Presseinformation

Torres

Das Bauneburgundsetzdichdrauf-Strategiespiel

TorresEin verheerender Wirbelsturm hat Kastalien verwüstet und die einst mächtigen Burgen bis auf die Grundmauern hinweggerafft. Der alte König will die Regentschaft an die nächste Generation weitergeben. Deshalb schickt der müde gewordene Monarch seine Söhne in einen Wettkampf um die Macht im Staat. Wer es vermag, im Laufe von drei Jahren die höchsten und größten Burgen aufzubauen, soll das Zepter übernehmen.

Bei "Torres", dem neuen Strategiespiel von FX, kommt es nicht nur darauf an, mit den sechs Rittern, die jedem Spieler in der Rolle eines Königssohns zur Seite stehen, mutig vorzupreschen. Wer beim Burgenbau vorne liegen möchte, muß sich auch als Taktiker beweisen: Pluspunkte in der Gunst des alten Regenten sammeln etwa diejenigen, die dem König in dessen Burg Gesellschaft leisten. Außerdem hat sich der Herrscher Fairneß als oberstes Wettbewerbsgebot ausbedungen: Kein Ritter darf einem anderen seinen Platz auf den 64 Feldern des Spielplans streitig machen. Als würdevoller Nachfolger kann schließlich nach drei Spielrunden derjenige auf den Thron steigen, der auf der Wertungsliste ganz vorne liegt.

Torres von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling, Design: Ravensburger Spieleverlag, Illustration: Alessandra Cimatorieous, 2-4 Spieler ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 60 Minuten, FX (1999), Preis ca. 65 DM

AGP


Axel Bungart <ab.fakir@gmx.de> 12.10.2001 14:14:

Das Spiel des Jahres 2000 "Torres" ist eines der faszinierendsten Spiele der vergangenen Jah-re. Nicht, weil es die Auszeichnung auf dem Karton hat, nicht nur weil es in Qualität und Regel überzeugt, sondern weil es einen gewissen Aha-Effekt vermittelt. Beim Auspacken des Spiels macht sich zunächst Ernüchterung breit. Weder scheint die Spielidee noch die Umsetzung be-sonders neu.
Doch schon nach wenigen Spielzügen läßt man sich eines besseren belehren. Ein durchdachtes Regelwerk, stimmig und lückenlos erklärt und mit verständlichen Illustrationen untermalt, erlaubt den Einstieg nach wenigen Minuten.
Jeder erhält zu Beginn jeder Runde (Phasen genannt) eine bestimmte Anzahl an Turmbauteilen. Diese, sowie die Anzahl der Phasen, ist abhängig von der Mitspielerzahl. Mit den Bausteinchen versehen, erhält jeder Spieler innerhalb einer Phase drei bis viermal die Gelegenheit, jeweils mindestens fünf Aktionspunkte zu verbrauchen. Aktionspunkte braucht er für das Einsetzen eines Bausteins, den Einsatz das oder Bewegen eines Ritters oder den Kauf von Aktionskarten, die einem im Spielverlauf Sonderzüge erlauben. Das erste Ziel des Spielers ist meist, die vorhandenen Burgen auszubauen, in dem er an bestehende Bausteine anbaut und zwar in die Höhe und/oder in die Breite. Gleichfalls sollte er dann dafür sorgen, daß ihm die so erweiterte Burg Punkte einbringt, denn das ist das Ziel überhaupt. Dazu platziert er einen seiner Ritter auf der Burg. Je höher sein Ritter dabei steht, desto mehr Punkte zählt es für ihn. Dies schließt allerdings nicht aus, daß Ritter anderer Gefilde sich die soeben erweiterte Burg ebenfalls zueigen machen. Wohlgemerkt: keine Burg gehört einem bestimmten Spieler. So baut man zwar für sich und doch auch für andere. Wer geschickt baut, kann allerdings die Ausbreitung anderer Ritter auf den verschiedenen Burgen eindämmen.
Das wirklich faszinierende sind jedoch die immer neuen Situationen, die sich durch die wechselnde Stellung der Ritter und den Zustand der Burgen ergeben. Mit guter Regelkenntnis und ein bißchen Grips kann man seine Gegner durch atemberaubende Züge verblüffen. Und das trotz eines wirklich alles andere als ausgiebigem Regelwerk. Vielmehr sind es die Sonderzüge der Aktionskarten, mit deren Hilfe Züge der Gegner durchkreuzt werden können. Sie sind denn auch fast unverzichtbar, um den Anschluß an die Spitze nicht zu verlieren.
Die Meistervariante bietet darüber hinaus ein Ziel, das zusätzlich von allen gleichzeitig erreicht werden kann. Wird es vereinbart, liegt die Entscheidung bei jedem Spieler, dieses Ziel anzusteuern. Allerdings können mit diesem Sonderziel so viele Punkte eingeheimst werden, daß derjenige, der es nicht anstrebt, besonders gut im Rennen sein muß, um seine Siegchance zu wahren.
Sooft dieses Spiel gespielt wird, sooft ergibt sich ein anderer Spielverlauf. Und da sind wir wieder bei der Faszination: einfaches (gut verarbeitetes) Material, ein eher simpler Spielplan und eine eingängige Spielregel - und doch ist kein Spiel ist wie das andere. Keine Frage: das Spiel fesselt, überzeugt und hat den Titel redlich verdient. Es ist für 2-4 Spieler ausgelegt und findet mit 3-4 Spielern die Idealbesetzung.
Einziger Klagepunkt: das Spiel ist viel zu teuer.

Ein Spiel von Michael Kiesling und Wolfgang Kramer, bei FX für 65 DM.


Jan Kleinenbrands <jan.kleinenbrands@freenet.de> 08.04.2003 20:17:

Tolles Spiel!
Als Taktik/Strategie-liebhaber bin ich wirklich begeistert! Es gibt tatsächlich schier unendlich viele Varianten und Strategien den(die) Gegner zu besiegen - und (in der "Meister-Version") alles tatsächlich gänzlich ohne Glücksfaktor!
Bestes Spiel seit langem.

Wer allerdings keinen Spaß an fortwärendem Gehirneinsatz(vergleichbar mit Schach!) hat, der ist hier falsch.

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