Presseinformation

Wettstreit der Baumeister

CoverMit seinem neuen "Wettstreit der Baumeister" macht Jean du Poël seinem Ruf als Historien-Spiele-Autor alle Ehre. Der visuelle Reiz dieses 3-4-Personenspiels liegt darin, daß vor jedem Spieler eine im stimmungsvollen Kupferstichstil gehaltene Städteansicht heranwächst. Auch die aquarellartige Colorierung orientiert sich weitgehend an historischen Vorbildern.

Was hat nun der Spiel-Geschichtsschreiber von jenem denkwürdigen "Wettstreit der Baumeister" zu berichten?

Der Chronist vermerkt, daß in der Mitte des Baumeistertisches zwei Stöße mit je 20 soliden, dicken Bau-Karten liegen. Sie zeigen Ecktürme von Stadtmauern, Wehrtürme, Stadttore, Kirchen, Rathäuser, kurz: alles was einem mittelal-terlichen Stadtbild gut ansteht. Der Chronist vermerkt auch, daß bei einem der beiden Stöße die Bilder nach oben zeigen, beim anderen aber nur die hübschen, völlig nichtssagenden Rückseiten der Karten zu sehen sind. Von den beiden Kartenstößen bedienen sich die Baumeister nun nach Kräften und nach Vermögen, denn ohne Gold und Silberlinge geht natürlich gar nichts. Gut verborgen hinter der Leinwand ihrer großen Bauzelte hüten sie ihre Schätze.

Ziel des Spiels ist es, am Ende eine große Stadt mit möglichst wertvollen Bauten in möglichst optimaler Anordnung vor sich liegen zu haben. Wer an der Reihe ist, würfelt zunächst und versucht so, seinen Geldvorrat aufzubessern. Danach muß er eine Bau-Karte versteigern; dazu nimmt er entweder die oberste jenes Stapels, auf dem die Karten offen liegen, oder die oberste verdeckt liegende Bau-Karte des anderen Stapels und sieht sie sich an - ohne den anderen zu sagen, was darauf abgebildet ist.

In jedem Falle gibt der Versteigerer nun das erste Gebot ab. Dann sagen die anderen reihum, ob und in welcher Höhe sie das jeweils vorhergehende Gebot überbieten wollen. Gibt der Versteigerer selbst das höchste Gebot ab, nimmt er sich die ersteigerte Baukarte und zahlt den Betrag in die Kasse; ersteigert ein Konkurrent die Baukarte, dann geht die Hälfte der gebotenen Summe in die Kasse, die andere Hälfte aber an den Versteigerer.

Stadt-TeileAls dritte Aktion darf man entweder "bauen", d.h. aneinanderpassende Baukarten auslegen, oder man zieht es vor, gegen einen anderen Spieler einen "Saboteur" zu spielen. - Sabotage-Steine erhält man übrigens auch durch würfeln. Der oben erwähnte Kapitalaufbesserungswürfel weist nur Zahlen von 1 - 5 auf. Statt der 6 gibt es ein Sabotage-Symbol. Wird dieses gewürfelt, dann erhält man statt Geld einen Sabotage-Stein, der bei passender Gelegenheit gegen Konkurrenten eingesetzt werden kann. Wird ein bestimmter Stadt-Teil sabotiert, dann muß der betroffene Baumeister eine Summe bezahlen, die dem Wert des beschädigten Stadt-Teils entspricht. Hat er nicht genug Geld, dann muß er die sabotierte Baukarte aus seiner Stadt entfernen.

Nach welchen Kriterien geht man beim Städtebau vor? - Dazu muß man wissen, daß die Bautätigkeiten eingestellt werden und das Spiel endet, sobald die Baukarten eines der beiden Stapel restlos aufgebraucht sind. Bis es dazu kommt, sind die Baumeister bestrebt, möglichst viele und möglichst wertvolle Stadt-Teile auszulegen. Außerdem gibt es wertvolle Bonus-Punkte, z.B. dann, wenn nach der letzten ausgelegten Karte die Stadt sowohl am linken als auch am rechten Stadtrand mit je einen entsprechenden Eckturm abgeschlossen ist.

Schlußwertung: Ist einer der beiden Baukartenstapel restlos aufgebraucht, dann endet das Spiel. Jeder Baumeister darf nun noch, gleichsam als Schlußakkord, an seine Stadt drei Baukarten (maximal) anlegen. Dann zählt jeder die Punkte, die ihm seine ausgelegten Baukarten bringen. Das Salz in der Baumeistersuppe aber sind die diversen Boni, die man erzielen kann. Damit eine Stadt z.B. als vollständig (und damit als bonuswürdig) gelten kann, muß man sie links und rechts mit einem Eckturm abgeschlossen haben; hat man ein Rathaus gebaut, und liegt dieses dann sogar noch genau in der Mitte der Stadt, gibt es nochmals Sonderpunkte; ebenso, wenn sowohl links als auch rechts vom Rathaus eine Kirche steht.

Allerdings macht es keinen Sinn, sich aus den zur Versteigerung angebotenen Baukarten immer nur die punkteträchtigen Sahnestückchen (Rathaus und Kirchen) herauszupicken, denn 1. dürfen nie gleichartige Baukarten nebeneinander liegen und 2. tut man gut daran, möglichst viele Stadttore einzubauen; die zählen am Ende zwar nicht so viele Punkte, bringen aber während des Spiels, jedesmal wenn man an der Reihe ist, gutes Geld in die Kasse. Ähnlich ist es mit den Türmen: die bringen auch nicht so wahnsinnig viele Punkte, schützen einen aber vor den Saboteuren der konkurrierenden Baumeister.

Wettstreit der Baumeister von Jean du Poël, 3-4 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer 30-45 Minuten, Kosmos, Preis ca, 30 DM

Fritz Gruber


Jost aus Soest <spam@schwider.de> 02.10.2005 08:34:

Mit folgenden Varianten wird aus dem mittelmäßigen Spiel (welches den Schwächsten benachteiligt) ein hervorragendes:
http://www.schwider.de/wdb.htm

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