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Spacebeans

SpielmaterialSie liefern sich einen Zweikampf, Kosmos und Amigo: Siedler gegen Bohnen. Auf jede Erweiterung zu "Die Siedler von Catan" reagiert Amigo mit einem thematisch ähnlichen "Bohnanza"-Spiel. Seit Herbst erobern die "Siedler-Sternenfahrer" den Weltraum, prompt gibt‘s ein "Spacebeans" - intergalaktische Bohnen sozusagen.

Hinter der "Bohnanza"-Reihe steckt der Autor Uwe Rosenberg. Seine Handschrift: ein überraschender, außergewöhnlicher Mechanismus. In "Spacebeans" muss der agierende Spieler nach seinem Zug all seine Karten dem rechten Nachbarn weiterreichen, während der linke am Zug ist. Doch schön der Reihe nach...

Wir sammeln wie in "Bohnanza" Kartenreihen. Jede Bohnensorte ist einem Science-fiction-Film nachempfunden. Wir erkennen Alien-Bohnen, Star-Beans und andere. Eine Sammlung dürfen wir dann auflösen, wenn die Anzahl der Karten genau dem Wert einer Karte entspricht.

Nicht verstanden? Macht nichts, es ist auch gewöhnungsbedürftig. Ein Beispiel: Wer sieben Klingbohnen in einer Reihe gesammelt hat, darf sie nur dann gewinnbringend auflösen, wenn er darin auch die Klingbohnen-Karte mit dem Wert 7 vorweisen kann. Dann darf er sich sieben Gewinnpunkte gutschreiben.

Weil keiner mehr als zwei Karten-Reihen vor sich liegen haben darf, eine offene und eine verdeckte Reihe, sind wir gezwungen, auch mal eine Reihe aufzulösen, die uns nichts einbringt.

Das Spiel ist beendet, wenn der erste über 30 Punkte gesammelt hat. Wir spielen die Runde noch zu Ende. Gewonnen hat, wer auf die höchste Summe kommt. Und das muss nicht zwangsläufig derjenige sein, der zuerst auf über 30 Punkte gekommen ist.

Der Witz an "Spacebeans" ist der Zwang, dass die Karten an den Nachbarn weitergegeben werden. Könner spielen so geschickt, dass sie alle ihre Handkarten in die eigene Reihe einbauen und dem Nachbarn nichts oder Unbrauchbares vererben. Damit überhaupt etwas vorangeht, darf, wer dran ist, zwei verdeckte Karten vom Stapel ziehen. Passen sie nicht, werden auch sie weitergegeben.

"Spacebeans" ist zwar vom abstrakten Mechanismus her gesehen außergewöhnlich, an "Bohnanza" reicht es nicht heran. Warum? Weil wir weniger mit den Mitspielern handeln, sondern vielmehr vom Glück abhängig sind, die richtigen Karten zu ziehen oder vererbt zu bekommen. "Spacebeans" ist nur wenig interaktiv, und gerade dieses Tauschen und Feilschen hat bei "Bohnanza" so begeistert.

"Spacebeans" von Uwe Rosenberg für zwei bis sechs Personen ab zehn Jahren, Amigo, kostet rund zwölf DM.

Edwin Ruschitzka

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