Spielbesprechung

Claim

Autor: Oliver Dieser, Verlag: Caroli Spiele, München, Preis: ca. 150 DM, für 2 bis 4 Personen ab 12 Jahren.

Dieses Spiel gehört mit einem Preis von 150 DM leider in die gehobene Preisklasse. Claim ist aber zugleich eines der schönsten und anspruchsvollsten Taktikspiele die in den letzten Jahren bei uns im Spielekreis auf den Spieltisch gekommen sind.

In das große Spielbrett aus schönem Holz sind sehr sauber zweimal neun Rinnen gefräst. So ergibt sich eine Spielfläche aus 10 x10 Feldern, die aber zu Spielbeginn durch neutrale Hölzer auf 8 x 8 Felder begrenzt wird. Die sich daraus ergebenden 64 Spielfelder werden "Claims" genannt. Diese Claims gilt es nun zu erobern und mit eigenen Steinen - Nuggets genannt - zu belegen. Die Nuggets werden durch formschöne kleine Glassteine dargestellt - was gut zum Spiel paßt.

Claim fand bei uns sofort regen Zuspruch, bietet es doch mit seinen interessanten, durchaus neuen Spielmechanismen einiges an Futter für die grauen Zellen - vor allem beim Spiel zu zweit, wenn die taktischen Stärken voll zum Tragen kommen. Dabei ist der Einstieg in das Spiel überraschend einfach - fast schon simpel!

Wer an der Reihe ist, hat die Wahl zwischen drei verschiedenen Möglichkeiten. Er darf eines seiner Rundhölzer vom Rand her und entlang der Rillen ins Spielfeld einschieben, ein bereits im Spiel liegendes Stäbchen um 90 Grad verdrehen, oder aber eines der vier neutralen Reservate versetzen.

Ist eine bestimmtes Gebiet komplett von Rundhölzern umschlossen, wird festgestellt, welcher Spieler die Gebietsgrenze mit seinen Stäbchen dominiert. Dieser Spieler setzt dann auf jedes Feld des betroffenen Bereichs ein Nugget seiner Farbe und tauscht die Rundhölzer der Grenze in neutrale, graue Hölzer aus. Diese neue Gebietsgrenze ist nun wieder für alle Spieler nutzbar. Aber Achtung – schnell können dadurch neue Mehrheiten auf dem Brett entstehen 1

Das hochwertige Spielmaterial und die Tatsache, daß Claim von einem kleinen Eigenverlag vertrieben wird, rechtfertigt natürlich den hohen Preis. Vergleicht man dann Claim mit Spielen aus anderen Bereichen wie z.B. Computer oder Action Spielzeug, ist das Argument "teuer" ganz und gar nicht mehr haltbar. Ist ein Computerspiel irgendwann durchgespielt, so bleibt beim Brettspiel Claim immer noch Raum für neue Entdeckungen.

In dem übersichtlichen Spielregelheft werden dann für ganz hartnäckige auch noch interessante und schlaue Varianten und Finessen dargelegt. So müssen gute Spiele sein - ein einfacher Mechanismus und viel Raum für tolles Taktikspiel.

Kurz - Claim ist ein Spiel zum Vielspielen, mit Spielmaterial, das man gerne anfaßt, und mit Aufgabenstellungen, die viel taktisches Geschick verlangen.

Uwe Wibben (November 1999 / Februar 2000)

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