spielbrett verteilt sind. Die Spieler erhalten zu Beginn jeder Runde Programmkarten. Diese erlauben einem Roboter, sich zu bewegen und zu drehen. Mit dem Ausspielen und Aufdecken der fünf Programmkarten ist der Roboter programmiert und macht sich auf den Weg. Haben alle Roboter ihre Spielzüge gemacht, werden alle Karten eingesammelt, gemischt und neu ausgeteilt.
Allerdings sind die Programmierkarten nicht die einzige Möglichkeit, den Lauf der Roboter zu beeinflussen. Die kleinen Blechkameraden bringen sich gegenseitig vom Kurs ab, werden von Förderbändern bewegt, von Laserstrahlen getroffen oder rennen mit Schwung in die nächste Sackgasse.
Ist der Schaden zu groß, ist der Roboter zerstört. Doch keine Panik, ein Roboter hat drei "Leben" – da hat ein Programmierer Zeit genug, seine Strategie zu überdenken. Außerdem bietet das Spielbrett einige Anlaufstellen, wo sich ein ramponierter Roboter reparieren lassen kann.
RoboRally ist ein packendes und außergewöhnliches Brettspiel. Jeder Spieler versucht, mit seinem Roboter als erster eine Anzahl von Checkpoints zu erreichen, indem er ihn über eine turbulente Rennstrecke manövriert. Die zeitgleiche Bewegung der Roboter verlangt strategisches Denken, da die Spieler versuchen vorauszuahnen, was ihre Gegner machen werden.
Es gewinnt derjenige, der als Erster alle Checkpoints in der richtigen Reihenfolge erreicht hat. Da kann man nur noch hoffen, dass sich die Transportbänder im Sinne der Spieler bewegen.
RoboRally von Richard Garfield, Grafik: Daniel Gelon / Franz Vohwinkel, 2-4 Spieler ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 60 Minuten, Preis ca. 49,90 DM
Tanja Hohmann
Sönke Weidemann <soenke.weidemann@t-online.de> 09.08.2000 19:17
Nur eine kleine Ergänzung bzgl. der Spieldauer:
Die angegebenen 60 min. sind wohl nur dann realistisch,
wenn man auf einem sehr kleinen Plan spielt. Werden
jedoch 4 oder noch mehr Pläne aneinandergelegt, um das
ganze Potential auszukosten, können leicht 2-3 Stunden
vergehen-was aber angesichts des Spielvergnügens über-
haupt nichts ausmacht!
Axel Bungart <ab.fakir@gmx.de> 11.10.2001 14:53:
Heilloses Durcheinander ist das, was zuweilen entsteht, wenn mehrere Spieler ein- und dasselbe wollen. Kaum irgendwo trifft dies so zu, wie bei RoboRally. Bei RoboRally steuert jeder der bis zu acht (!) Mitspieler einen kleinen Robotor. Dazu erhält jeder zu Beginn einer Spielrunde einen Satz Karten, die ihm zur Programmierung des Programmablaufs dienen. Die Spieler wählen aus ihren Karten nun geheim ein "Programm" von fünf Karten aus und legen sie verdeckt der Reihe nach vor sich ab. Einmal ausgewählt, ist der Programmablauf nicht mehr veränderbar!
Und dann geht's los: die Spieler decken gleichzeitig die erste Karte ihres "Programms" auf. Anhand einer Programmziffer auf den Karten wird ermittelt, welcher Robbi den ersten Schritt machen darf (oder muß?). Dann folgen die anderen in der Reihenfolge der Kennziffern. Und da fängt die Krux schon an: derjenige, der als erster seinen Robbi bewegen darf, hat zwar noch freie Bahn und kann fahren wie er es sich vorgestellt hat. Doch die ihm folgenden Spieler haben u.U. den gleichen Weg gewählt und schon - ohne etwas Böses zu wollen - schiebt und drückt jeder den anderen in Richtungen, an die er weder gedacht hat noch ihm einen Vorteil bringen. Denn - s.o. - der weitere Programmablauf liegt ja bereits fest! Und so schippert mancheiner seinen Roboter geradewegs in die Schrottpresse, nur weil das Programm es so will. Wen es nicht sofort erwischt, der landet in jedem Fall da, wo er sicher nicht hinwollte.
So geht es von Checkpoint zu Checkpoint. Es wird gerangelt, gedrückt, und wem das noch zu wenig ist auch noch geschossen. Wer Schadenpunkte erhält (z.B. durch Beschädigungen), kriegt Probleme mit der Programmierung, weil die Auswahl an Programmkarten erheblich schrumpft.
Der Weg wird nebenbei durch Schieber, Förderbänder, Drehpunkte und diversen anderen Unwegbarkeiten z.T. drastisch erschwert. Das führt zu verzwickten, teils skurrilen Situationen, in jeden Fall aber zu Kopfzerbrechen.
Neben einem Beschwerdefreien Wohlbefinden sollte auch etwas Zetit mitgebracht werden. Zu viert dauert eine Partie gerne zwei Stunden. Zu acht (nur mit Erweiterung, einmal probiert) könnte es die "lange Robbi-Nacht" werden.
Dennoch: das Spielematerial ist von gewohnter Qualität. Die Roboter sind in der Gestaltung unübertroffen. Mit der Erweiterung ("Crash and Burn") kommen weitere, zum Haare raufende Elemente und vier neue Spielpläne dazu.
Ein unkonventionelles und in jeden Fall lustiges Spiel für 2-4, mit Erweiterung 2-8 Personen.(ab 12 Jahren)
Bei AMIGO für 39 DM
Hagen <hagenschulze@web.de> 09.10.2002 19:40:
Robo Rally ist eines der wenigen Spiele, dass wirklich jeden in unserer Spielerunde angesprochen hat - muss man haben!