Leo Colovini aus Venedig hat mit Alex Randolph das "Schönste Spiel des Jahres" entwickelt ("Inkognito"), mehrere Spielwarengeschäfte eröffnet und zusammen mit Randolph und dem Venezianer Dario de Toffoli 1995 den Spieleverlag "Venice Connection" gegründet. Jetzt legen Colovini und de Toffoli "Dummy" vor - in Lizenz von Venice Connection bei Klee erschienen und von TM-Spiele redaktionell bearbeitet: Nur Profis am Werk.
Das Spiel besteht aus 106 Karten mit Werten zwischen 3 und 7. Jeder Wert kommt zwischen 20 und 24mal vor. An die 2 bis 5 Mitspieler werden die gemischten Karten verteilt, sie bleiben zunächst als verdeckter Stapel vor jedem Spieler liegen. Nur die obersten drei Karten seines Stapels nimmt dann jeder auf die Hand.
Wer an der Reihe ist, legt mindestens eine, wahlweise zwei oder gar alle drei seiner Handkarten ab - und zieht danach wieder soviele nach, daß er erneut drei Karten auf der Hand hält. Mit den abgelegten Karten werden offene Stapel gebildet. Dabei gibt es für jeden Wert genau einen Stapel. Wer einen Stapel so auffüllen kann, daß die Zahl der dort abgelegten Karten genau dem Wert der Karten entspricht, gewinnt diesen Stapel. Beispiel: Im 3er Stapel liegen bereits zwei 3er. Hat der Spieler an der Reihe nun zufällig eine 3, kann er damit den 3er-Stapel auf 3 ergänzen und gewinnt ihn.
Das Spiel endet, wenn der erste Spieler alle Karten seines Stapels einschließlich der Handkarten abgelegt hat. Dann wird abgerechnet. Wer die meisten Karten einkassieren konnte, hat gewonnen. Die Kartenwerte selbst spielen keine Rolle mehr.
Das ist es aber auch schon alles an Feinheiten in "Dummy". Abräumen oder möglichst unverfänglich ablegen, heißt die einzige Devise. Das ist schnell verstanden und gespielt. Der Hinweis in der Regel: "Wichtig für den Spielspaß ist es, die Karten zügig, d.h. nicht zu langsam aber auch nicht zu schnell zu spielen" ist kaum nachzuvollziehen, denn zu überlegen gibt es nicht allzuviel. Daß ein Kartenspiel einen deutlich geringeren Glücksfaktor aufweisen sollte als ein Würfelspiel, dieser Anspruch wird von "Dummy" nicht eingelöst.
"Dummy" von Leo Colovini und Dario de Toffoli, Klee Spiele, zwei bis fünf Spieler ab 7 Jahren, etwa 12 bis 14 DM.
Willi Feldgen