25.03.2026 - Schon seit 1995 wird das von Friedhelm Merz begründete Nachwuchs-Spieleautor*innen-Stipendium an junge Kreative vergeben, die selbst noch kein eigenes Spiel veröffentlicht haben. Die organisierende SAZ (Spiele-Autoren-Zunft) und der Verein Spiel des Jahres als Sponsor wollen damit Talenten Einblicke in unterschiedliche Bereiche der Spieleszene bieten, wozu die Vermittlung von spieltheoretischem Wissen sowie mehrere Praktika über einen Zeitraum von vier Wochen u.a. im Verlagsbereich und dem Spielwarenhandel gehören. Fahrtkosten und andere Ausgaben werden mit 3.500 € bezuschusst.
Bis zum 19.4. können sich angehende Spieleerfinder/innen (Einzelpersonen ebenso wie Teams) mit guten Deutschkenntnissen jetzt für das diesjährige Stipendium bewerben, indem sie zwei selbst entwickelte Spiele vorstellen, die noch nicht im Rennen um diese Förderung waren. Sie dürfen selbst noch keine Spieleveröffentlichungen vorweisen bzw. Verträge dazu unterzeichnet haben. Außerdem müssen sie bereit sein, am Göttinger Spieleautor/innen-Treffen (6.-7.6.) teilzunehmen und mindestens drei Praktikumsbereiche zu absolvieren. Aus den Einsendungen trifft das Sächsische Institut Spiel eine Vorauswahl, bevor eine unabhängige Jury aus zwei von der SAZ benannten Personen und dem Preisträger des Vorjahres unter den Prototypen der drei Finalist/innen den oder die Sieger/in ermittelt.
Mehr zu den bisherigen Stipendiat/innen ist hier zu finden, darunter bekannte Namen wie Jens-Peter Schliemann, Marco Teubner oder Karin Hetling.

Weiter berichtet die SAZ, dass die VG WORT künftig die Brettspiel-Datenbank des Altenburger Spielearchivs der "Stiftung Spielen" für die Ermittlung der Bibliothekstantieme nutzen wird: Die Münchner Verwertungsgesellschaft Wort, die in Deutschland die Tantiemen aus Zweitverwertungsrechten an Sprachwerken verwaltet, will diese Daten nun als zusätzliche Referenz für die Ausschüttung der Bibliothekstantieme an Spieleautor/innen heranziehen. Das Spielearchiv hatte kürzlich die ludo- / bibliografischen Daten schon erfasster analoger Spiele auf seiner Website veröffentlicht. Dadurch können ab sofort wahrnehmungsberechtigte Spieleautor/innen Titelmeldungen an die VG WORT schicken, sofern die Titel in der Datenbank der Stiftung Spielen erfasst sind.
Weil das Spielearchiv mittlerweile über 82.000 Titel enthält, von denen erst 33.000 digital erfasst sind, und sich dieses Volumen nicht mehr ehrenamtlich bewältigen lässt, appelliert die SAZ jetzt an die deutsche Bundesregierung, das Archiv institutionell zu fördern, wie es bereits etwa mit der Deutschen Nationalbibliothek geschieht. Nur so könne die rechtliche Verpflichtung nach § 27 UrhG sowie die Gleichstellung von Spieleautor/innen mit anderen Urhebern der Bibliothekstantieme gewährleistet werden. Darin sieht die SAZ auch die Voraussetzung, um das Archiv weiter ausbauen und das kulturelle Erbe für Lehre, Forschung und Wissenschaft bewahren zu können.