05.04.2024 - Nach dem Ersten Weltkrieg trat im Deutschen Reich an die Stelle der Monarchie zum ersten Mal eine parlamentarische Demokratie in Form der Weimarer Republik. Deren erster Reichspräsident wurde 1919 Friedrich Ebert. Seit gestern läuft nun bei der Spieleschmiede eine Crowdfunding-Kampagne zu einem Kartenspiel, das von dieser Epoche inspiriert wurde: Friedrich Ebert - Der Weg zur Demokratie wurde vom "Serious Games"-Spezialisten Playing History zusammen mit dem Verlag OSTIA-Spiele entwickelt und dreht sich um die politischen Herausforderungen, die die deutsche Demokratie in ihren Anfangsjahren zu meistern hatte.

 

 

Auf ein bis vier Spielende ab zwölf Jahren wartet ein kooperatives Spiel auf Friedrich Eberts Schreibtisch. Gemeinsam entscheiden sie, welche der eintreffenden Briefe zuerst geöffnet und beantwortet werden, um gesellschaftliche Spannungen einzudämmen und Meilensteine auf dem Weg zur Demokratie zu erreichen. Werden die Spannungen zu groß, bevor die Zielkarte eines Kapitels erreicht ist, verliert die Runde.

Die Idee basiert auf einem 2023 veröffentlichten Online-"Serious Game" mit gleichem Namen, mit dem die Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte derzeit für den Deutschen Computerspielpreis nominiert ist. Das Kartenspiel soll jedoch zusätzliche Spielmodi für mehr Abwechslung und Spieltiefe bieten. Der Autor und Playing-History-Chef Dr. Martin Thiele-Schwez kommentierte, das Verständnis für die Geschichte der Demokratie sei entscheidend, um die Wichtigkeit von Demokratie in der heutigen Zeit zu begreifen. Für Playing History sei Friedrich Ebert nicht nur ein Spiel, sondern ein Herzensprojekt, das dazu beitrage, dieses Verständnis zu vertiefen und demokratische Werte zu schützen. Laut Heike Risthaus von OSTIA-Spiele sei es für den Verlag klar gewesen, dass man diese Erfahrung auch für Spielende analoger Spiele zugänglich machen müsse, als man die begeisterte Resonanz auf das digitale Ebert-Spiel erlebt und gesehen habe, wie effektiv es gelinge, spielerische Wissensvermittlung umzusetzen.

 

 

Das erste Finanzierungsziel von 5.000 € hat die Kampagne schon fast erreicht. Den Backern winken Zusatzbelohnungen wie verbessertes Spielmaterial, weitere historische Brettspiele und gar die Möglichkeit, den eigenen Namen oder das eigene Gesicht innerhalb des Spiels zu verewigen. Zur Essener SPIEL im Oktober soll das fertige Produkt erscheinen. (th)