Presseinformation
An was denkt man zuerst, wenn man den Namen San Francisco hört? Die Golden Gate Bridge, Alcatraz, die Straßenbahnen, an viele berühmte Kinound Fernsehverfilmungen oder doch an die Blumenkinder der 70er Jahre? San Francisco ist eine Stadt mit einer aufregenden Geschichte und sicherlich auch einer goldenen Zukunft. Doch im April 1906, suchte genau diese Stadt ein tragisches Erdbeben heim. Jetzt muss San Francisco wieder aufgebaut werden, um in neuem Glanz zu erstrahlen.

Die Spieler machen sich also sofort an die Arbeit, denn es gibt viel zu tun. Doch mit dem Willen allein, ist es nicht getan. Letztendlich entscheiden Geld und Einfluss darüber, wer die lukrativsten Stadtviertel bauen kann.
Zu Beginn des Spiels werden die Stadtviertelkärtchen gemischt und auf dem Spielplan ausgelegt. Durch die zufällige Verteilung der Stadtviertel entsteht bei jeder Partie eine neue Spielsituation. Als nächstes erhalten alle Spieler dieselbe Anzahl an Geld- und Einflusskarten. Mit diesen Karten können sie während des Spiels die Baurechte an bestimmten Stadtvierteln erwerben. Und dies funktioniert folgendermaßen: Der Startspieler zieht eine Aktionskarte vom Talon. Diese gibt an, in welchem Stadtviertel gebaut werden darf und wieviele Spieler dort bauen dürfen. Das Baurecht wird jetzt mit den Einflusskarten erworben, die die Spieler ausspielen. Der Spieler mit der höchsten ausgespielten Einflusskarte gewinnt. Haben zwei oder mehr Spieler den höchsten Wert ausgelegt, schließen sie sich aus und der Spieler mit dem nächstniedrigeren Wert erhält den Zuschlag.
Eine weitere Möglichkeit, Baurechte zu
erwerben, ergibt sich, wenn eine Versteigerungskarte vom
Aktionstalon gezogen wird. Jetzt müssen die Spieler das
Grundstück auf dem sie bauen möchten ersteigern.
Selbstredend gewinnt auch hier der Spieler, der das
höchste Gebot abgibt.
Da aber sowohl die Einfluss- als auch die Geldkarten von Anfang an begrenzt sind, ist es gar nicht so einfach zu entscheiden, wann man lieber hoch bietet oder nicht. Hinzu kommt, dass es in San Francisco Stadtviertel gibt, die wesentlich lukrativer sind als andere. Also lieber am Anfang hoch bieten und schnell bauen, oder doch lieber warten, bis die Mitspieler nicht mehr genügend hohe Geld- und Einflusskarten auf der Hand haben und dann zuschlagen? Wer weiss...
Am Ende siegt derjenige, der diese Gradwanderung am besten gemeistert hat und in den lukrativsten Stadtvierteln bauen konnte.
Spielmaterial: 87 Straßen (Holzstäbchen), 60 Schecks, 50 Einflusskarten, 54 Aktionskarten, 35 Stadtviertel, 15 Baustellenkarten, 10 Markierungssteine, Spielplan, Stoffbeutel, Spielanleitung
San Francisco von Andreas Wetter (links im Bild) und Thorsten Löpmann (rechts), Grafik: Oliver Freudenreich, 3-5 Spieler ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 90 Minuten, Amigo (2000), Preis ca. 50 DM.


Tanja Hohmann
Axel Bungart <ab.fakir@gmx.de> 30.10.2000 10:43
San Francisco (AMIGO)
AMIGO kommt im Spielejahrgang 2000 im Bereich der Familienspiele mit einer "Schöner-Wohnen-Variante" im großen Stil.
Auf Anhieb erscheint weder die Idee noch die (optische) Umsetzung des Spiel ganz neu. Doch schon nach kurzem Einblick in die gut aufbereitete Spielregel lassen sich klare Abgrenzungen zur Verwandtschaft ("Big City", "Manhatten") erkennen.
Es geht darum, das nach dem großen Erdbeben 1906 zerstörte San Francisco wieder wohnlich zu gestalten. Als Besitzer einer der großen Investitionsgesellschaften verschafft man sich in verschiedener (mehr oder weniger korrupter) Manier Investitionsrechte. Für den Überzeugendsten eröffnet sich dann die Möglichkeit zur Investition in Form der Erschließung eines Straßenzuges und, wenn man dies mehrheitlich für sich verbuchen kann, der Aufbau eines Stadtviertels. Dafür gibt's Punkte. Stadtviertel mit reinem Wohncharakter sind dabei - fast wie im richtigen Leben - für den Städteplaner nicht so einträglich wie beispielsweise ein Fabrik- oder gar das Bankenviertel.
Wer klug und möglichst sparsam mit den nicht zu üppigen Mitteln umgeht, hat am Ende die Nase vorn. Taktisches Vorgehen ist mit zunehmender Spielerzahl nicht nur möglich sondern unvermeidbar, will man nicht aufgrund verpokerter Gelder oder zu wild versprühten Charmes (massiver Einflußnahme) in der Mitte des Spiels eine Kaffeepause einlegen müssen. Aktionskarten bieten weitere Möglichkeiten, das Stadtbild nach eigener Maßgabe zu planen und erlauben darüber hinaus demjenigen, der doch eine Zwangspause einlegen mußte, wieder ins Spiel zurückzufinden. Sehr gelungen!
Das Spielmaterial ist von vorbildlicher Qualität: übersichtlicher Spielplan, feste Spielkarten und eine durchdachte Spielregel lassen schnell den Einstieg finden. Drei bis fünf Spieler (ab 12 Jahren) finden auch bei häufigerem Spielen eineinhalb Stunden gute Unterhaltung. Zwei Regelvarianten machen für geübte Spieler durchaus Sinn.
Von Andreas Wetter und Thorsten Löpmann bei AMIGO für 50 DM