spielbox archiv heft 3/97Autorenporträt Sven AndersonVon der Schwierigkeit, ein Spiel unters Volk zu
bringen
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Das nächste Problem waren die Spielsteine. "Steine aus Holz hielt ich für zu kostspielig", erinnert sich Anderson. Er schrieb ungefähr 50 Kunststoffverarbeitende Betriebe an und holte Angebote ein. Zu diesem Zeitpunkt stand für ihn längst fest, dass er sein Spiel auch produziert sehen wollte. Wegen der Produktion der Aktionskarten nahm er Kontakt zu ASS auf und erfuhr, dass er dort auch gleich das komplette Spiel herstellen lassen konnte, sogar mit Spielsteinen aus Holz. (Um genau zu sein: Als Spielsteine wurden die Schraubenköpfe zweckentfremdet, die die Firma Lorenz für Baufix liefert.) ASS unterbreitete zwei Angebote: eines für eine Auflage von 3000 Stück, ein zweites für eine 5000er Auflage. Wie hoch die Kosten waren, verrät Anderson nicht. Nur soviel: "Sie lagen im fünfstelligen Bereich". Dabei sparte ASS den Graphiker, denn Anderson lieferte sämtliche Druckvorlagen selbst: den Spielplan, die Schachtel, die Aktionskarten und die zweisprachige Spielanleitung. Die Regel ins Englische zu übersetzen, war für Anderson kein Problem: Englisch ist seine Vatersprache. Wenn schon, denn schon!Natürlich waren die Herstellungskosten, umgerechnet auf das Einzelstück, bei der höheren Auflage günstiger. Es ist nur verständlich, dass Anderson deshalb die 5000er Auflage orderte. Da lagerten sie nun, Tausende von Spielen, und
warteten auf ebenso viele Käufer. Und wieder
einmal machte ein Autor, der sein Spiel selbst verlegt, die
Erfahrung, Durch private Kontakte erhielt er die Möglichkeit, an zwei verkaufsoffenen Samstagen einen Promotion-Stand in einem großen Hamburger Kaufhaus aufzubauen, um sein Spiel selbst unters Spielervolk zu bringen. "An jedem Samstag habe ich drei Spiele verkauft", erinnert sich Anderson. Erfolgreich war die Aktion trotzdem, allerdings für seine Frau Katja. Sie wurde am Verkaufsstand von einem Fotografen angesprochen und war wenige Wochen später auf der Titelseite der "TV Hören und Sehen" abgebildet. |
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Heute, zehn Jahre nachdem der Lkw vor der Tür stand (KMW: Diese Reportage entstand 1997), lagern immer noch 3000 Spiele bei der Spedition. "Verkauft habe ich hauptsächlich über private Kontakte." Dazu gehören auch Kollegen. denn das Spiel kommt besonders bei Leuten aus der EDV-Branche gut an. Immerhin: Vor vier Jahren ging eine Palette mit 270 Spielen in die USA. Weitere Spielideen?Die hat er zwar, und holt einige fertige Prototypen vom Dachboden. Darunter "Bits and Bytes", ein Legespiel mit Ziffernplättchen, das als Werbespiel angeboten wurde. Aber: "Eine solche Aktion, wie ich sie mit ,Triomph' unternommen habe, werde ich bestimmt nicht noch einmal starten!" Resigniert? "Überhaupt nicht! Es war halt ein Versuch, und ich habe dabei interessante Erfahrungen gesammelt. Außerdem bin ich Optimist, vielleicht erlebt das Spiel ja doch noch seinen Durchbruch..." Den Spaß am Spielen hat's Anderson also nicht verleidet. Inzwischen spielt er allerdings hauptsächlich am PC, entweder allein oder über das hausinterne Computernetz mit seiner Frau. KMW Nachschlag: Diese Reportage entstand 1997. Inzwischen haben die Andersons ein kleines Holzhaus in ihren Garten bauen lassen, um die Lagerkosten der Spedition zu sparen. Beim Umzug der Spiele musste dann etliche Exemplare als Verlust gebucht werden. Das Lager der Spedition war nicht rattenfrei; die Tiere hatten sich über eine ganze Palette hergemacht… Mehr über das Spiel Triomph lesen Sie in unserem Spielarchiv. |
| Letzte Änderung: 16.04.2008 15:42 |
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