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Spielbesprechung Tom TubeIm Röhrenrausch
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Spricht man Autoren, die ihr Spiel im Eigenverlag veröffentlichen, auf die finanzielle Problematik eines solchen Unterfangens an, erhält man häufig überraschende Antworten. Roland Goslar, nebst Tobias Goslar einer der Autoren des bei "Kronberger Spiele" erschienenen "Tom Tube", kontert auf diesbezügliche Nachfrage so humorvoll wie trocken: das mit den Finanzen sei alles nicht so schlimm, schließlich habe er ein festes Einkommen in der Hinterhand, an dem sich die Gläubiger im Notfall gütlich tun könnten.
Major Tom, wir haben ein Problem |
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Diese Umstände sorgten also dafür, dass sich auf dem Tisch letztlich ein "Tom Tube" einfindet, auf dessen Schachtel kein bekanntes Logo prangt. Nun denn, schauen wir mal, was dieser Eigenverlags-Tom so alles kann. Der Spielplan wird ausgebreitet, die Legeplättchen in Rautenform gemischt und daneben drapiert. Dazu gesellen sich diverse Steinchen. Jeder erhält seine Spielfigur, die er auf das Startfeld setzt, dazu gibt's einen Energiestein sowie neun dreiecke Plättchen gratis. Sobald sich die zwei Solarsteine je Farbe auf den Solarstationen des Spielplans eingefunden haben, dürfen wir beginnen. Das Spielziel ist simpel: Tom und Dave, verkörpert durch die beiden Spieler, sind Astronauten, die danach trachten, möglichst schnell ihre zwei Solarsteine in die eigene Basis zu befördern und nebenher noch lukrative Sondersteinchen einzusammeln. Reist man hingegen mit seinem Astronauten, so geschieht dies von einer vollständigen Kugel - diese werden durch die Ecken der Rauten sukzessive gebildet - zu einer anderen. Wobei die Bewegung maximal so weit geht, bis man auf einen Sonderstein trifft oder die bereiste Röhre in einer Kugel abbiegt. Von den Sondersteinen können wir drei Arten treffen: den gewöhnlichen Energiestein, der bei manchen Rauten nach dem Legen derselben sofort platziert wird. Dieser bringt am Ende einen Siegpunkt und ermöglicht das Reisen von Kugel zu Kugel über die Kante einer Raute, ohne dass eine Röhrenverbindung benötigt wird. Exemplar Nummer zwei ist der Kontrollstein: ein solcher findet sich auf Kugeln, die das Ende einer Sackgasse bilden. Zwei Punkte gibt's hierfür, und wer ein solches Exemplar abgeben kann, darf im aktuellen Zug auch Röhren der gegnerischen Farbe benutzen. Das exotischste Gestein ist jedoch der Alien-Stein: zu finden auf isolierten Kugel ohne Anbindung an das Röhrennetz bringt ein solcher doch glatt fünf Punkte und im Notfall die Möglichkeit des Tauschs in mehrere andere Steinchen. Gib Gas, ich will Spaß |
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Mit diesem überschaubaren Regelwerk kann es also zur Sache gehen: Tom und Dave dürfen Gas geben und durch die Röhren flitzen. Dabei entpuppt sich das Spiel als relativ trickreich: Zurück bleibt angesichts der reizvollen taktischen Möglichkeiten ein sehr positiver Eindruck von "Tom Tube", das jedoch beileibe nicht nur spielerisch zu überzeugen weiß. Das Material ist üppig und professionell produziert, die Grafik genügt höchsten Ansprüchen. Die farbige Spielanleitung, sowohl in deutsch als auch in englisch beiliegend, ist klar strukturiert und vermittelt die zum Teil ungewöhnlichen Mechanismen dank gelungener Beispiele sehr gut. Ruft man sich nun ins Gedächtnis, dass der ganze Spaß gerade mal mit 15 Euro zu Buche schlägt, so lässt dies aus Käufersicht etliche aktuelle Veröffentlichungen renommierter Verlage reichlich alt aussehen. Bei soviel Professionalität wäre den Goslars zu wünschen, dass anstelle der Gläubiger die Käufer Schlange stehen. Roman Pelek Tom Tube von Roland und Tobias Goslar mit Illustrationen von Tobias Goslar. Für 2 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten. Erschienen 2003 bei Kronberger Spiele (www.kronberger-spiele.de). Preis: ca. 15 Euro für die Standardausgabe, 25 Euro für die (hier abgebildete) limitierte Auflage mit handbemalten Zinnfiguren. |
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| Letzte Änderung: 16.04.2008 15:42 |
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