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Redaktion: spielbox@kmws.de Roman Pelek fragte: Was ist der ALEX?Mitglieder der Spieleautorenzunft SAZ antworteten1. Was ist der ALEX eigentlich und woher stammt der Name? Cantzler: Der ALEX ist der Medienpreis der Spieleautorenzunft (SAZ). Mit dem ALEX werden Journalistinnen und Journalisten geehrt, die durch ihre Arbeit das Erlebnis Spielen und die gesellschaftliche Bedeutung des Spiels auf verständliche Weise darstellen und einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. Wir suchen vor allem außergewöhnliche Beiträge, die einen möglichst neuen oder ungewöhnlichen Aspekt des Spielens beleuchten. Schliemann: Der Preis ist nach dem 2004 verstorbenen Alex Randolph benannt. Randolph steht, wie kaum ein anderer Spieleautor, für das Autorenspiel im Sinne der SAZ. Er hat sich Zeit seines Lebens immer auch für die Interessen der Spieleautoren eingesetzt. Deshalb hat die SAZ sich für den Namen ALEX entschieden. 2. Wer hat diesen Preis ins Leben gerufen und mit welchem Ziel? Cantzler: Der ALEX wurde 2004 von der SAZ-Mitgliederversammlung ins Leben gerufen. Er wurde von einer Gruppe Spieleautorinnen und Spieleautoren vorbereitet, aus der sich der Arbeitskreis (AK) Medienpreis der SAZ gebildet hat. Neben mir gehören ihm zurzeit Anja Wrede, Jens-Peter Schliemann und Reiner Stockhausen an. Stockhausen: Christoph hatte ursprünglich die Idee, einen Workshop für Journalisten zu veranstalten. Daraus wurde dann die Idee zu dem Medienpreis weiter entwickelt. Der Medienpreis soll vor allem dazu anregen, mehr über Spiele und Spielen zu berichten. Dadurch soll das Spiel in der Öffentlichkeit mehr und besser wahrgenommen werden. Die Erfahrung von Spieleautoren und engagierten Spielern ist doch meist, dass über die Szene hinaus kaum jemand etwas über die Vielfalt und die Tiefe von Spielen weiß. Die Berichterstattung erschöpft sich derzeit in Rezensionen, die in Zeitungen zudem meist in der Rätselecke platziert sind. Wrede: Wir möchten auch etwas für das Image von den Leuten tun, die Spiele spielen - und das im Erwachsenenalter. Denn Spiel wird von denen, die nicht mit Familien- und Erwachsenenspielen vertraut sind, oft "nur" als Kinderbeschäftigung angesehen. Auch die Tatsache, dass es nicht nur Autoren gibt, die Bücher schreiben, sondern auch solche, die Spiele entwickeln, ist vielen Menschen noch fremd. Diese Wissenslücken könnte eine umfassendere Berichterstattung schließen. 3. Ihr klammert Online-Medien derzeit noch explizit aus - weshalb? Cantzler: Dies hat organisatorische Gründe. Einerseits wollten wir im ersten Jahr alle Beiträge von der Jury beurteilen lassen. Andererseits hatten die meisten Jury-Mitglieder nur einen Tag Zeit. Beides wäre nicht zusammengegangen, wenn wir Online-Beiträge zugelassen hätten, denn im Internet wird am meisten über Spiele geschrieben. Entsprechend groß wäre dann natürlich auch die Anzahl der eingereichten Beiträge gewesen. Wrede: Die Jurymitglieder sind allesamt berufstätig und bringen sich ehrenamtlich für den ALEX ein - auch deshalb müssen wir verantwortlich mit dem Zeitrahmen umgehen, den sie aufwenden müssen. Auch die Mitglieder des Arbeitskreises arbeiten ehrenamtlich. Aber die Kritik aus den online Medien ist bei uns angekommen und wir haben das Thema neu diskutiert. Stockhausen: Der ALEX 2006 wird auch für Online-Beiträge ausgeschrieben. Wir wissen, dass wir den Online- Journalistinnen und Journalisten viel zu verdanken haben und möchten niemanden abschrecken. Wir werden die Beiträge gegebenenfalls für die Jury vorsortieren. 4. Die Diskussion, wie man Einsendungen sinnvoll limitiert, gab es im vergangenen Jahr schon einmal beim "Projekt Spiel" des Ravensburger Verlages, welches eine Gebühr für die Bearbeitung eingesandter Ideen verlangt. Kommt so etwas für euch in Frage? Cantzler: Ganz klar: Nein. Das würde die Idee des Preises auf den Kopf stellen. 5. Wie möchtet Ihr zukünftig mit Eurem Preis umgehen? Wrede: Der ALEX wird sich hoffentlich noch weiter entwickeln und bekannter werden. Natürlich hängt hier auch viel am Engagement der SAZ-Mitglieder. Wichtig ist, dass er sowohl innerhalb der Szene und Branche als auch in den Medien Diskussionen anregt. Dies wird er am besten können, wenn die Jury-Entscheidungen auch mal anecken ... Schliemann: Wir Spieleautoren beschäftigen uns beim Entwickeln mit vielfältigen Fragestellungen. Wenn Journalisten Fragen des Spielens interessant aufarbeiten, kann dies für uns alle nur ein Gewinn sein und wir möchten auf so etwas gezielt aufmerksam machen. 6. Welche Außenwirkung erhofft Ihr Euch langfristig? Cantzler: Wenn mehr über Spiele und Spielen veröffentlicht wird, wird dies auch zu einer Umsatzsteigerung der Autorenspiele und einer Stärkung der Autoren gegenüber den Verlagen führen. Entscheidend aber ist, dass Spieleautoren, Journalisten, aber eben auch die Spieler beginnen, über ihre Spielerfahrung und Spielerlebnisse zu reden und zu schreiben. Stockhausen: Ähnlich wie der Preis "Spiel des Jahres" ist die Wirkung tatsächlich langfristig angelegt. Der Preis soll in erster Linie natürlich imagefördernd sein. Darüber hinaus soll er wie bei anderen Kulturgütern auch die Diskussion um die Qualität von Spielen anregen - und zwar über die Szene hinaus. Die Fragen stellte Roman Pelek. Geantwortet haben die Mitglieder des Arbeitskreises Medienpreis der SAZ, Anja Wrede, Christoph Cantzler, Jens-Peter Schliemann, Reiner Stockhausen. Weitere Infos zum ALEX finden Sie auf der |
| Letzte Änderung: 16.04.2008 15:42 |
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